Kommentar vom 17.10.13
AktieDürr
InvestorAndrej84
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Dürr genießt das Vertauen der Märkte - gesunde Auftragslage und Umsatzsteigerung bis 2014
Von Paul Dürr 1895 in Cannstatt gegründet ist die Dürr AG ein innovativer Weltmarktführer für Maschinen- und Anlagenbau hauptsächlich für die Automobilindustrie. Zu den Kunden zählen am Rande die Flugzeugindustrie, der Maschinenbau und die Chemie- und Pharmaindustrie, die zusammen ein Fünftel des Umsatzes ausmachen. Ihre vier Töchter:

- Paint ans Assembly Systems (Lackierereien Endmontagewerke/ Automobil- und Flugzeugindustrie)

- Application Technology (Lack-, Dichtstoff und Klebetechnik/ Robotnik) in Wolfsburg, Bietigheim-Bissingen und Bernried

- Measuring and Process Systems (Auswuchten und Reinigen/ Motoren-, Getriebebau und Fahrzeugendmontage)

- Clean Technology Systems ( neue Verfahren zur Energieeffizienz und Abluftreinigung)


Weltweit verfügt Dürr über 52 Standorte in 23 Ländern und beschäftigt rund 7.900 Mitarbeiter. Dürr erzielte im Geschäftsjahr 2012 einen Umsatz in Höhe von 2,4 Mrd. €.


Mit einer positiven Umsatzentwicklung im laufenden Geschäftsjahr von 2,4 bis 2,6 Mrd. € und einem Auftragseingang mit 2,3 bis 3,5 Mrd. € hebt Dürr die erwartete EBIT-Marge auf 7,5 bis 8,0% an.


Investitionen

Dürr modernisiert in seinem Hauptwerk in Bietigheim-Bissingen das weltgrößte Testcenter für Lackiertechnik um die verstärkte Nachfrage nach Lackierversuchen decken zu können. Die Fläche für Robotermontage wird deutlich erweitert, um betriebliche Abläufe zu verbessern. Dürr baut seinen Hauptsitz für knapp 10 Mio. € aufgrund der guten Wachstumsperspektiven weiter aus. Ein Zukunftsprojekt werden Tests zur automatisierten Fahrzeuginnenlackierung sein.
Bis Ende 2013 plant Dürr seine Fertigungsfläche am Standort Wolfsburg zu verdoppeln. Die Technologie zum Kleben von Karosserieteilen bietet den Kunden Kosten- und Qualitätsvorteile gegenüber dem Schweißen. Damit reagiert Dürr auf die gestiegene internationale Nachfrage seiner Klebetechnik aus China, Brasilien und Mexiko.
In Shanghai gründet Dürr für den Bereich Measuring and Process Systems mit rund 600 Mitarbeitern unter dem Dach der Schenck Shanghai Machinery Ltd. ein neues Kompetenzzentrum. Dürr plant mit der Produktion von Motoren- und Fahrzeugkomponenten in China und Südostasien wie in den vergangenen Jahren weiter stark auszubauen. Durch den Zusammenschluss dreier Standorte werden Synergieeffekte in Logistik, Fertigung, Engineering, Administration und Vertrieb realisierbar. Bereits im März 2012 hat Dürr einen neuen Fertigungsstandort in Shanghai für das Anlagenbaugeschäft bezogen. Zwischen 2005 und 2012 stieg der Konzernumsatz in China von 83 Mio. € auf 730 Mio. €, Measuring and Process Systems erzielte 2012 einen China-Umsatz von 135 Mio. €. Insgesamt beschäftigt Dürr in China rund 1.750 Mitarbeiter (inkl. Externe).

Unternehmenskennzahlen

Der Auftragsbestand (2,46 Mrd. €) sichert die Produktionsauslastung mindestens bis Mitte 2014 Geschäftsjar. Das Operative Ergebnis steigt um 14 %. Dürr hat im laufenden Geschäftsjahr viel in Kapazitätserweiterungen und Technologiezentren investiert.

