Kommentar vom 21.05.12
Investorcaasy
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Facebook trotz verpatztem Börsenstart oben auf?
1. Unternehmensprofil
Das Social-Media-Netzwerk Facebook, Inc. wurde im Februar 2004 von den damaligen Studenten Mark Zuckerberg, Dustin Moskovitz, Chris Hughes und Eduardo Saverin in einem College-Schlafsaal mit der Vision gegründet die Welt offener und vernetzter zu gestalten. Wer sich auf der Online-Plattform Facebook registriert, kann sich virtuell mit seinen Freunden und Familienmitgliedern verbinden und via Fotos und Pinnwandeinträgen Erlebnisse, Statements und Onlinebeiträge teilen. Neben dem persönlichen Ausdruck dessen, was sie bewegt, bietet Facebook Nutzern auch die Möglichkeit, sich zeitnah darüber zu informieren, was in ihrer Stadt und in ihrem Netzwerk vorgeht. Facebook beschäftigt heute über 3.500 Mitarbeiter und ist insgesamt 104 Milliarden Dollar wert.

2. Einnahmen
Beim Start von Facebook stand für die Gründer fest: der Dienst soll kostenlos bleiben. Umsätze generiert das Unternehmen durch Werbung. Möglichkeiten dazu sind die Facebook Ads, mit denen Facebook im Auftrag von Geschäftstreibenden gezielt auf Profilseiten werben kann. Was jeden Einzelnen interessiert, wird durch die berühmten „Like“-Buttons, durch Angaben zu Interessen und Arbeitsplätzen und durch Informationen zu Alter und Bildung deutlich. Damit wirbt der Social-Media-Konzern so spezifisch wie kaum ein anderes Unternehmen. Wenn z.B. eine Frau angibt, sie sei verlobt, kann Facebook diese Angaben an einen Brautladen verkaufen, der dann auf der Startseite dieser Frau wirbt. Eine weitere Werbemöglichkeit sind „Sponsored Stories“: ein Restaurant, das auf Facebook empfohlen wird, kann diesen Post kaufen und in der Freundesliste von Usern weiter verbreiten.

3. Finanzierung
Facebook hat in mehreren Finanzierungsrunden rund 1,24 Milliarden Dollar Kapital eingesammelt. Der erste Investor war der Internet-Unternehmer Peter Thiel. Auch der Softwarekonzern Microsoft hat sich an dem Unternehmen beteiligt. Das russische Investment-Unternehmen Mail.ru Group (früher Digital Sky Technologies) schoss in mehreren Schritten knapp 500 Millionen Dollar hinzu. Im Januar 2011 beteiligte sich nach einem bislang unbestätigten Bericht der New York Times auch die US-Investmentbank Goldman Sachs mit rund 400 Millionen Dollar. Das Geldhaus soll zudem eine besondere Anlageform entwickeln, über die ausgewählte Kunden in Facebook investieren können. So sollen weitere 1,5 Milliarden Dollar zusammenkommen.[51] Mehrere Konzerne, darunter Yahoo und Viacom, versuchten, Facebook vollständig zu übernehmen, die Gründer lehnten jedoch alle Angebote ab. 2011 besaß das Unternehmen somit 4,899 Milliarden Euro.

4. Mitglieder
Facebook besitzt zurzeit ca. 900 Millionen Mitglieder weltweit. Jeden Monat gewinnt die Plattform ca. 15 Millionen neue Nutzer. Das Jahreswachstum im Dezember 2011 gegenüber Dezember 2010 betrug +36,7 % (ca. 214,6 Millionen). Die mitgliederstärksten Länder sind die Vereinigten Staaten (157,4 Mio.), Indonesien (41,8 Mio.) und Indien (41,4 Mio.). Mitgliederschwächste Länder sind Amerikanisch-Samoa (180), Âland (100) und Vatikanstadt (<20). Deutschland rangierte Ende 2011 mit 22,1 Millionen Nutzern auf Rang 10. Das stärkste Wachstum verzeichnete 2011 Süd-/Mittelamerika mit 77,3 %, gefolgt von Afrika mit 62,3 %.

Die Marktdurchdringung (Verhältnis der Facebook-Mitglieder zu gesamten Bevölkerung) beträgt aktuell 11,7 %. Den höchsten kontinentalen Wert kann man hierbei in Nordamerika verzeichnen (50,3 %). Europa besitzt eine Marktdurchdringung von 26,1 %. Das Land mit der dichtesten Marktdurchdringung ist Monaco mit 103,9 % (Im Dezember 2011 haben sich effektiv mehr Personen bei Facebook eingeloggt als die Gesamtzahl der registrierten Einwohner Monacos.). Die geringste Marktdurchdringung besitzt China mit 0,04 %.

