Kommentar vom 30.10.11
AktieApple
InvestorGrafenstein
Bewertung:
Mehr als 60 Bewertungen
hervorragend37%
sehr interessant24%
interessant16%
mittelmäßig2%
uninteressant21%
Bisher 790 mal gelesen
UPDATE: Später Sieg für Steve Jobs - Adobe gibt Unterstützung für Flash auf mobilen Geräten auf!
UPDATE: Später Sieg für Steve Jobs - Überraschende Wende bei Adobe - Einstellung von Flashangebot für Mobile Geräte

Steve Jobs hat nochmal was zu lachen", twitterte der Australier David Higgins. "Adobe gibt die Entwicklung von Flash für mobile Geräte auf."

Der kürzlich verstorbene Apple-Chef hatte im April 2010 erklärt, warum er die Multimedia-Technik von Adobe nicht auf Apple-Geräte bringen will: Flash verkörpere die Vergangenheit der PC-Welt und sei nicht geeignet für die mobile Zukunft.

Die Apple-Konkurrenz nutzte die Unterstützung von Flash auf ihren mobilen Geräten, besonders mit dem Google-System Android, zur Werbung in eigener Sache. Dieser Vorteil, bzw. Nachteil von Apple, fällt künftig weg. te.

Allerdings hatte bereits viele Android-User berichtet, dass Flash auch auf ihren Handys nicht problemlos läöuft: So werden Animationen und Videos nur ruckelig dargestellt, und der Akku ist bei Flash-Nutzung schneller leer. "Flash ist einfach sehr datenhungrig und absturzgefährdet", sagt der Mobilfunkexperte Mark Wächter, Vorsitzender der Fachgruppe Mobile im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) und Mitbegründer der Organisation Mobile Monday.

Der Hauptgrund für die Aufgabe von Flash liegt aber woanders: Die umfangreichen Multimedia-Möglichkeiten des neuen Web-Standards HTML5 demonstrieren, dass es auch ohne Flash geht. Also auch ohne umständliche Abspielsoftware und Browser-Plugins. HTML5 ist zudem ein völlig offener Standard und damit anders als Flash frei von kommerziellen Vorgaben einer einzelnen Firma.

Adobe setzt ebenfalls seit einiger Zeit verstärkt auf HTML5. Bei Anwendungen für mobile Geräte ist Flash zudem in der Software-Technik Air enthalten. Die dafür entwickelten Anwendungen sind sehr viel schlanker. Sie lassen sich wie die oft genutzte Twitter-Software TweetDeck auf Rechnern mit unterschiedlichen Betriebssystemen ebenso nutzen wie auf Smartphones.


Vorweg: Viele von euch werden sich fragen, ob es für einen Kommentar, der den Tod von Steve Jobs, das iPhone 4s und die neusten Quartalszahlen betrifft, nicht etwas zu spät ist. Immerhin liegen die Ereignisse 3, bzw. 1 1/2 Wochen zurück. Ich finde dies allerdings nicht, da ich die Entwicklung nach diesen Ereignissen abwarten wollte, anstatt voreilige Prognose zu treffen. Zudem wollte ich auch die Verkaufszahlen und ausführliche Testberichte über das iPhone 4s abwarten. Letztenendes hatte ich nach meinem letzten Kommentar zu Apple („Fokus: iPhone 5 – Was das neue iPhone kann und was das für den Aktienkurs bedeutet +++ Fundamentalanalyse“) auch nicht vor noch einen Kommentar zu Apple zu schreiben, da sich meine Erwartungen aber nicht erfüllt haben, sah ich mich sozusagen verpflichtet, einen neuen, objektiveren und besser hinterlegten – sprich deutlich weniger spekulativen - Kommentar zu verfassen.


