Kommentar vom 01.06.10
AktieConergy
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Spekulation auf eine bessere Zukunft.
EINLEITUNG:
Conergy ist einer der bekanntesten deutschen Solarkonzerne. Bekannt bisher allerdings für seine Probleme und langanhaltenden Verluste. Man sprach daher schon Von Conergy als Zockerpapier.

Der Konzern ist aber durchaus interessant und man sollte differenziert betrachten, welche Stärken und Schwächen Conergy hat, warum man Verluste machte und ob es eine Chance gibt, die Verlustzone zu verlassen.

Zur Situationsbeschreibung eines Solarkonzernes mit einem Absatzschwerpunkt auf dem deutschen Markt gehört allerdings auch die Betrachtung der jüngsten politischen Veränderungen des ökonomischen Rahmensystems, insbesondere des EEG. Wie den meisten Aktieninteressierten bekannt sein dürfte, wurde das Erneuerbare-Energien-Gesetz (Kurzform = EEG), novelliert, was zu extremen Kursstürzen bei deutschen Solarfirmen führte.

Es reicht daher bei Conergy nicht, sich die fundamentalen Unternehmenszahlen als solche anzusehen, sondern, da die Solarenergie (in Deutschland) stark subventioniert ist, gilt es auch politische Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf das EEG zu betrachten.

Weiter gilt es die Entwicklungen des solaren Weltmarktes und die Konkurrenzstärke der Photovoltaik, als einer Variante der Solarenergie, im Vergleich zu anderen Energien herauszuarbeiten.

Es ist interessant, sich anzusehen, wie sich Conergy in diesem Umfeld positionieren kann. Wenn sie es schaffen (dauerhaft) in den Gewinnbereich zu kommen, könnte der Kurs sich sehr dynamisch entwickeln.


Folgende Punkte sollen analysiert werden:

1. Der solare Weltmarkt und seine aktuelle Entwicklung.
2. Rentabilität und Leistung der Solartechnologie.
3. Die EEG-Novelle.
4. Der Konzern Conergy. Grundsätzliches und Besonderes.
5. Conergy fundamental betrachtet.
6. Fazit.

ANALYSE:

1. Der solare Weltmarkt und seine aktuelle Entwicklung.

Der Markt für Photovoltaik (ab hier mit PV abgekürzt) stellt sich verschieden dar, je nachdem aus welcher Perspektive man es betrachtet.
Prinzipiell ist ein rasantes Wachstum des Gesamtmarktes festzustellen, mit Wachstumsraten von 69 % (2007) bis zu 85 % (2008) (1), von denen andere Branchen nur träumen können.

Differenziert:

AUS SICHT DER FIRMEN: Es zeichnet sich eine zunehmend härter werdende Konkurrenz ab, da das Angebot von Firmen die Module produzieren zunehmend wächst. Es scheint geradezu massive Überkapazitäten zu geben: "Weltweit gibt es eine extreme Überproduktion von Solarmodulen. Das kalifornische Beratungsunternehmen iSuppli erwartet für 2009 ein Angebot von 11,1 Gigawatt - bei einer Nachfrage von gerade einmal 4,2 Gigawatt." (2). Dieses Überangebot drückt naturgemäß stark die Preise des Produktes: "Kostete ein kristallines Solarmodul im Herbst 2008 noch 3,50 Euro pro Watt, waren es Ende des Jahres nur noch drei Euro. Mittlerweile liegt der Preis bei 2,60 Euro. Doch wer gut verhandelt, heißt es in der Branche, bekommt Module von namhaften Markenherstellern auch für 2,30 Euro - das sind 35 Prozent weniger als vor einem halben Jahr." (2).

Diese Überkapazitäten erzeugen massiven Druck auf die Unternehmen, umso mehr, da die asiatische Konkurrenz zunehmend stärker wird. So konnte China seine Weltmarktanteil von 28,1 % in 2007 auf 32,7 % in 2008 erhöhen, während Deutschland im gleichen Zeitraum von 20,5 % in 2007 auf 18,5 % abbaute (1). Diese Veränderungen mögen gering zu erscheinen, es ist jedoch zu beachten, dass diese in nur einem Jahr geschahen!

