Kommentar vom 30.04.10
AktieBASF AG
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Sicheres Langfrist-Investment! Q1 Ergebnisse übertreffen in vielen Punkten die Erwartungen...
Gestern (am 29.4.) hat die Badische Anilin- & Soda-Fabrik (BASF) ihre Geschäftszahlen für das erste Quartal vorgelegt.

Umsatz: Plus 26%
EBITDA: Plus 65%
Bereinigtes Ergebnis pro Aktie: Plus 140%
(alle Ergebnisse verglichen mit dem Vorjahresquartal)

Besonders positiv ist dabei, dass 5 der 7 Geschäftsfelder mit einem Wachstum von über 30% glänzen können - die Segment Performance Products und Chemicals sogar mit mehr als 60%.

Die 2 verbleibenden Sparten könnte man fälschlicherweise bei nur flüchtiger Ansicht als Sorgenkinder ausmachen: Agricultural Solutions stagniert und Oil&Gas verliert sogar 17%.

Der letztgenannte Bereich (und zugleich umsatzstärkste) leidet unter einem Preisrückgang, der aufgrund der zeitlich versetzten Anpassung an den Ölpreis bedingt ist. Nachhaltig ist der Effekt sicher nicht, steigt doch der Ölpreis wieder munter: Aktuell 85$ im Vergleich zum Tiefkurs von 40$ Anfang 2009. Hier ist im Verlauf der nächsten Jahre sicherlich wieder mit einer deutlichen Ergebnisverbesserung zu rechnen. BASF ist aus dieser Sicht übrigens eher Energieversorger als Chemie-Riese.

Auch für den Bereich der landwirtschaftlichen Produkte stehen die Zukunftsaussichten nicht schlecht. Bei steigernder Weltbevölkerung und hohem Wirtschaftswachstum wird wohl niemand abstreiten, dass es sich hier ein gigantisches Wachstumspotential vorliegt. Und BASF gilt als hoch-innovatives Unternehmen mit viel Erfahrung, optimaler Organisation und globaler Ausrichtung.

Alles in allem scheint die Chemie-Fabrik also sehr gut aus der Wirtschaftskrise herauszukommen. Vorstandsvorsitzender Hambrecht warnt zwar noch vor Euphorie, hierbei ist meines Erachtens ein bisschen viel "Safety First" zum tragen gekommen: Zitat >>"Die Erholung steht weiterhin auf wackeligen Füßen." Risiken blieben bestehen. Dabei verwies er unter anderem auf die auslaufenden staatlichen Konjunkturprogramme, Überkapazitäten sowie schwankende Rohstoffpreise.<< Quelle: Handelsblatt

Ein weiterer postiver Aspekt: Das Ergebnis wurde durch die Integration von Ciba (im September 2008 für 3,8 Mrd. Euro übernommen) praktisch nicht negativ beeinflusst. Die mittel- und langfristigen Synergie-Effekte sind aber sicher bei weitem noch nicht ausgeschöpft.

Zu guter Letzt: Personell muss man als BASF Aktionär auch kein Ungemach fürchten. Zeichnet sich doch eine sehr gute Nachfolgeregelung für den im Mai 2011 scheidenden Unternehmenschef ab: Als Kandidaten gelten Finanzvorstand Bock und Asien-Chef Martin Brudermüller. Letzteren sehe ich klar als Favorit an, da jünger und mit exzellenten Ergebnissen im operativen Geschäft. Mehr Infos im heutigen BASF-Artikel unter www.ftd.de. Auch die Wirtschaftswoche hatte hierzu schon ausgiebig berichtet.

=============== F A Z I T ================

Unter gegenwärtigen Bewertungsmaßstäben kann die BASF Aktie auf keinen Fall als überteuert angesehen werden. Von kurzfristigen Kursverlusten ("Sell on good news") sollte man sich deshalb nicht blenden lassen.

Das KGV liegt aktuell bei 20,6 - demnach ist also schon einen Vorschuss auf zukünftige Gewinnsteigerungen enthalten. Wenn die 1,03 Mrd. Quartalsergebnis auch in Zukunft erwirtschaftet werden, dann ist die Aktie extrem günstig. Bei einem normalen KGV von 15 müsste der Kurs dann auf 65 Euro klettern, was einem Anstieg von 45% entsprechen würde.

Eine weitere Erholung der weltweiten Konjunktur und den damit verbundenen Auswirkungen (mehr Energiebedarf, mehr Konsum) sowie weiterhin steigende Weltbevölkerung (mit entsprechend erhöhtem Bedarf an Nahrungsmitteln) sollten die Ergebnisse des Unternehmens aus Ludwigshafen auf neue Rekordniveaus hochhieven.

Klar ist dabei aber auch: Von einem Traditionsunternehmen wie BASF sind nie Kurssprünge a la Infineon oder Apple zu erwarten, auch wenn sich die Kurse seit einem Jahr bekanntermaßen bereits verdoppelt haben. Mehr als nochmal 100% sind wohl nur schwerlich zu erreichen, ein Kursplus von 25% über die nächsten 2 Jahre sehe ich aber quasi als gebongt an. Und verglichen mit mageren 1 - 3% Zinsen auf Tagesgeld und Staatsanleihen (mal von den griechischen abgesehen) ist die ausgelobte Dividende von 1,70 bei einem Kurs von 44,39 € (Rendite 3,8%) auch als durchaus attraktiv zu bezeichnen.
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