Gliederung:

Hauptthemen (1-3)

1. Das neue iPhone
1.1 Die Änderungen gegenüber dem iPhone 4
1.2 Testberichte
1.3 Die Verkaufszahlen – und was da neue iPhone für den Aktienkurs bedeutet
2. Der Tod von Steve Jobs
3. Die neusten Zahlen
4. Zum Unternehmen
4.1 Wichtigste Daten der Unternehmensgeschichte
4.2 Die PC- und Notebooksparte
4.3 Die iPhone-Sparte
4.4 Die iPod-Sparte
4.5 Die iPad-Sparte
5. Fundamentalanalyse
5.1 Geschäftsverlauf (Geschäftsjahre 2000-2010)
5.2 Sonstiges zum Unternehmen
5.3 Bewertungskennzahlen
6. Aktienkurs
6.1 Allgemeiner Aktienkurs
7. Fazit
8. Einzelnachweise
9. Quellen

1. Das neue iPhone

Schon während der Präsentation sollen die Journalisten enttäuscht gewesen sein, dass „nur“ ein iPhone 4s, also eine verbesserte Version des iPhone 4, erscheint, und kein neu designtes iPhone 5. Viele hatten die gleiche Meinung: Apple schließt nur zur Android-Konkurrenz auf, überholt sie aber nicht.

1.1 Die Änderungen gegenüber dem iPhone 4

Um die Antennen-Probleme des iPhone 4 zu lösen, hat Apple 2 Antennen im iPhone 4s verbaut. Das iPhone kann hierbei zwischen beiden Antennen schalten, wodurch die Empfangs- und Sendeleistung verbessert wird. Der Metallrahmen ist dadurch aber in 4, und nicht wie beim iPhone 4 in 3, Segmente geteilt. Zudem ist im neuen iPhone in A5-Dual-Core-Prozessor verbaut. Dies ist übrigens der gleiche Prozessor wie im iPad 2, allerdings ist er im iPhone nur auf 800 mHz, und nicht auf 1 Ghz, wie im iPad, getaktet. Dadurch wird Strom gespart, der Prozessor leistet auf der anderen Seite aber weniger als er könnte. Im iPhone 4s ist außerdem eine deutlich bessere Kamera verbaut worden, anstatt 5 gibt es nun 8 Megapixel, dies sind 60% mehr. Die Kamera nimmt jetzt ausschließlich Full-HD-Videos auf. Das „Highlight“ des neues iPhones ist aber die neue Spracherkennungssoftware, Siri. Siri kann nicht nur Programme öffnen, sondern auch texte tippen, Musik abspielen oder die Frage nach dem Wetter beantworten. Hierbei muss man nicht extra deutlich oder in abgehackten Wörtern sprechen, sondern kann sich ganz normal mit vollständigen Sätzen „unterhalten“. Zudem ist der Sprachassistent schlagfertig programmiert: Auf „Ich liebe dich“ antwortet er beispielsweise „Ach, hör doch auf“. Auf Englisch ist Siri noch deutlich besser einsetzbar, da es dann auch die Datenbank von Wolfram Alpha, sowie in Amerika, auf Karten, zugreifen kann. Siri ist nur für das iPhone 4s erhältlich, und nicht für das iPhone 4. Die anfängliche Spekulation, dass man den schnellen Doppelkernprozessor für Siri benötige, erwies sich als falsch, da Siri als Cloud-Dienst funktioniert, die Daten also an Apple-Server schickt. Dort wird dann der Sinn der Wörter ausgerechnet und diese Daten werden wiederum zurück ans iPhone geschickt. Man benötigt also zwangsläufig eine Internetverbindung, um Siri einsetzen zu können.

1.2 Testberichte

Ich fasse hier die Ergebnisse mehrerer Testberichte zusammen, für alle die meine Quellen nachlesen wollen werde ich sie in dem Unterpunkt „Einzelnachweise“ auflisten.