Dürr konnte den Umsatz für das erste Halbjahr 2013 mit 1,13 Mrd. € auf Vorjahresniveau (Vj. 1,16 Mrd. €) halten. Die EBIT-Marge stieg um einen Prozent auf 7,3% (Vj. 6,2%). Der Auftragseingang lag mit 1,3 Mrd. € leicht unter dem sehr hohen Vorjahreswert (1,4 Mrd. €). Das Geschäft mit der Automobilindustrie war anhaltend stark und die Nachfrage aus dem allgemeinen Maschinenbau war leicht rückläufig. Ralf W. Dieter, Vorstandsvorsitzender der Dürr AG erwartet für die Zukunft eine hohe Auftragslage und Produktivitätssteigerungen. Für das zweite Halbjahr 2013 geht Dieter aufgrund des Auftragsbestands (2,4 Mrd. €) von deutlich steigendem Umsatz aus. Rund 60 % der Bestellungen kamen von Schwellenländern wie China, Brasilien und Mexiko. International ist die Nachfrage nach Produktionstechnik für die Automobilindustrie weiterhin stark.
In Nordamerika stieg die Nachfrage im zweiten Quartal. In Westeuropa waren Investitionen im Fahrzeugmarkt schwach.
Der Umsatz im Service-Geschäft stieg im ersten Halbjahr um rund sechs Prozent und machte ein Fünftel am Konzernumsatz aus.
Dürr erhöhte seine Investitionen um 36% auf 21,8 Mio. € an, um auf die gestiegene internationale Nachfrage reagieren zu können. Nach Kapazitätserweiterungen in China, Mexiko und am Firmensitz in Bietigheim-Bissingen, sind weitere an Standorten in Deutschland und Polen geplant. erstmals ist ein Testzentrum für Lackiertechnik in Japan geplant.
Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung stiegen mit 18,3% ebenfalls deutlich und erreichten 19,4 Mio. €.
Die Vertriebs- und Verwaltungskosten nahmen mit 5,7% nur moderat zu.
Das Finanzergebnis stieg um 2,6 Mio. € auf minus 10,2 Mio. €. Auf dieser Basis stieg das Ergebnis nach Steuern überproportional um 19% auf 52,4 Mio. €. Der operative Cashflow belief sich nach den ersten sechs Monaten 2013 auf 12,1 Mio. Der Nettofinanzstatus verbesserte sich im Vergleich zur Jahresmitte 2012 um 91,3 Mio. € auf 43,0 Mio. €. Trotz der Dividendenzahlung von 38,9 Mio. € erhöhte sich das Eigenkapital weiter auf 438,0 Mio. €. Die Eigenkapitalquote betrug 23,8%.
Finanzvorstand Ralph Heuwing erwartet zum Jahresende weitere Steigerungen der Kennzahlen. Zum 30. Juni 2013 beschäftigte Dürr 7.899 Mitarbeiter, acht Prozent mehr als im Juni 2012. In Deutschland wuchs die Belegschaft seit Anfang 2013 um 124 auf 3.536 Mitarbeiter.

Dürr hält seine Prognose für das Jahr 2013 ein. Der Umsatz soll 2,4 bis 2,6 Mrd. € erreichen, der Auftragseingang 2,3 bis 2,5 Mrd. € und die EBIT-Marge 7,0 bis 7,5%. Die Prognose für die Investitionen hat Dürr von 35 bis 40 Mio. € auf nunmehr 45 bis 50 Mio. € angehoben. Die Mitarbeiterzahl wird bis Ende 2013 voraussichtlich auf rund 8.000 steigen.

Wettbewerbsaussichten

Neben wenigen global agierenden Wettbewerbern gibt es einige lokale Wettbewerber. Die Fertigungstiefe im Konzern ist mit rund 25% relativ gering. Dadurch kann Dürr in einer Abschwungsphase flexibler reagieren und weist damit ein geringeres geschäftliches Risiko auf als Unernehmen mit hoher Fertigungstiefe. Dürr erzielt typischerweise, aufgrund des Business-Modells als Anlagenbauer, eine hohe Rendite auf das eingesetzte Kapital. Aufgrund der globalen Aufstellung und des hohen lokalen Wertschöpfungsanteils ist der Wechselkurseinfluss gering. Dürr ist abhängig vom langfristigen Investitionsverhalten der Automobilindustrie. Längerfristig orientiert sich das Investitionsverhalten der Dürr-Kunden an der weltweiten Produktions- und Absatzentwicklung. Das Marktumfeld in der Automobilindustrie wird derzeit als positiv eingestuft mit langfristigen Zuwachsraten von weltweit 5%. Wachstumstreiber sind die Emerging Markets; allen voran China. Der Anteil der Emerging Markets am Auftragseingang von Dürr liegt mit rund 55% sehr hoch.

Strategie

Im Zentrum der Unternehmensstrategie stehen zwei übergeordnete Ziele: profitables Wachstum und die kontinuierliche Optimierung von Prozessen und Strukturen. Für mehr Wachstum expandiert Dürr in den Schwellenländern, treibt Forschung und Entwicklung vorran und baut das Service-Geschäft aus. Über Akquisitionen und den Aufbau des Unternehmensbereichs Clean Technology Systems erschließt Dürr neue Geschäftsfelder.

