Kommentar vom 25.06.13
InvestorMEAG
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Kabel England? Was Kabel Deutschland für Vodafone bereithält
Vodafone will Kabel Deutschland schlucken und der Kabelriese aus Unterföhring hat offenbar nichts dagegen. Für das britische Mobilfunkunternehmen wäre es der größte und teuerste Einkauf seit Jahren aber auch einer, der auf Dauer zu einer äußerst profitablen Investition werden könnte. Der Kabelmarkt in Deutschland könnte sich allerdings dadurch deutlich verändern.



Der britische Mobilfunkriese Vodafone macht also ernst und will mit Kabel Deutschland den führenden deutschen Kabelnetzbetreiber schlucken. Ein kostspieliger Deal, denn gut drei Jahre nach seinem Börsengang ist die Aktie des Unterföhringer Kabelkonzerns aufgebläht auf einen Wert von über 85 Euro. Sogar 87 Euro je Aktie ist Vodafone bereit zu zahlen. Zum Vergleich: Ausgegeben wurde sie im März 2010 für 22 Euro. Doch der mittlerweile hohe Preis bedeutet im Umkehrschluss natürlich auch, dass sich das Unternehmen Kabel Deutschland für seine Anteilseigner in den letzten Jahren als hochprofitabel erwiesen hat.



Quasi als Bestätigung seiner gesunden Geschäftsbilanzen legte der Netzbetreiber am Montag seine Abschlusszahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2012/13 (1. April 2012 bis 31. März 2013) vor. Demnach stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,7 Prozent auf 1,83 Milliarden Euro. Der operative Gewinn konnte im gleichen Zeitraum sogar um 8,4 Prozent auf 862 Millionen Euro gesteigert werden. Und das Ende der Fahnenstange scheint noch nicht erreicht, denn gerade in den wachstumsstärksten Bereichen Breitband-Internet und HDTV vermuten Analysten auch weiterhin ein großes Wachstumspotential. Denn bisher ist nur ein Teil des Netzes tatsächlich voll ausgebaut und nutzt das volle Frequenzspektrum bis 862 MHz.


Erst im März hatte Lorenz Glatz, Chief Technologie Officer bei Kabel Deutschland, im Rahmen des Cable Congress 2013 mitgeteilt, dass derzeit erst rund 30 Prozent der Netze das volle Frequenzspektrum nutzen würden. Einen weiteren Ausbau hat der Netzbetreiber mit dem 300-Millionen-Euro-schweren Investitionsprogramm „Alpha“ bereits für die nächsten beiden Jahre angekündigt. Gute Voraussetzungen also für Vodafone, ein gesundes Unternehmen mit einer ausgebauten Infrastruktur zu übernehmen. Doch tatsächlich tut der Netzausbau auch Not, denn andere Netzbetreiber wie Unitymedia Kabel BW haben hier längst vorgelegt. Zusätzlich könnte eine mittelfristig zu erwartende Analogabschaltung dem Netz zusätzliche Kapazitäten für digitale Dienste wie HDTV und Breitband-Internet bringen.
Mit voll ausgebauten Netzen wäre Vodafone in der Lage attraktive Kombipakete aus all seinen Diensten (Mobilfunk, Internet, Festnetz-Telefonie und Fernsehen) anzubieten, ohne in weiten Teilen Deutschlands auf die Netze der Deutschen Telekom angewiesen zu sein. Diese Pakete gelten beim Kunden als besonders beliebt und sorgen im Allgemeinen auch für eine größere Kundentreue als Einzelpakete. Zudem sind diese auch für die Großkunden der Netzbereiber, die Wohnungswirtschaft, ein immer wichtigerer Faktor, da diese ihren Mietern darüber eine rundum-Versorgung mit allen Diensten anbieten kann. Mit einem voll ausgebauten Koaxialnetz hätten die Briten dafür sogar eine leistungsfähigere Infrastruktur als vielerorts die Deutsche Telekom. Für Vodafone also augenscheinlich trotz des hohen Preises ein lohnendes Geschäft, zumal sich die Kabelbranche nach Ansicht der meisten Analysten in den nächsten Jahren deutlich dynamischer entwickeln dürfte, als der Mobilfunkbereich, in dem die Gewinnmargen dank der Konkurrenz durch Billiganbieter deutlich gesunken sind.