Insgesamt schneidet das iPhone 4s gut bis sehr gut in den Tests ab – bis auf wenige Ausnahmen [1].
Auch wenn die durchschlagenden neuen Features fehlen, sorgt der Doppelkern-Prozessor für die besten Benchmark-Ergebnisse im Smartphonebereich[2], und auch die Kamera ist eine der besten Handykameras auf dem Markt. Zudem sind viele Tester von der Spracherkennungssoftware Siri begeistert. Der Doppelkern-Prozessor A5 von Apple ist zwar aufgrund deutlich niedriger Taktung und deutlich weniger Arbeitsspeicher rein hardwaretechnisch um einiges langsamer als die der Konkurrenz, allerdings ist das Betriebssystem iOS optimal auf die Hardware abgestimmt – was bei den Android-Handys nicht der Fall ist. Dadurch sind die höheren Benchmark-Ergebnisse zu erklären. Rein subjektiv bekommt man von dem schnelleren Prozessor gegenüber dem iPhone 4 nicht viel mit, da die meisten Sachen auch auf dem „alten“ iPhone flüssig liefen. Die Kamera schneidet in den Vergleichen mit dem iPhone 4 deutlich besser ab, die Farben wirken deutlich natürlicher und auch Details kommen deutlich besser zur Geltung. Auch in Vergleichstest mit den aktuellen Android-Handys schneidet die Kamera oft leicht besser ab[3], sie steht also mindestens auf einer Stufe mit ihnen. Nun zu der wahrscheinlichst interessantesten neuen Änderung, Siri. Bis auf eine Ausnahmen, auf die ich später zurückkomme, waren sich alle Tester einig: Siri versteht gut ganze Sätze und ist nicht nur zum E-Mail oder SMS diktieren zu gebrauchen, sondern insgesamt beeindruckend. Sätze wie „Wecke mich morgen um 7 Uhr“ soll auf Anhieb klappen, auf die Abfrage „Welche Termine habe ich heute?“, antwortet die Frauenstimme beispielsweise „Ok, ich habe vier Termine für heute gefunden“ und zeigt diese an. Nur bei schwierigen Satzstellungen oder wenn man mehrere Sprachen in einem Satz mischt („Spiele Manhattan Transfers“ oder „Spiele Chiquitita“). Auch auf gewisse Herausforderungen, die sicher viele anfangs ausprobieren, ist Siri vorbereitet: Auf „Ich bin müde“ antwortet es zum Beispiel „Das ist in Ordnung, ich hoffe nur, du tust nichts Gefährliches“, auf „Du bist doof“ „Jeder ist berechtigt, seine Meinung zu haben“. „Was ist der Sinn des Lebens?“ wird mal mit „42“, mal mit „Ein Film“ oder „Alles spricht dafür, dass es Schokolade ist.“ beantwortet. Wie oben bereits erwähnt kann Siri in den USA und auf Englisch bereits deutlich mehr, sollte dies auch bald in der deutschen Version nachgerüstet werden, würde Siri die Bedienung, nach Erachten der Tester, deutlich verbessern. Die Redaktion von Chip ist mit Siri, im Gegensatz zu den meisten anderen Testern, nicht zufrieden, da Siri beim Diktieren von Texten zu viele Fehler macht, sowie ihnen die Anbindung an die Datenbank Wolfram Alpha fehlt [1].

1.3 Die Verkaufszahlen – und was da neue iPhone für den Aktienkurs bedeutet

Über 4 Millionen mal wurde das iPhone 4s in den ersten 3 Tagen verkauft, und das, obwohl es bisher nur in 7 Ländern – Deutschland, USA, Kanada, Japan, Australien, Frankreich und Großbritannien – verfügbar ist. Selbst der Verkaufsschlager iPhone 4 wurde in den ersten 3 Tagen „nur“ 1,7 Millionen mal verkauft – die Verkaufszahlen sind gerade wegen der anfänglichen Enttäuschung sehr positiv zu beurteilen. Man sollte aber auch beachten, dass viele Käufer sich im letzten Quartal beim Kauf des iPhone 4 zurückgehalten haben (Vergleich hierzu: Abschnitt „3. Die neusten Zahlen“ - entschuldigt, wenn ich hier etwas vorgreife), wodurch der Verkaufsstart zu erklären ist. Nichtsdestotrotz ist dieser Verkaufsstart sehr positiv zu beurteilen. Da Apple bis Weihnachten das iPhone noch in über 70 Ländern anbieten will, und ich auch dort von einem sehr guten Verkaufsstart und auch in allen Ländern von einem guten Weihnachtsgeschäft ausgehe, rate ich, die Aktie auf jeden Fall ein paar Wochen vor der Verkündung der nächsten Quartalszahlen zu kaufen.