Expansion

Der Umsatz soll in den kommenden Jahren um durchschnittlich 5 bis 10% steigen. Weitere Expansion in den Emerging Markets wird konsequent fortbetrieben, um die Wettbewerbsposition zu sichern. Bis 2015 soll sich der Mitarbeiteranteil in den Emerging Märkten auf rund 35% erhöhen, nachdem er 2005 noch 14% betrug. Das soll durch den Ausbau der lokale Wertschöpfung in Engineering, Einkauf und Produktion erreicht werden. Auftragseingang und Umsatz des Konzerns sollen dauerhaft zur Hälfte aus den Emerging Markets kommen.

Forschung

Auch in den kommenden Jahren werden die F&E-Ausgaben weiter erhöht. Schwerpunktmäßig Produkte und Anlagen flexibilisiert und die energetisch optimiert werden. Im Vergleich zu kleineren Wettbewerbern verfügt Dürr über höhere F&E-Budgets und kann neue Technologien schneller und in größerer Zahl entwickeln. Zur Dürr-Strategie gehören auch gezielte Akquisitionen.

Zur Erschließung neuer Geschäftsfelder setzt Dürr sein Know-how gezielt ein, um in angrenzenden Geschäftsfeldern zu wachsen. Immer wichtiger wird dabei energiesparende Produktionsprozesse zu realisieren. Akquisitionen sind im Maschinenbaugeschäft, in der Umwelttechnik und in der Energieeffizienztechnik geplant.

Gründe in Dürr AG langfristig zu investieren

Dürr ist Weltmarktführer in rund 90% des Produktportfolios. Die Markteintrittsbarrieren sind hoch. Die Marktanteile betragen zwischen 30 und 50%.

Servicepotential für 2013 ergibt sich aus der Marktdominanz von Dürr im Bereich Lackieranlagen. Die Modifikationen und Erneuerungen von Anlagen bilden eine hervorragende Ausgangsbasis für wachsendes und profitables Servicegeschäft.

Dürr ist geographisch gut positioniert. Rund 60% des Geschäftsvolumens stammt aus den Emerging Markets. Über 34% der Mitarbeiter arbeiten in diesen Märkten. Kein Wettbewerber hat solche Marktpositionen in den aufstrebenden Regionen.

Die Automobilproduktion soll in den nächsten fünf Jahren um etwa 5% stärker wachsen als in den letzten fünf Jahren. Außerdem will Dürr auch durch Akquisitionen wachsen. Das neugegründete Umweltgeschäft soll überproportional zum Wachstum beitragen.

Dürr garantiert mit seinen Technologien eine Stückkostensenkung in der Automobilproduktion, durch geringeren Energie- und Materialverbrauch. Dies macht Investitionsanreize für Automobilhersteller und -zulieferer rentabel.

Ab 2011 übertrifft die Rendite auf das eingesetzte Kapital die Kapitalkosten signifikant.

Dürr hat im zweiten Quartal 2011 einen neuen Konsortialkreditvertrag mit einer Laufzeit bis Juni 2014 unterzeichnet. Es besteht die Möglichkeit, die Kreditlaufzeit ohne zusätzliche Kosten bis Juni 2015 zu verlängern. Die Barkreditlinie beträgt 50 Mio. € und die Avallinie 180 Mio. €. Die Barkreditlinie war zum 30.06.2013 ungenutzt. Dürr hat im September 2010/Dezember 2010 eine Anleihe begeben (Laufzeit September 2015; Zinssatz 7,25%; Volumen 225 Mio. €). Zum 30.06.2013 verfügte Dürr über einen Barmittelbestand von 270 Mio. €. Der Nettofinanzstatus war mit 43 Mio. € positiv.

Der Verschuldungsabbau in den vergangenen Jahren und die erfolgreiche Refinanzierung sind weitere Grundlagen für eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung: Dürr verfügt über einen vergrößerten finanziellen Spielraum und ist bei reduziertem Zinsaufwand bis zum Jahr 2015 durchfinanziert.

Chartanalyse

Die Dürr Aktie wird von Analysten weiter nachgefragt. Die Deutsche Bank hebt das Ziel von 58 auf 63 € an. Analysten gehen von einer stabilen Geschäftsentwicklung im europäischen Fahrzeugmarkt aus. Zum Jahresende kann es zu einer verbesserten Auftragslage durch geplante Investitionen der Automobilbranche kommen. Die Dürr-Aktie genießt einen gewaltigen Technologievorsprung und großes Vertrauen der Fahrzeugbranche. Dürr ist so gut wie kein anderes Unternehmen der Branche in China vertreten. Damit dürfte einem weiteren Umsatzwachstum nichts im Wege stehen.
Nach der Prognoseanhebung durch Dürr-Vorstand Ralf Dieter hat die Aktie noch einmal deutlich beschleunigt. Die Zahlen für das dritte Quartal will das Unternehmen am 6. November vorlegen. Meine Empfehlung: halten.
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Dürr Aktie
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Investor
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