Der Preiskrieg scheint sich fortzusetzen:
„Angeführt wird der Preiskrieg von chinesischen Herstellern wie Suntech, Yingli oder Trina - allesamt angesehene Qualitätsanbieter. Auch Module der japanischen Konzerne Sharp und Kyocera sowie des deutschen Unternehmens Schott Solar sind nun viel preiswerter zu haben als vor wenigen Monaten. Selbst Branchenprimus Q-Cells senkt die Preise - sogar für bereits abgeschlossene Lieferverträge.
Und der Verfall geht immer weiter. Die Berater von iSuppli erwarten bis Ende des Jahres einen Modulpreis unter zwei Euro pro Watt. Noch weiter geht Jesse Pichel, Analyst bei der Investmentbank Piper Jaffray & Co.: In naher Zukunft werde es ein Zwei-Dollar-Modul geben, sagt er voraus. Umgerechnet wären das gerade einmal 1,70 Euro pro Watt“ (2)

Geradezu entlarvend scheint da, dass Solarworld-Chef Asbeck die Wettbewerber aus China wegen Wettbewerbsverzerrung und "unlauterer Methoden" kritisiert, insofern, dass sie unlimitierte staatliche Kredite bekämen ohne diese je zurückzahlen zu müssen (3). Asbeck mag in der Sache recht haben, allerdings wirkt dieser Vorwurf etwas hilflos. Kaum denkbar, dass die Bundesregierung oder sonst irgendwer den Chinesen wird vorschreiben können, welche Art der Industrieförderung sie machen.
Die Chinesen sind ja mittlerweile bekannt dafür in Wirtschaftsdingen nicht gerade zimperlich zu sein, schwer vorstellbar, dass sie in diesem Fall zurückstecken.

Die deutsche Solarindustrie ist also merklich unter Druck. Analysten der deutschen Bank sehen den Markt daher vor einer brutalen Marktbereinigung und ziehen Parallelen zum Platzen der Internetblase in 2000 (2).


AUS SICHT DER KÄUFER:
Hier gilt wie so oft: “Des einen Freud, des andern Leid“. Für die Käufer ist der Preiskrieg in der Solarbranche höchst erfreulich, werden mit den fallenden Modulpreisen bei weiterhin vorhandenen Subventionen laut EEG für Privatbetreiber doch die Renditen der Anlageklasse “Dachgold“ immer besser:
„Für Hausbesitzer, die sich eine Solaranlage kaufen wollen, sind das glänzende Aussichten. "Die Rendite ist so hoch wie lange nicht mehr", schwärmt ein Branchenkenner, "mindestens zehn Prozent pro Jahr." Zwar ist auch die Vergütung für Solarstrom gesunken - um eben jene acht Prozent, die das EEG vorschreibt. Doch die Einnahmen sind für die Anlagenbetreiber nur ein Teil der Kalkulation. Auf der anderen Seite stehen die Modulpreise. Und die fallen deutlich stärker als um acht Prozent.“ (2).

2. Rentabilität und Leistung der Solartechnologie.

Die Solartechnologie und insbesondere die Variante die Conergy produziert, die Photovoltaik, ist durchaus umstritten. Bestritten wird nicht ihre prinzipielle Funktionsfähigkeit, sondern ihre ökonomische Rentabilität.
Während die einen wie Solarworldchef Asbeck von einer solaren Welt träumen, meinen Kritiker, dass es sich um eine reine Subventionsbranche handele.