2. Der Tod von Steve Jobs

Es war die Nachricht des Tages, die alle von der zuvor erfolgten Vorstellung des iPhone 4s ablenkte: Steve Jobs, der mysteriöse Gründer und Innovator Apples, ist tot. Die Nachricht schockte viele Apple-Jünger, für die Jobs schon fast den Status eines Gottes innehatte. Auch Google und Facebook-Gründer Marc Zuckerberg reagierten geschockt auf den Tod von Jobs und drückten ihre Anteilnahme auf der Hauptwebsite, beziehungsweise ihrem Facebook-Blog aus. Für das Unternehmen ist der Tod von Steve Jobs ein großer Verlust, da ihnen jetzt der schillernde Firmenchef, der sich komplett mit der Firma identifiziert und mit der von vielen verehrt wird, fehlt. Trotzdem gehen viele Marktforscher davon aus, dass Apple weiterhin seinen führende Marktrolle beibehalten wird. Für den Aktienlurs hat der Tod meiner Meinung nach kaum langfristige Folgen, da er bereits viel eingebüßt hat. Den Spekulationen anderer Nutzer von informunity in ihren Kommentaren, dass sich das iPhone 4s gerade wegen dem Tod von Steve Jobs so gut verkauft hat, würde ich jedoch nicht zustimmen, da ich es für unwahrscheinlich halte, dass mehr als eine Hand voll Käufer das iPhone aufgrund ihrer Anteilnahme am Tod Steve Jobs gekauft haben.

3. Die neusten Zahlen (Q4/2011)

Umsatz: 28,27 Milliarrden US-Dollar
Gewinn: 4,894 Milliarden US-Dollar
Umsatz in Europa: 7,397 Milliarden US-Dollar
Gewinn in Europa: 1,176 Milliarden US-Dollar
Umsatz in Amerika: 9,648 Milliarden US-Dollar
Gewinn in Amerika: 1,716 Milliarden US-Dollar
verkaufte iPhones: 17,1 Millionen

Im Vergleich zum Vorjahresquartal konnte Apple den Umsatz um fast 8 Milliarden US-Dollar steigern, gegenüber dem 3.Quartal ging er jedoch leicht um 300 Millionen zurück. Auch der Gewinn stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal (3,885 Milliarden US-Dollar) deutlich. Besonders hervorzuheben ist der Umsatz in Asien (6,530 Milliarden US-Dollar), der sich im Vergleich zum Vorjahresquartal (2,723 Milliarden US-Dollar) fast verdreifacht hat.

Insgesamt blieb Apple allerdings hinter den Erwartungen (Umsatz: 29,5 Milliarden US-Dollar; Gewinn: Milliarden US-Dollar; verkaufte iPhones: 20 Millionen) zurück. Besonders der iPhone Absatz hatte die Experten enttäuscht. Dieser ist dadurch zu erklären, dass viele potentielle Käufer auf das neue iPhone warteten. Dadurch erscheint auch der starke Verkaufsstart des iPhone 4s in anderem Licht.

Trotzdem denke ich, dass Apple im nächsten Quartal deutlich mehr einnehmen wird und man dieses Quartal nicht überbewerten sollte. Man sollte es dennoch im Hinterkopf behalten, viele Pessimisten gehen jetzt nämlich davon aus, dass die Apple-Aktie bereits ihren Höhepunkte erreicht hat.

4. Zum Unternehmen:

Die Apple Inc. wurde am 1. April 1976 von Steve Jobs, Steve Wozniak und Ronald Wayne unter dem Namen Apple Computer Inc. gegründet. Das Startkapital zur Gründung der Firma betrug nur 1.750 $ und kam durch den Verkauf des VW-Bus von Steve Jobs und dem Hewlett-Packard-Taschenrechner von Steve Wozniak zustande.

Der Unternehmenssitz der Apple Inc. sitzt in Cupertino (USA), der Haupsitz in Europa in Cork (Irland), das Unternehmen beschäftigt 46.600 Mitarbeiter (Stand: 28. Oktober 2010).

Steve Jobs ist bis heute der CEO von Apple, auch Steve Wozniak ist heutzutage noch sehr bekannt. Er ist immer noch ein einfacher Teil-Angestellter bei Apple und Leiter der von ihm gegründeten Firma CL 9. 
Dass er heute nicht wie Steve Jobs die Firma leitet wird zum Einen auf seine vielen Meinungsverschiedenheiten mit Jobs zurückgeführt, zum Anderen stürzte er im Februar 1981 mit seinem Privatflugzeug ab und erlitt dadurch zeitweise einen Verlust seines Kurzzeitgedächtnisses; wurde also aus der Bahn geworfen.
Der bis heute sehr unbekannt gewordene Mitgründer Ronald Wayne verlor gleich nach der Gründung das Vertrauen in die Firma und verkauft wenige Monate nach der Gründung seinen Anteil an Apple (10%) für 800 $ (2009 wäre sein Anteil 15,6 Milliarden € wert gewesen).

