Analyse zur Aktie ThyssenKrupp

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Am 10.12.11
von Grafenstein
zu ThyssenKrupp

ThyssenKrupp - oder: Das Milliardengrab in Brasilien - Wie schlechtes Management ein Unternehmen in die roten Zahlen stürzen lässt

0. Hauptthema des Kommentars: Das Milliardengarb in Brasilien (die Gliederung befindet sich weiter unten)

Überraschen zog der deutsche Stahlkonzern die Präsentation seiner Zahlen auf gestern vor. Dass das nichts gutes heißen kann, wurde wieder bestätigt: Der Konzern musste insgesamt 2,9 Milliarden Euro abschreiben, weshalb das Ergebnis von einem Gewinn von 927 Millionen Euro im Vorjahr tief in die roten Zahlen auf - 1,8 Milliarden Euro sank. Grund dafür sind die Probleme mit den Stahlwerken in den USA und vor allem in Brasilien.

Hier eine kleine Zusammenfassung über die Probleme des neuen Werks in Brasilien:


Das Missmanagement begann bereits bei der Planung. Damals entschied sich der alte Vorstand gegen den konzerneigenen Kokereispezialisten Uhde sondern für die chinesische Citic. Die Asiaten hatten zwar noch keine Erfahrung im Kokereibau, aber sie waren deutlich billiger als Uhde. Die Entscheidung rächte sich: Citic unterliefen bei der Konstruktion gravierende Fehler. "Ihre volle Leistung wird die Kokerei wohl nie erreichen", sagen Insider. Tochterfirma Uhde muss die Kokerei neu aufrüsten.

Die Probleme in Brasilien lähmen den gesamten Konzern. Mit den Erlösen aus Brasilien wollte Vorstandschef Heinrich Hiesinger in stabile Geschäfte investieren. Das Geld blieb aber aus - geplante Investitionen waren nicht durchführbar, der Konzern verlor einen Teil seiner Wettbewerbsfähigkeit. Thyssen Krupp fordert nun Schadensersatz von Citic.

Zwar soll die Kokerei, das Kernstück des hochmodernen, integrierten Stahlwerks, wie geplant im Frühjahr in Betrieb gehen. Doch nach wie vor greifen die einzelnen Werksteile des Großprojekts nicht ineinander. Neben der Kokskohle, die für die Stahlproduktion benötigt wird, soll in der Kokerei Gas zur Stromgewinnung im werkseigenen Kraftwerk produziert werden. Die Energie braucht Thyssen-Krupp teilweise für den Betrieb der Hütte, rund die Hälfte wird extern...
Der obige Analyse spiegelt ausschließlich die Meinung des Autors wider. Informunity übernimmt dafür keine Haftung.