Die “Wahrheit“ in dieser Sache zu finden dürfte schwierig sein, insbesondere, da sich der Wirkungsgrad der PV-Technologie ja laufend verbessert. Es ist daher schwierig ein abschließendes Urteil über eine Technologie zu fällen, die sich laufend entwickelt. Entscheidend dürfte dabei das Erreichen der Netzparität sein:
“Im kommenden Jahr könnte dann endgültig der Durchbruch gelingen. Denn der norwegische Solarkonzern REC will ab 2010 Module für einen Euro pro Watt produzieren - das wären gut 60 Prozent weniger als die heutigen Verkaufspreise.
Natürlich kommen noch Zubehör, die Montage und eine Gewinnmarge hinzu, so dass man im Ergebnis mit etwa 1,85 Euro pro Watt rechnen muss. Doch auch das sind gut 50 Prozent weniger als heute.
Wenn man die Kostenreduktion auf den Strompreis überträgt, kommt dies einer Sensation gleich: Statt der geltenden 43 Cent pro Kilowattstunde würden 21 Cent ausreichen. Dies ist ziemlich genau der Preis von konventionellem Strom inklusive Netzgebühren, Steuern und Abgaben.
Mit anderen Worten: Solarstrom könnte innerhalb kürzester Zeit mit Steckdosenstrom konkurrieren. Experten sprechen von der sogenannten "Netzparität". (2)

Allerdings kann man nicht nur von der Zukunft sprechen sondern muss auch die Gegenwart in das Bild der Solartechnologie einbeziehen. Fakt ist, dass die PV trotz massiver Förderung bisher nur marginal zur weltweiten Energieerzeugung beiträgt. Selbst im Musterland der Solarindustrie, in Deutschland, trägt die Solarindustrie in 2008 nur 14 Petajoule zur Gesamtenergie bei, während Windkraft 145 Petajoule und Wasserkraft 75 Petajoule erbringen, ganz zu schweigen von den fossilen Energieträgern, die derzeit noch den Großteil des Energie – und Stromverbrauchs bestreiten (4). Auch wenn man sich das Ganze graphisch betrachtet und dies nur bezogen auf die erneuerbaren Energien (5), so muss man feststellen, dass die PV selbst unter diesen bisher nur eine marginale Rolle spielt. Allerdings kann sich dies langfristig ändern.

So kommt die Kritik, die PV als Subventionsbranche bezeichnet, nicht aus dem Nichts. Über das EEG wird der Normalbürger zum Subventionierer der Solarenergie. Da diese in Deutschland mehr als irgendwo auf der Welt ausgebaut wurde, hat dies schon merkliche Folgen für den Strompreis:
“Strom könnte bald um zehn Prozent teurer werden, der Hauptgrund laut einer Studie: die ausufernde Förderung der Solarbranche. (...)
In Wahrheit könnte der Solarboom teuer werden für die Verbraucher. Schon jetzt fördern sie den Sonnenstrom jährlich mit mehreren Milliarden Euro - über Aufschläge auf ihre Stromrechnung. 2011 sollen diese Zuschläge nun noch einmal deutlich steigen. Die Öko-Umlage, mit der Wind-, Solar- oder Biogasstrom finanziert werden, muss laut einer Vattenfall-Studie im kommenden Jahr um 1,8 bis 2 Cent pro Kilowattstunde erhöht werden - auf insgesamt bis zu 4,4 Cent einschließlich Mehrwertsteuer. Das an offiziellen Ökostrom-Prognosen beteiligte Leipziger Institut für Energie hält die Prognose für realistisch. Für die Verbraucher sind das schlechte Nachrichten: Der Strompreis würde schlagartig um zehn Prozent steigen - von rund 20 Cent auf 22 Cent. Ein Einfamilienhaushalt mit 5000 Kilowattstunden Verbrauch würde rund 100 Euro pro Jahr draufzahlen.
“ (6)
Der zu erwartende exzessive Ausbau der Solaranlagen wird auch in Hinblick auf die Kostenstrukturen der Industrie von manchen kritisch betrachtet:
“Auch in der Koalition wird der Öko-Boom mit Sorge betrachtet. "Für die Industrie ist die Kostenexplosion bedenklich", sagt Joachim Pfeiffer, wirtschaftspolitischer Sprecher und Energieexperte der CDU. "Die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen wird durch die hohe Öko-Abgabe gemindert, in einer ohnehin schwierigen Zeit."
“ (6)