In den 1970er und 1980er war Apple einer der ersten Hersteller von Computern und nahm auch eine Vorreiterrolle bei der Einführung des grafischen Benutzeroberfläche ein (die Idee des Papierkorbs stammt zum Beispiel ursprünglich von Apple und wurde von Microsoft übernommen).

Nach der Jahrtausendwende führte Apple neue Produkte ein und steigerte den Umsatz dadurch deutlich. Auch zur größeren Bekanntheit der Firma trugen die Erscheinungen des ersten iPods 2001, des ersten iPhones 2007 und letztes Jahr (2010) des iPads bei.

4.1 Wichtigste Daten der Unternehmensgeschichte:

1976: Gründung als Apple Computer Inc.
1977: Vermarktung des "Apple I" -PCs
1977: Markteinführung des "Apple II", der sich fast zwei Millionen mal verkaufte
1984: Einführung der Macintosh-Reihe auf den Markt
1997: Microsoft-Apple-Deal: Microsoft kaufte stimmrechtlose Apple-Aktien im Wert von 150 Mio. $ und rettete Apple dadurch von einer bevorstehenden Pleite, Apple installierte im Gegenzug den Internet-Explorer als Standardwebbrowser auf allen Apple-Computern.
2001: Der erste iPod kommt auf den Markt
2007: Das iPhone und der Apple-TV kommen auf den Markt
2010: Apple startet den Verkauf des iPads

4.2 Die PC- und Notebooksparte von Apple

In dem PC- und Notebookbereich ist Apple, im Gegensatz zu den anderen Bereichen, nicht der Marktführer, sondern im Gegensatz zu großen Computerproduzenten, nur ein kleinerer (aber groß beachteter und nicht ungefährlicher) Konkurrent. Trotzdem steigen die Zahlen der verkauften Macs kontinuierlich weiter an, allein im letzten Geschäftsquartal wurden 3,76 Millionen Macs verkauft (im Q2/2010 waren es 2,94 Millionen Macs). Die PC- und Notebooksparte verliert für das Unternehmen aber aufgrund des boomenden Verkaufs von Apple Unterhaltungselektronik leicht an Bedeutung.

4.3 Die iPhone-Sparte

Allein im vorletzten Quartal konnte Apple 18,65 Millionen iPhones verkaufen (im Vorjahresquartal Q2/2010 waren es "nur" 8,75 Millionen). Da das neue iPhone voraussichtlich am 6. Juni vorgestellt wird, also wahrscheinlich noch dieses Jahr auf den Markt kommt, kann die Zahl der verkauften iPhones dieses Jahr weiter ansteigen. 
Außerdem wird auch mit einem leichten Anstieg der Verkaufszahlen im nächsten Quartal gerechnet, da das iPhone 4 nun auch in weiß auf den Markt gekommen ist.
Die Verkaufszahl kann aber auch durch immer besser werdende Konkurrenz sinken (Android hat mittlerweile als Smartphone-Betriebssystem mehr Anteil als Apples iOS).
Die iPhone-Sparte von Apple spielt eine sehr große Bedeutung für das Unternehmen; es wird auch vermutet, dass Apple das iPhone mit einer sehr großen Gewinnmarge verkauft.

4.4 Die iPod-Sparte

Die Zahl der verkauften iPods ist die einzige Verkaufszahl von Apple die im Gegensatz zu den Werten im Vorjahresquartal zurückgeht. Im letzten Quartal konnte Apple 9,02 Millionen iPods verkaufen, das entspricht einem Minus von über 10% im Vergleich zum Vorjahresquartal (10,89 Millionen verkaufte iPods).
Allerdings könnte dies auch daran liegen, dass sich immer mehr Leute anstatt eines (neuen) iPods lieber ein iPad oder ein iPhone kaufen.