Der weltweite Altersdurchschnitt aller Facebook-User betrug Ende 2011 29,4 Jahre. In den Vereinigten Staaten liegt der Altersdurchschnitt sogar bei 34 Jahren, in Deutschland nur bei 29,7 Jahren. Das tiefste Durchschnittsalter besitzt Vietnam (23,7 Jahre). Durch die hohen Wachstumsraten wird der Wert in Asien und Süd-/Mittelamerika voraussichtlich noch weiter sinken.

Facebook ist insgesamt in 211 Ländern vertreten und besitzt 77 verschiedene Sprachausgaben.

5. Kritik
Neben einer generellen Kritik am Datenschutz bei Facebook (besonders nach einem Bericht der Stiftung Warentest) gibt es mehrere Mängel, die die Plattform aufweist:

Eine anonyme Registrierung: ca. fünf bis sechs Prozent der angemeldeten Konten sind entweder nicht echt oder von einem Nutzer doppelt angelegt, was durch die Nicht-Überprüfung der Identität eines Benutzers bei der Anmeldung bedingt ist)

Das Ausspionieren fremder Kontakte: durch das Nicht-Überprüfen, ob die Person, welche ein Facebook-Konto veröffentlicht, auch der Besitzer der angegebenen E-Mail-Adresse ist, kann der Nutzer mit der Funktion „Freunde finden“ 20 Personen sehen, mit denen der E-Mail-Besitzer Kontakt hatte.

Offenlegung privater Daten bei bloßer Kenntnis der E-Mail-Adresse: Facebook hat eine Kooperation mit den Mailprovidern GMX und Web.de, wodurch der Absender einer E-Mail an einen Facebook-Nutzers darüber informiert wird, dass der Empfänger bei Facebook registriert ist.
Personalisierte Werbung: Wie oben schon erwähnt, ließ der Konzern ab 2007 bei mehr als 50 Millionen registrierten Nutzern personalisierte Werbung zu. Dabei sollen den bislang 60 interessierten Konzernen und Unternehmen persönliche Daten der Nutzer zur Verfügung gestellt worden sein.

Verwertung von Nutzerdaten: im Februar 2009 änderte die Plattform die Nutzungsbedingungen, dahin gehend, dass das Unternehmen die Daten von Mitgliedern zeitlich unbegrenzt verwenden darf – auch nach Löschung bzw. Deaktivierung eines Nutzerkontos.

Auswertung/Nutzung durch Nachrichtendienste und Polizei: der Nutzer stimmt mit der Einwilligung der Datenschutzbestimmungen von Facebook automatisch der Nutzung und Verwendung aller Personendaten von mit Facebook kooperierenden Partnern zu. Hierzu gehören auch deutsche und ausländische Polizeibehörden sowie die CIA und staatliche Stellen der USA. Das erklärte politische Ziel der USA ist es, Touristen bereits vor einer Einreise in die USA überprüfen zu können.

Veröffentlichung von privaten Nutzerdaten: mit der Änderung der Standarteinstellungen zur Privatsphäre 2009 konnten nun einige Nutzerinformationen nicht mehr verborgen werden.

Extremistische Einträge: Auf Facebook existieren zahlreiche Benutzerseiten mit extremistischem Inhalt, z.B. Seiten zu Diktatoren, gegen die nicht vorgegangen wird. Im April 2009 sammelte eine Nutzerin über 200 Nazi-Seiten mit Namen wie beispielsweise „Erwin Rommel Fan Club“ oder „Holocaust Party“.

Speicherung der Daten von Nicht-Mitgliedern: Facebook bietet den Nutzern von Smartphones eine kostenlose Software (App) an, um ihre Kontakte aus ihrem Telefonbuch mit den Kontakten in Facebook zu synchronisieren. Dabei wurden, wie 2010 bekannt wurde, sämtliche Nach- und Vornamen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen und Geburtstage auch von Nicht-Mitgliedern hochgeladen und gespeichert.

Weitergabe der Benutzeridentitäten durch Facebook-Applikationen an Drittanbieter
Bösartige Scripte: die durch Facebook-Funktionen sich verbreitende bösartige Scripte belästigen Benutzer und spionieren sie aus. Facebook informiert seine Kunden jedoch kaum darüber.

Erschwertes Löschen des eigenen Nutzerkontos: dieses Deaktivieren kann sich durch zahlreiche Bearbeitungsschritte über mehrere Monate hinziehen. Außerdem sind fortgeschrittene Computerkenntnisse von Nöten, z.B. das gezielte Löschen von Cookies.