Das Absurde: nur 2 % des Stroms werden derzeit mit Sonnenenergie produziert. (6) Die Solarzellenindustrie wächst seit Jahren exponentiell.
Subventionierung muss nicht schlecht sein und viele Technologien bedurften eines Anschubes. Allerdings ist der Unwillen bei jenen spürbar die dies bezahlen müssen. Es könnte zu weiteren Kürzungen der Solarsubventionen kommen, mit schlechten Folgen für die Gewinne von Conergy. Hier spielen leider politische Weichenstellungen hinein, die schwer vorhersehbar sind und sich mitunter von Koalition zu Koalition ändern.

3. Die EEG-Novelle.

Ganz offensichtlich ist die Solarindustrie auch von staatlichen Subventionen abhängig. Bisher war es die Einspeisevergütung, die Solaranlagen zu einem beliebten Anlageobjekt auch für Privatleute machte. Die Einspeisevergütung beträgt weit mehr als der durchschnittliche Strompreis, konkret 31,94 Cent (7).

Das EEG wurde nun aber massiv überarbeitet. Unter anderem wird die Vergütung von Solarzellen auf Äckern völlig gestrichen (8). Dies wird massiv kritisiert, da es sich hier gerade um die billigste Solarenergie handle: “
So habe der Koalitionsausschuss beschlossen, die Vergütung für Solarstromanlagen auf Ackerflächen vollständig streichen zu wollen. Damit werde der Versuch unternommen, ausgerechnet die mit weitem Abstand billigste Form der Solarstrom-Erzeugung in Deutschland abzuschaffen. Nach dem ursprünglichen Vorschlag von Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen, der eine 25-prozentige Senkung der Vergütung für diesen Anlagentyp vorsieht, hätte auf Äckern künftig Solarstrom zu 21,32 Eurocent je Kilowattstunde erzeugt werden sollen - das entspreche dem Preisniveau für den mit Boni geförderten Strom aus Biomasse.

Als Begründung für den Ausschluss der Ackerflächen aus der Förderung werde die Flächenkonkurrenz mit der Produktion energetisch verwertbarer Biomasse angeführt.
“ (8).

Das Außmaß der Kürzung unterliegt fortwährenden Diskussionen, sicher aber scheint, dass es eine Kürzung der Förderung um 16-17 % geben wird. (9) Je nach der Stärke des Ausbaus soll die Kürzung umso heftiger ausfallen: “

Sollte der Zubau neuer Solaranlagen in einem Jahr 3000 Megawatt übersteigen, soll den Regierungsplänen zufolge eine zusätzliche Fördersenkung um 2,5 Prozentpunkte, bei mehr als 3500 Megawatt eine Senkung um fünf Prozentpunkte vorgenommen werden, hieß es weiter. Insgesamt würden die Vergütungssätze dann zwischen 28,5 und 31 Prozent heruntergefahren.
“(9) was man durchaus als eine Deckelung der solaren Industrie verstehen kann.

Insofern kann es nicht verwundern, dass es zu Jahresanfang durchaus zu einem Ausverkauf der Solarwerte mit panikartigen Zügen kam.
Durch die geplante stufenweise Absenkung der Förderung wird es für Solarkonzerne jedes Jahr herausfordernder, noch Gewinne zu erwirtschaften. Um dies zu erreichen müsste der Wirkungsgrad der Module jedes Jahr mindestens genauso viel besser werden, wie die Förderung abnimmt.

4. Der Konzern Conergy. Grundsätzliches und Besonderes.

Conergy ist ein Konzern mit 1.400 Mitarbeitern und in 16 Ländern Vertreten. So ist man in Europa, Asien, Australien und Amerika und hat insgesamt 25 Standorte, was eine hohe Anzahl bei 1400 Mitarbeitern ist (10). Conergy erwirtschaftete daher 2009 auch mehr als die Hälfte der Umsätze außerhalb Deutschlands, worin sich eine gewisse Tendenz zur Diversifizierung nach Ländern abzeichnet.
Das Kerngeschäft von Conergy ist die Photovoltaik. In diesem Bereich versucht Conergy die ganze Wertschöpfungskette abzudecken: Entwicklung, Produktion, Projektierung, Finanzierung und Vertrieb.

