Kommentar zur Aktie Solarworld

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Am 28.01.13
von Branchzero
zu Solarworld

Solarworld vor Insolvenz?

Solarworld vor Insolvenz?

In den letzten Tagen hört man Negativnachrichten von Solarworld. Folgt nun nach den Pleiten von Q-Cells und Centrotherm auch der einstige Vorzeigekonzern Solarworld? Siemens ist bereits aus dem Geschäft ausgestiegen auch Bosch hat hier mit massiven Verlusten zu kämpfen.
Nun teilte Solarworld mit, dass gravierende Einschnitte bei den Verbindlichkeiten nötig seien. Zu diesem Schluss kamen externe Prüfer. Eine zügige Einigung mit den Gläubigern ist laut Konzernchef Asbeck nicht zu erwarten. Das Eigenkapital ist von 928 Mio zum 30.09.11 auf 370 Mio (Stand 30.09.12) gesunken. Der Stand der Verbindlichkeiten konnte zwar von 1.272 Mio zum 30.09.11 auf 1.037 Mio zum 30.09.12 gesenkt werden. Diese Senkung geschah jedoch auf Kosten der liquiden Mittel welche im gleichen Zeitraum von 553 Mio auf 232 Mio sanken. Anhand dieser Zahlen wird deutlich Solarworld hat massiv Geld verbrannt. Auch ein Fehlbetrag von 230 Mio für die ersten 9 Monate bestätigt die massiven Probleme mit denen die Firma zu kämpfen hat.
Die durchgeführten Einsparungen beim Personal durch Kurzarbeit und Entlassungen werden meiner Meinung nach nicht ausreichen.

Doch wie konnte es so weit kommen:
Der Solarmarkt ist immer härter umkämpft. Insbesondere aus China kommt es zu starker Konkurrenz. Den Billigangeboten der Chinesen hat die heimische Solarindustrie bisher wenig entgegenzusetzen. Es herrschen massive Überkapazitäten. Bis diese abgebaut sein werden wird es vermutlich Jahre dauern. Erst wenn die Überkapazitäten abgebaut sind und sich infolgedessen die Preise erholt haben wird sich die Solarbranche nachhaltig erholen können. Fraglich ist, wie Solarworld so lange überleben will. Die Konkurrenz hat momentan bessere Finanzpolster und kann die Krise noch eine Zeit aussitzen.
Ich persönlich würde die Aktie sofort verkaufen oder sogar short gehen. Es ist noch nicht zu spät zu verkaufen oder short zu gehen, denn:

1. Es besteht die Möglichkeit einer Insolvenz.

2. Sollte es zu einer Einigung durch Gläubigerverzicht kommen werden auch die Aktionäre ihren Teil beitragen müssen. Einem einseitigen Verzicht werden die Gläubiger kaum zustimmen.
Der Aktioniär hat also nur die Wahl zwischen Insolvenz oder Kapitalerhöhung und wählt die Kapitalerhöhung als das vermeintlich kleinere Übel von beiden aus.

3. Angesichts der hohen Schuldenlast wird die Kapitalerhöhung enorme Ausmaße annehmen. Um die Schuldenlast z.B. durch Kapitalerhöhung oder Wandlung der Schulden in Aktien zu halbieren müssten zum gegenwärtigen Kurs von 1,15 € ca. 450 Mio Aktien neu ausgegeben werden. Dies würde zu einer Verfünfachung der Aktienzahl führen und damit zu einer enormen Verwässerung für die bisherigen Anteilseigner.

4. Selbst nach einer erfolgreichen Kapitalerhöhung mit Forderungsverzichten der Gläubiger wird es schwierig bleiben die Firma in die Gewinnzone zurückzuführen. Und selbst, wenn das gelingen sollte ist es fraglich, ob der Gewinn ausreicht um dann angesichts der höheren Aktienzahl Kurse jenseits von 1 € zu rechtfertigen.

5. Außerdem warten am 21.03.13 mit Veröffentlichung der Jahresbilanz sowie der Quartalsbilanz am 14.05.13 zwei weitere Termine mit eher negativen Nachrichten.

Zum Gesamtbild passt auch, dass Herr Asbeck jüngst das Schloss von Herrn Gottschalk gekauft hat.

Zum Abschluss noch ein Tipp für Shorties:
Bei Short-Investments würde ich immer mit Limit arbeiten. Außerdem genau auf den Break-even Punkt, die Laufzeit, sowie evtl. Knock-Out-Schwellen achten.


Quellen:

http://de.reuters.com/article/companiesNews/idDEBEE90O02Z20130125
http://www.solarworld.de/investor-relations/investor-relations/
Anmerkungen
Es sind noch keine Anmerkungen vorhanden.
Der obige Kommentar spiegelt ausschließlich die Meinung des Autors wider. Informunity übernimmt dafür keine Haftung.
Solarworld Aktie
Kurs: 0,37€     0,0% vs. Vortag
Kursentwicklung 3 Monate (Graue Fläche = DAX)  
Investor
Branchzero
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