4.5 Die iPad-Sparte

Apple konnte im letzten Quartal 4,69 Millionen iPads verkaufen, da jetzt das iPad 2 auf den Markt gekommen ist und die Konkurrenz immer noch weit hinter Apple her hinkt (auch nach der Meinung mehrerer Experten) - Apple hat schon das 2. iPad auf den Markt gebracht während die meisten Konkurrenten noch nicht das Erste rausbrachten - kann man in dieser Sparte in den nächsten Quartalen mit einem großen Plus rechnen.
Auch von Nachrichten, laut denen Apple den Bedarf am neuen iPad nicht decken kann, sollte man sich nicht abschrecken lassen, dies ist wahrscheinlich von Apple beabsichtigt, da Apple anhand einer Gewinnfunktion vorher errechnet hat, bei wie vielen produzierten Exemplaren der Gewinn am höchsten ist.

5. Fundamentalanalyse


5.1 Geschäftsverlauf (Geschäftsjahre 2000-2010)

(Die Geschäftsjahre von Apple gehen vom 1.Oktober des vorangegangenen Jahres bis zum 30.September des angegebenen Jahres)

2000:

Jahresumsatz(Mio US-Dollar): 7.983
Jahresüberschuss(Mio US-Dollar): 786

2001: 

Jahresumsatz(Mio US-Dollar): 5.363
Jahresfehlbetrag(Mio US-Dollar): -25
Umsatzwachstum: -33%

2002: 

Jahresumsatz(Mio US-Dollar): 5.247
Jahresüberschuss(Mio US-Dollar): 65
Umsatzwachstum: -2%

2003: 

Jahresumsatz(Mio US-Dollar): 6.207
Jahresüberschuss(Mio US-Dollar): 57
Umsatzwachstum: 18%


2004: 

Jahresumsatz(Mio US-Dollar): 8.279 
Jahresüberschuss(Mio US-Dollar): 266
Umsatzwachstum: 33%

2005:

Jahresumsatz(Mio US-Dollar): 13.931 
Jahresüberschuss(Mio US-Dollar): 1.328
Umsatzwachstum: 68 %

2006:

Jahresumsatz(Mio US-Dollar): 19.315 
Jahresüberschuss(Mio US-Dollar): 1.989
Umsatzwachstum: 39 %

2007:

Jahresumsatz(Mio US-Dollar): 24.578 
Jahresüberschuss(Mio US-Dollar): 3.495
Umsatzwachstum: 27 %

2008:

Jahresumsatz(Mio US-Dollar): 37.491 
Jahresüberschuss(Mio US-Dollar): 6.119
Umsatzwachstum: 53 %

2009:

Jahresumsatz(Mio US-Dollar): 42.905 
Jahresüberschuss(Mio US-Dollar): 8.235
Umsatzwachstum: 14 %

2010:

Jahresumsatz(Mio US-Dollar): 65.225 
Jahresüberschuss(Mio US-Dollar): 14.013
Umsatzwachstum: 52 %

Quartal 1/2011 (Okt. 2010 – Dez. 2010):

Jahresumsatz(Mio US-Dollar): 26.741 
Jahresüberschuss(Mio US-Dollar): 6.004
Umsatzwachstum: 71 %

Quartal 2/2011 (Jan. 2011 – Mär. 2011):

Jahresumsatz(Mio US-Dollar): 24.667
Jahresüberschuss(Mio US-Dollar): 5.987
Umsatzwachstum: 83 %
UPDATE:
Verkaufte iPhones: 18,6 Millionen = 12,3 Milliarden Dollar Umsatz
Verkaufte Mac(-Books): 3,76 Millionen (28%) = 5 Milliarden Dollar Umsatz
Verkaufte iPods: 9 Millionen, davon etwa die Hälfte iPod Touchs
Verkaufte iPads: 4,7 Millionen
iTunes-Store: 1,6 Milliarden Dollar Umsatz (letztes Jahr Q2: 300 Millionen)

Quartal 3/2011

Jahresumsatz(Mio US-Dollar): 28.571
Jahresüberschuss(Mio US-Dollar): 7.308

Quartal 4/2011

Jahresumsatz(Mio US-Dollar): 28.270
Jahresüberschuss(Mio US-Dollar): 6.623

Der Umsatz der Apple Inc. konnte sich von 2000 bis 2010 in 11 Jahren fast verneunfachen (!), der Gewinn hat sich sogar mehr fast verzwanzigfacht!
Auch während der Finanzkrise stiegen Umsatz und Gewinn kontinuierlich weiter an, im Nachkrisenjahr legte der Umsatz sogar um 52% zu, auch der Gewinn stieg 2010 fast um die Hälfte.