Darüberhinaus ist man auch im Bereich Bio- und Windenergie sowie bei solarthermischen Großkraftwerken aktiv, in der Sparte "Epuron" (11). Auch stellt man Wechselrichter und Überwachungssysteme her.

Das Abdecken der ganzen Wertschöpfungskette könnte ein Vorteil aber auch ein Nachteil sein, ebenso wie das Engagement in so verschiedenen Technologien wie auch der Entwicklung. Einerseits hat man so in verschiedenen Feldern die Chance mitzuspielen. Andererseits besteht die Gefahr, dass man sich verzettelt und auf jedem Einzelfeld spezialisierten Konkurrenten gegenübersteht, die kostenschlanker produzieren.

Auffällig ist an Conergy, dass sie seit Q1/2008 fast andauernd Verluste erwirtschaften (12). In Q1-Q3 2009 hat sich der Umsatz auf 345,2 Mio. € halbiert, was eine Spätfolge der Finanzkrise sein kann. Problematisch ist auch, dass der bisherige Kernmarkt Spanien wegen deren Finanzsituation von 312,9 Mio € Umsatz auf 16, 5 Mio € Umsatz einbricht (12).

Auch gibt es ernstliche Probleme im Finanzbereich. Conergy hat eine Eigenkapitalquote von nur 18 %, muss also laufend Kredite finanzieren. Man hat 304 Mio € Schulden, davon 236 Mio € kurzfristiger Schulden. Auch gab es kürzlich Probleme bei der Refinanzierung (13). Ein Konzern, der nahe am fianziellen Abgrund operiert.

Aktuell gibt es allerdings einen Hoffnungsschimmer. Die Unternehmung schrieb in Q4/2009 erstmals seit 2007 wieder schwarze Zahlen (14). Allgemein sind die Verluste im letzten halben Jahr merklich geringer geworden, so dass man jetzt immnerhin nahe an der Gewinnschwelle operiert (15). Positiv daran ist auch, dass dies bei seit 2008 sinkenden Umsätzen erreicht wurde, was zeigt, dass das Management durchaus versteht Kosten zu senken.

5. Conergy fundamental betrachtet.

Bei einem Kurs von 0,76 € ist der innere Wert nach Buffett modifiziert bei -1,50 €, denn es gibt Verluste, also Wertvernichtung. In 2011 dürfte man laut Onvista 0,03 € Gewinn per Share machen, also
bei einem Inneren Wert von 1,50 € nach Buffett modifiziert liegen. Allerdings ist dies Zukunftsmusik.

Die Gewinnentwicklung in letzter Zeit ist sehr positiv von -4,76 € per Share auf -0,04 € In 2010 und immerhin + 0,03 € in 2011 erwartet (16). Es könnte sich also um eine Turnaroundstory handeln.

Allerdings muss man sagen, dass eine Firma die Verluste macht, fundamental schwer zu bewerten ist, entfallen doch eine Reihe von wichtigen gewinnbezogenen Kennzahlen.

Die leichten erwarteten Gewinne in 2011 könnten ein Lichtblick sein, allerdings ist selbst bezogen auf sie ein dann auszurechnender KGV von 25,45 für 2011 sehr hoch.

6. Fazit.

- Die Gewinne entwickeln sich gut, insofern, dass die Verluste immer geringer werden und man an die Gewinnzone heranrückt.
Allerdings weiß man nicht ob dieser Trend sich langfristig fortsetzt.