Bei all diesen Faktoren sind die Kabelnetze jedoch auch deshalb so wertvoll und so profitabel, weil der Besitzer faktisch ein Monopol auf ihre Nutzung hat und seinen Wettbewerbern keinen Zugang gewähren muss. Anders als etwa bei der Deutschen Telekom, bei der Vodafone selbst schnelle DSL-Leitungen für ihre Dienste anmietet. Daher dürfte ein wichtiger Faktor bei einer Übernahme von Kabel Deutschland durch Vodafone auch die Bundesnetzagentur sein.
Denn für den Fall, dass tatsächlich ein Duopol bei der Netzinfrastruktur zwischen der Deutschen Telekom und Vodafone entsteht, bei dem beide großen Marktteilnehmer die gleichen Dienste anbieten, wäre es denkbar, dass der große Gegenspieler der Bonner dann auch seine Netze für andere Anbieter ein Stück weit öffnen muss, um einen funktionierenden Wettbewerb zwischen beiden Mitspielern zu gewährleisten. Sollte dies geschehen, so würde für das Kabelnetz eine völlig neue Marktsituation entstehen.


Fast elf Milliarden Euro bietet Vodafone für Kabel Deutschland. Die Offerte der Briten erscheint so verlockend, dass die Münchener akzeptieren und den Bieterwettstreit beenden. Doch was bedeutet das für die Kunden?


Die Führung von Kabel Deutschland empfiehlt den Aktionären, dieses Gebot anzunehmen.

Damit könnten die rund 8,5 Millionen Kunden der Münchner künftig zu Vodafone-Kunden werden. "Gemeinsam haben wir die Chance, der führende Telekommunikations- und TV-Anbieter in Deutschland zu werden und eine einzigartige schlagkräftige Kombination aus Festnetz und Mobilfunk zu schaffen", erklärte Vorstandschef Adrian von Hammerstein am Montag. "Es geht um Wachstum", sagte Vodafone-Chef Vittorio Colao.


Allerdings gibt es noch Hürden. Kabel-Deutschland-Aktien befinden sich weitgehend im Streubesitz, was eine Übernahme erschwert. Größter Aktionär ist der Finanzinvestor Blackrock mit rund zehn Prozent. Zudem muss das Kartellamt dem Milliarden-Deal seinen Segen geben. Die Übernahme wäre der größte Medien- und Telekommunikationsdeal in Deutschland seit mehr als einem Jahrzehnt. Das könnte den Wettbewerb anheizen – zum Vorteil der Kunden.


Offen ist aber auch noch, wie der Mitbieter Liberty Global reagiert. Der zum Imperium des Murdoch-Rivalen John Malone gehörende US-Kabelgigant könnte Vodafone noch dazwischen funken. Die Amerikaner hatten bereits einen vorläufigen Vorschlag bei den Münchnern eingereicht – dabei kursierte ein Preis von 85 Euro. "Der Kampf um Kabel Deutschland kommt nicht unerwartet", meint Ralf-Dieter Wagner vom Beratungsunternehmen Accenture. "Das ist die nächste Stufe der Konsolidierung, die sich in der Infrastrukturbranche in Deutschland und im europäischen Ausland schon seit einiger Zeit abzeichnet."



Allerdings müssten sie die Wettbewerbshüter überzeugen. "Vermutlich wird das Kartellamt aber hier besonders genau hinsehen, weil Liberty Global mit Unitymedia bereits eine sehr marktstarke Position innehat", sagt Armin Rott, Professor für Medienökonomie an der Uni Hamburg, zu Handelsblatt Online. "Das Kartellamt war in der Vergangenheit hier stets bemüht, ein Kabel-Monopol zu verhindern." Vodafone-Chef Colao rechnet indes nicht mit dem Widerstand der Wettbewerbshüter.


Was kann passieren?

Angebot wird abgelehnt :
-> Höheres Angebot von Vodafone -> Aktie steigt.
-> kein neues Angebot -> Aktie sinkt rapide
-> Liberty Global bietet sich mit Vodafone hoch -> Aktie auf Buy einzustufen -> Aktie steigt.
Kartellamt lässt Fusion nicht zu:
-> Aktie wird hohen Wertverlust hinlegen

Angebot von Vodafone wird angenommen:
-> wird in Vodafone kapitalisiert.
-> Aktie von Vodafone wird etwas steigen, nicht unbedingt nennenswert.


Fazit:
Es zeichnet sich ab, dass Kabeldeutschland noch höher eingestuft wird als 87 € / Aktie, ein Buy wäre sicher nicht falsch. Ich sehe bis zu 105 € noch alles offen.

Eigene Meinung:

Wer zocken will hat hier die Chance, ich tendiere zu einem risiko-reichem Short von 20.000+
Wieso? Ich denke das Kartellamt wird dazwischen funken.

Mal sehen wie es läuft ;)
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