Vor allem die letzten beiden Quartalswerte sind sehr überzeugen, sie lassen ein Umsatz- und Gewinnwachstum von mehr als 50% vermuten!

Apple hat zum ersten mal in der Unternehmensgeschichte Microsoft in Gewinn und Umsatz in einem Quartal überholt!

5.2 Sonstiges zum Unternehmen

Börsenwert: 225,8 Mrd €
Eigenkapital: 65,8 Milliarden Dollar (Wert aus 2010: 47,7 Milliarden)
EK-Quote: 65%

Die Apple Inc. ist mit einem Börsenwert von 225,8 Mrd das wertvollste IT-Unternehmen der Welt (zum Vergleich: Microsofts Börsenwert ist mit 149,4 notiert) und eine der wertvollsten Firmen der Welt. 

Besonders hervorzuheben ist das in den ersten beiden Quartalen enorm gewachsene Eigenkapital, das jetzt 65,8 Milliarden Dollar beträgt!
Das heißt, dass Apple, wenn das Unternehmen plötzlich keine Gewinne mehr erzielen würde, Forschung, Entwicklung und Vertriebskosten noch sieben Jahre weiter finanzieren könnte!
Oder Apple könnte, ohne ein Kredit aufzunehmen, den halben Konzern Google übernehmen!

Auch die Marke "Apple" ist die 3. wertvollste Marke der Welt, ihr Wert wird auch 83,15 Milliarden US-Dollar geschätzt!

5.3 Bewertungskennzahlen

Gewinn-Marge: 23,9%
KGV: 14,2
KUV: 3,4
KBV: 5,5

Vor allem die sehr hohe Gewinn-Marge fällt sofort ins Auge, im Vergleich zu anderen IT-Unternehmen ist sie überragend!
(Zum Vergleich die Gewinn-Marge von Apple-Konkurrenten: HP: 7,2%; Nokia: 4,3%; Dell: 4,2%; Samsung: 9,5% Nur Microsoft liegt mit 31,5% höher, allerdings stellt der Konkurrent großteils Software her, bei Software für den Massemarkt ist die Gewinnmarge immer sehr hoch, da kaum Produktionskosten anfallen).

Das KGV ist mit 14,9 nur unterer Branchendurchschnitt (HP: 9,6; Nokia: 11,9; Dell: 10,3; Samsung: 6,4; Microsoft: 8,8).

Das KUV (3,3) ist sogar ein sehr schlechter Wert für Elektronikhersteller (HP: 0,7; Nokia: 0,5; Dell: 0,4; Samsung: 0,6; Microsoft: 2,8;), ebenso wie das KBV(4,7) (HP: 2,1; Nokia: 1,5; Dell: 3,5; Samsung: 1,7; Microsoft: 3,6).

Fundamental ist der Aktienwert also schon überreizt, auch wenn sich die Umsatzsteigerung der ersten beides Quartale (+78% im Vergleich zum ersten halben Geschäftsvorjahr) dieses Jahr weiter fortsetzt, bleibt das Kurspotential weiterhin ausgeschöpft.

6. Aktienkurs

6.1 Allgemeiner Aktienkurs

Bear Market Faktor: 2
Ein Bear Market Faktor von 2 bedeutet, dass die Aktie Indexrückgänge in fast dem Gleichen Maß nachvollzieht.

Bad News Faktor: 206
Das heißt, dass der Aktientitel bei unternehmensspezifischen Problemen durchschnittlich um 2,06% zurückgeht. Dies ist ein vergleichsweise geringer Wert.

Beta 1 Jahr: 1,28
Die Apple-Aktie ist in dem letzten Jahr bei einem Indexanstieg von 1% um durchschnittlich 1,28% gestiegen.

Korrelation 1 Jahr: 75
In den letzten 365 Tagen wurden 75% (errechneter Wert) der Kursschwankungen durch Indexbewegungen verursacht.

Die Apple-Aktie ist, laut Risikoanalyse, ein fast "marketperform"-Wert, Indexrückgänge und -anstiege vollzieht die Aktie in ungefähr dem gleichen Maß nach.

