Kommentar vom 18.09.11
AktieNordex
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Nordex stürzt ab
Themen:

1. Nordex schreibt Verluste
2. Ursachensuche
3. Das Fazit
4. Quellen

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Analyse



1. Nordex schreibt Verluste

Der Konzern Nordex ist seit Beginn 2011 in die Verlustzone gerutscht. Sowohl im Q1 2011 als auch im Q2 2011 waren mit -1,8 Mill. € bzw. – 1,4 Mill. € (1) Verluste zu verbuchen. Die Jahresperformance des Aktienkurses ist mit – 26,1 % dementsprechend schlecht.
Fairerweise muss man an dieser Stelle ergänzen, dass nicht alleine der Kurs von Nordex unter die Räder gerät. Zahlreiche andere Firmen aus der Wind - und Solarbranche erlitten im Fukushima-Jahr paradoxerweise ein ähnliches Ergebnis.
So erlebten die Vestasaktionäre seit Jahresbeginn 2011 einen Absturz von 43,9 %. Solarwerte wie Solarworld verringerten ihren Kurs um 37,5 % oder gar 70,7 % bei Q-Cells (2).
Insofern performt Nordex seinen Sektor der erneuerbaren Energien ja sogar noch aus. Allerdings ist die schlechte Performance des Gesamtsektors vielleicht ein Anzeichen ernsthafter Probleme in diesem Sektor, denen auch Nordex sich nicht vollständig entziehen kann.

Die Frage ist nun: wird Nordex wieder in die Gewinnzone steuern können oder werden sich die Verluste voraussichtlich ausweiten? Um dies zu beantworten muss man sich auf die Suche nach den Ursachen der Verluste von Nordex machen.
Hat der Konzern womöglich zuwenig Aufträge? Sind falls genug Aufträge vorhanden sind die Gewinnmargen zu klein? Ist die Konzernstruktur problematisch? Ist womöglich die Konkurrenz im Windsektor zu groß?
Alle diese Aspekte sollten genauer unter die Lupe genommen werden, um die Ursachen der Verlustquartale von Nordex zu verstehen.



2. Ursachensuche

Angesichts dieser Verlustquartale ist die naheliegendste Frage die nach den Ursachen. Was ist das Problem von Nordex? Sind es die Aufträge, die Umsätze, die Margen, die Konzernstruktur mögliche Umstrukturierungen?
Ein guter, weil objektiv zu bestimmender Ansatzpunkt ist zunächst die Betrachtung der Auftragseingänge von Nordex. Keine Aufträge, keine Umsätze, also könnten die Probleme von Nordex vielleicht an den Aufträgen liegen?
Ausweislich des Halbjahresberichtes 2011 von Nordex kann dies allerdings nicht die Ursache von Nordex Problemen sein. Die Neuaufträge sind im ersten halben Jahr 2011 mit 522,4 Mill. € gar um 59 % höher als im Vorjahreszeitraum (3). Auch der Umsatz ist mit 403,3 Mill. € immerhin 15 % höher als im Vorjahreszeitraum (3). Folglich sind nicht die Auftragseingänge an sich das Problem von Nordex. Dies zeigt sich auch an aktuellen Konzernentwicklungen. Erst Montag (12.09) gewann man 2 Aufträge aus Rumänien über 20 MW (4). Nordex leidet also nicht unter einem Mangel an Aufträgen.

Das Problem dürfte eher darin begründet sein, wieviel man mit den Aufträgen noch verdient. Auf dem stagnierenden Windmarkt (2010 waren die installierten MW weltweit sogar rückläufig) tummeln sich längst zuviele Anbieter. Nordex, Vestas, Enercon, Gamesa, Repower, asiatische Firmen wie Suzlon, Goldwind und Sinovel und Großkonzerne wie Siemens und General Electric kämpfen um den Windmarkt. In einem Markt mit Angebotsüberhang diktieren die Nachfrager die Preis, die Anbieter konkurrieren auch stark über den Preis. Dies zeigt sich an den schwachen Gewinnmargen, die Winkraftanlagenhersteller wie Vestas mit 4,3 % und Nordex mit nur 1,4 % erwirtschaften. Dividenden zahlt keine der beiden Firmen.

Auch zahlreiche Analysten sehen die Probleme von Nordex im Verfall der Turbinenpreise “Nordex Windturbinen im Preisverfall“ (5) oder der Margen “Nordex Margen stehen unter Druck“ (6).
Angesichts dieser Probleme drängt sich der Vergleich mit der Solarbranche auf, wo es viel Wachtumseuphorie gab, die einst hochgehandelten deutschen Solarunternehmen aber im Preiskampf der asiatischen Konkurrenz unterliegen. Konzerne wie Conergy und Q-Cells schreiben ein Verlustquartal nach dem anderen, allein Solarworld schafft es noch Gewinne zu machen.



3. Das Fazit

Nordex kämpft um seine Profitabilität. Der Konzern droht trotz wachsender Umsätze immer unprofitabler zu werden. Immerhin scheint das Management mit einem Abbau von Personalkosten, was 50 Mill. € sparen soll gegenzusteuern (5).
Allein, ob dies reicht um dem preislichen Trommelfeuer der asiatischen Konkurrenz zu begegnen bleibt fraglich. Der Windmarkt hat einfach zuviele Anbieter und der Preiskampf wird erst enden, wenn Konzerne pleite gehen und der Markt bereinigt wird. Da Nordex eine der kleineren Firmen ist, kann nicht ausgeschlossen werden, dass Nordex bei diesem Preiskampf auf der Strecke bleibt. Konzerne wie Siemens und GE können den Preiskampf im Windmarkt führen, weil sie aus den anderen Konzernsparten Gewinne schöpfen. Die chinesische Konkurrenz wird vom Staat mit billigen Krediten und Auftragseingängen gefördert und ist somit praktisch vor Pleiten geschützt.
Es bleibt fraglich, ob Nordex diesen harten Preiskampf überhaupt überlebt. Falls ja, und falls Nordex wieder profitabel wird, bietet der Konzern durchaus Chancen.
Dies ist allerdings ein 50:50 Spiel, wo man auf alles oder nichts setzt.

Da der Konzern auch keine Dividenden zahlt, die eine gewisse Kompensation für das Risiko eines Aktieninvestments bieten rate ich daher zum Verkauf von Nordexaktien.



4. Quellen

(1)http://www.informunity.de/sd/STID-51/MID-6837/Aktie-Nordex.htm

(2)Börse Online. Heft 37/11.

(3)http://www.nordex-online.com/fileadmin/MEDIA/Geschaeftsberichte/Nordex_11_HB_DE.pdf

(4)http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2011-09/21321302-nordex-neuer-schwung-aus-rumaenien-124.htm

(5)http://www.onvista.de/analysen/empfehlungen/artikel/24.08.2011-11:27:55-nordex-windturbinen-im-preisverfall?suche=9c9558fdef52377c6aa1e86c649afef6

(6)http://www.onvista.de/analysen/empfehlungen/artikel/26.08.2011-17:06:44-nordex-margen-stehen-unter-druck?suche=9c9558fdef52377c6aa1e86c649afef6

Anmerkungen
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