Facebook-Partys: es gibt inzwischen unzählige Fälle dieser Partys, bei denen Nutzer versehentlich bei dem Erstellen einer Veranstaltung bei Facebook die Option „öffentlich“ nicht deaktiviert hatten. Somit konnte jeder die Veranstaltung einsehen und Zu- bzw. Absagen. Als Beispiel kann man die Geburtstagsparty eines jungen Mannes in Numborn bei Heusweiler (Saarland) nehmen, bei der rund 2000 Menschen erschienen. Die rund 160 anwesenden Polizeibeamten mussten 69 Personen wegen Landfriedensbruch, Körperverletzung und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz festnehmen.



6. Die Sammelklage
Am 18.05.2012, also zeitgleich mit dem Börsenstart, reichten mehrere Nutzer eine Klage wegen Missachtung des Datenschutzes ein. Sie behaupteten, Facebook habe ihre Schritte im Internet selbst dann noch aufgezeichnet, nach sie die Website bereits geschlossen hätten. Pro Tag und Nutzer verlangten die Kläger 100 Dollar als Wiedergutmachung und Strafe, bis zu 10.000 Dollar pro Person. Insgesamt bezieht sich die Klage auf 15 Milliarden Dollar

7. Der Börsengang am 18. Mai 2012
Um 17.30 Uhr nach deutscher Zeit wurde die Facebook-Aktie an der Technologiebörse Nasdaq in New York erstmals gehandelt. Die Preisspanne lag vor Börsenstart bei 34 bis 38 Dollar pro Aktie und musste in den Wochen davor immer wieder erhöht werden, da das Interesse der Investoren immer größer wurde. Doch der erste Börsentag fiel ernüchternd aus: Nachdem der Preis pro Aktie bei Eröffnung der Börse schließlich bei 38 Dollar lag, schoss er direkt um über 12 % nach oben auf ca. 45 Dollar. Doch im Laufe des Tages sank der Kurs immer weiter. Die an dem Börsengang beteiligten Banken kauften daraufhin mehrere Aktien des Unternehmens, um den Kurs wieder aufzurappeln. Der Schlusskurs lag schließlich, mit einem Plus von 0,65 % bei 38,23 Dollar. Dennoch hat das Unternehmen mit dem Börsengang 16 Millionen Dollar eingenommen.
Dass das Börsendebüt des Internetunternehmens so bescheiden ausfiel, kann man auch den Pannen zuschreiben, die im Laufe des Handelstages stattgefunden hatten: So mussten einige Investoren stundenlang auf die Ausführung ihrer Kauforder warten, was durch ein „Problem bei der Zustellung von Ausführungsnachrichten für Facebook-Aktien“ bedingt war.

8. Langfristige Analyse
Auch wenn man keineswegs von einem gelungenen Börsenstart reden kann, so hat das Unternehmen jedoch ein riesen Potenzial, was Wachstum und Vermarktung betrifft. Durch den aufstrebenden Markt in Asien und Süd-/Mittelamerika steht dem Konzern eine rosige Zukunft bevor, da zum einen die Nutzer immer jünger werden und zum anderen zukünftig auch ältere Menschen als Kunden zur Verfügung stehen. Durch die Popularität wird verhindert, dass der Kurs fällt, wie bei den Börsenstarts anderer Internetplattformen (wie z-B. bei LinkedIn oder Groupon). Dennoch sollte in Zukunft vor allem der Umgang mit dem Datenschutz überdacht werden, um den weiteren Weg des Unternehmens nicht zu gefährden. Doch in den nächsten Monaten wird der Kurs erst mal kräftig steigen, denn das Interesse an der Aktie wurde nach dem ersten Handelstag nicht vermindert.


Ich hoffe, ich konnte euch bei der Wahl dieser Aktie helfen und hoffe, ihr könnt mir eure Verbesserungsvorschläge und Kritik mitteilen, damit ich meine Kommentare in Zukunft noch verbessern kann.
Euch allen eine erfolgreiche Woche, hoffentlich mit der Facebook-Aktie!

Verwendete Quellen:
http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/marktberichte/wallstreet-vorschau-boerse-nach-facebook-desaster-im-abwaertstrend/6651132.html
http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/marktberichte/wallstreet-vorschau-boerse-nach-facebook-desaster-im-abwaertstrend/6651132.html
http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/marktberichte/wallstreet-vorschau-boerse-nach-facebook-desaster-im-abwaertstrend/6651132.html
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/facebook-wird-auf-15-milliarden-dollar-verklagt-a-833912.html
http://www.computerbild.de/artikel/cb-News-Internet-Facebook-Nutzer-Altersdurchschnitt-ist-gestiegen-5123493.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Facebook
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