7. Fazit

Insgesamt sehe ich die Apple-Aktie weiterhin als Kaufenswert an. Nach dem Tod von Steve Jobs und den eher schlechten Verkaufszahlen des iPhone 4 im letzten Quartal hat sich der Blick zwar etwas eingetrübt, aber gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten, ist es gut einen stabilen Wert wie Apple im Depot zu haben. Den Tod von Steve Jobs würde ich langfristig als eher negativ beurteilen, mittelfristig wird es dem Unternehmen aber nicht schaden. Vielmehr sollte man ihn nicht überbewerten, da der Kurs bereits einiges deswegen eingebüßt hat. Als problematischer sehe ich eher die letzten Quartalszahlen an, da der Verkaufsstart des iPhone 4s aber mehr als gut verlief, wiegt auch diese nicht zu schwer. Wer von einem starken Weihnachtsquartal ausgeht, sollte unbedingt in Apple investieren, da ich denke, dass das neue iPhone stark nachgefragt wird.

8. Einzelnachweise

[1] http://www.chip.de/artikel/Apple-iPhone_4S_-64_GB-Handy-Test_52250114.html
[2] http://iphone-magazin.org/2011/10/benchmark-iphone-4s-17-prozent-langsamer-als-ipad-2-68-prozent-schneller-als-iphone-4/
[3] http://www.zdnet.de/galerie/41557264/iphone-4s-so-gut-arbeitet-die-kamera.htm#image=2

9. Quellen

http://www.apple.com/pr/library/2011/10/18Apple-Reports-Fourth-Quarter-Results.html
http://www.informunity.de/sd/STID-187/Aktie-Apple.htm
http://www.ariva.de/news/Apple-iPhone-Absatz-fuer-das-vierte-Quartal-verfehlt-die-Erwartungen-Independent-Research-3872110
http://www.deraktionaer.de/aktien-usa/microsoft--besser-als-apple-17272609.htm
http://www.4investors.de/php_fe/index.php?sektion=stock&ID=52141
http://www.ariva.de/news/Apple-duerfte-staerkstes-Weihnachtsquartal-der-Unternehmensgeschichte-erleben-UBS-3871459
http://www.ariva.de/news/Apple-iPhone-Absatz-verfehlt-Erwartungen-Societe-Generale-3871557
http://www.ariva.de/news/Apple-auch-ohne-Steve-Jobs-noch-genuegend-Potenzial-Prior-Global-3874041
http://www.ariva.de/news/Apple-buy-UBS-3873916
http://www.ariva.de/news/Smartphones-stuetzen-Samsung-iPhone-ueberholt-3878820
http://www.ariva.de/apple-aktie/chart
http://www.vol.at/nach-jobs-tod-apple---aktie-gibt-nach/news-20111006-02094229
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,790283,00.html
http://business.chip.de/news/Apple-4-Millionen-iPhone-4S-in-drei-Tagen-verkauft_52252355.html
http://www.computerbild.de/artikel/cb-Tests-Handy-Smartphones-iPhone-Konkurrenz-Multimedia-Handys-4516160.html
http://www.areamobile.de/handys/3013-apple-iphone-4s/testbericht/iphone-4s-test-system-geschwindigkeit-und-siri-3
http://www.areamobile.de/handys/3013-apple-iphone-4s/testbericht#iphone-4s-test-design-verarbeitung-display
http://www.areamobile.de/handys/3013-apple-iphone-4s/testbericht/iphone-4s-test-kamera-musik-multimedia-und-video-2
http://www.cnet.de/tests/handy/41556502/testbericht/page/7/schon_getestet_apples_neues_iphone_4s_mit_siri__dual_core_cpu_und_8_megapixel_kamera.htm
http://www.stern.de/digital/computer/so-gut-ist-das-neue-iphone-1735550.html
http://www.notebookjournal.de/tests/xxsmartphone-review-apple-iphone-4s-64-gb-ios-5-siri-nksk-1605
http://www.chip.de/news/iPhone-4S-A5-CPU-Siri-Co-im-CHIP-Online-Test_47171913.html











Anmerkungen
Es sind noch keine Anmerkungen vorhanden.
Der obige Kommentar spiegelt ausschließlich die Meinung des Autors wider. Informunity übernimmt dafür keine Haftung.