- Die Bearbeitung vielfältiger Geschäftsfelder mit nur 1.400 Mitarbeitern birgt die Gefahr der Verzettelung. In der Abdeckung der gesamten Wertschöpfungskette und der Forcierung von Entwicklung der PV und weitere Technologien liegt die Gefahr zu hohe Gesamtkosten zu haben und in den einzelnen Geschäftsfeldern deshalb spezialisierten und kostenschlanken Wettbewerbern zu unterliegen.

- Das Überangebot im Solarmarkt und die daraus folgenden fallenden Modulpreise setzen auch Conergy unter Druck. Erschwerend kommt der Subventionsabbau im wichtigsten Markt Deutschland hinzu.

- Die Gewinnentwicklung lässt hoffen, allerdings ist Conergy selbst für die prognostizierten niedrigen Gewinne des jahres 2011 zu teuer mit einem KGV von 25,25.

- Darüberhinaus sind die finanziellen Probleme der Schuldenlast und EKQ von nur 18 % ein echtes Risiko.

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Man kann Conergy spekulativ kaufen, wegen der positiven Gewinnentwicklung der letzten Jahre und in der Hoffnung, dass man bald dauerhaft in die Gewinnzone rutscht.

Allerdings hätte dieser Kauf einen stark spekulativen Charakter, wegen der noch existierenden roten Zahlen, abgesehen von ihrer Tendenz, wegen der starken Konkurrenz im Solarmarkt, dem Subventionsabbau in Deutschland so wie der großen Finanzlast.

Wer eine sichere Geldanlage sucht sollte sich wegen der vielfältigen Risiken nach anderen Anlagen umsehen.


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Quellen:
(1) http://www.eco-world.de/scripts/basics/econews/basics.prg?session=42f941394b3f6062_113&a_no=19768&medium=schuessler

(2) http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,612539,00.html

(3) http://www.focus.de/finanzen/news/photovoltaik-solarworld-chef-wirft-chinesen-unlautere-methoden-vor_aid_499780.html

(4) http://de.wikipedia.org/wiki/Erneuerbare_Energie#Aktuelle_Bedeutung_und_Entwicklungen

(5) http://www.google.de/imgres?imgurl=http://www.gate4engineers.de/fileadmin/user_upload/images/ingenieurwelt24/PNG_Tabellen/Entw_Erneuerbare_Energien_Deutschland.png&imgrefurl=http://www.gate4engineers.de/branchen/erneuerbare-energien.html&usg=__6flSfQTu4OfENc72UUWRUFS5Sp0=&h=779&w=976&sz=40&hl=de&start=1&sig2=Dy96YYWxbYei7wkywKjFbg&um=1&itbs=1&tbnid=FTdIIY23MZPgMM:&tbnh=119&tbnw=149&prev=/images%3Fq%3Derneuerbare%2BEnergien%2BDeutschland%26um%3D1%26hl%3Dde%26rlz%3D1R2GGLL_de%26tbs%3Disch:1&ei=uZDMS9bBNoOmmwPpw8zhBQ

(6) http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,684616,00.html

(7) http://www.eeg-novelle.de/eeg-novelle_fotovoltaik.html

(8) http://www.solarserver.de/news/news-12259.html

(9) http://www.manager-magazin.de/geld/artikel/0,2828,672170,00.html

(10) http://www.conergy.de/desktopdefault.aspx/tabid-2265/3191_read-9939/

(11) http://www.conergy-group.com/desktopdefault.aspx/tabid-2188/3057_read-9776/

(12) http://www.conergy-group.com/desktopdefault.aspx/tabid-2308/3217_read-9965/

(13) http://analysen.onvista.de/empfehlungen/artikel/23.03.2010-13:10:23-conergy-verkaufen?suche=bbbe45331c00ad3f2e863b1da0e3d4e6

(14) http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/Conergy-erstmals-seit-Fast-Pleite-2007-operativ-in-schwarzen-Zahlen-744338

(15) http://www.informunity.de/sd/STID-43/Aktie-Conergy.htm

(16) http://aktien.onvista.de/kennzahlen/fundamental.html?ID_OSI=4059839
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