Kommentar vom 29.11.13
AktieBalda
InvestorSaigo
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Gewinne bald da?
1. Kurz-Portrait
Balda ist ein Hersteller von Kunststoffprodukten, die schnell und einfach per Spritzgussverfahren hergestellt werden. Neben dem Schwerpunkt Medizintechnik (Segment "Balda Medical") werden Plastikteile für Brillen, Elektronik oder Autoteile produziert. Das Unternehmen verfügt über einen Produktionsstandort am Firmensitz in Bad Oeynhausen, NRW, sowie 4 hinzugekaufte in Kalifornien; der Standort in Malaysia wurde veräußert.

2. Strategie, Ziele
Momentan befindet sich der Konzern in einer Umbruchphase:
Das Werk in Malaysia wurde veräußert, da die für die gewünschte Rendite erforderlichen Investitionen zu hoch gewesen wären und die Konsumelektronik, für die dort Kunststoffteile produziert werden, momentan ein schwacher Markt mit geringen Aussichten bildet. Zudem arbeitete das Werk nicht profitabel.
Zwei im Rahmen der Buy-and-Build-Strategie (Wachstum durch Zukauf neuer Unternehmen, da dies schneller geht als das Unternehmen durch eigene Investitionen zu vergrößern) übernommene US-Konzerne müssen ins Unternehmen integriert ("konsolidiert") werden. Langfristiges Ziel ist eine Umsatzrendite von mind. 15 % jedes Geschäftsbereichs; momentan erzielt der Bereich Technical eine Umsatzrendite von 6 %, der Bereich Medical konnte sie von 8,5 % auf 12 % steigern.

3. Konzernentwicklung
In den ersten 9 Monaten des Geschäftsjahres 2012/2013 stieg der Umsatz von 29,4 Mio. € um 21,1 % auf 35,6 Mio. €. Obwohl dieser Anstieg vor allem auf den Zukauf der beiden US-Unternehmen zurückzuführen ist, lässt sich aus dem Umsatzanstieg im 3. Quartal von 6 Mio. € um 228,3 % auf 19,7 Mio. € ein klar positiver Trend ersehen. Das Vorsteuerergebnis (EBIT) vor Sondereffekten ist ins Plus zurückgekehrt; bisher hat sich ein Nachsteuergewinn von 22,2 Mio. € angesammelt.
Aufgrund hoher Ausschüttungen sank das Eigenkapital von 450,5 Mio. € auf 340,9 Mio. €, mit einer Eigenkapitalquote von 90,3 % steht Balda jedoch sehr solide da.

4. Aussicht
Trotz gemischter Aussichten für die Weltwirtschaft werden die Aussichten für Baldas beide wichtigsten Branchen positiv eingeschätzt. Der Markt für Medizinprodukte wird - je nach Segment - 2013 um 4 bis 14 % wachsen. Gründe hierfür sind das globale Bevölkerungswachstum, der zunehmend bessere Zugang von Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern zu medizinischer Versorgung sowie eine allgemein steigende Lebenserwartung (bspw. "demographischer Wandel"). Diese Trends wirken sich ebenfalls positiv auf die augenoptische Industrie aus, da zunehmend Brillen benötigt werden bzw. sich immer mehr Menschen Brillen leisten können.
Der Konzern ging anfangs von einem Umsatz von 60 bis 65 Mio. € für das gesamte Geschäftsjahr 2012/2013 aus, hat diese Prognose aber zwischenzeitlich auf 85 bis 90 Mio. € erhöht und mittlerweile auf 70 bis 80 Mio. € wieder gesenkt. (1) Das Unternehmen strebt einen positiven Gewinn an (>= 0 €).

5. Barreserven und Sonderdividenden
Dank dem schon etwas länger her liegenden Verkauf der Beteiligungen an dem Touchscreen-Hersteller TPK sitzt Balda momentan auf einem dicken Bündel Bargeld. Von diesem wurden bereits 2 Sonderdividenden finanziert. Auch dieses Jahr soll voraussichtlich - die Zustimmung der Aktionäre vorausgesetzt - eine Sonderdividende in Höhe von 1,50 € je Aktie ausgeschüttet werden, was bei einem aktuellen Aktienkurs von 4,20 € eine ansehnliche Rendite ergibt. Allerdings sollte man diesen Geldregen nicht zu unkritisch sehen: Ursprünglich wollte Vorstandschef Dominik Müser das verbleibende Bargeld zur Unternehmensweiterentwicklung und dem Zukauf weiterer Unternehmen nutzen; Großaktionär Thomas van Aubel (besitzt 30 % aller Anteile) setzte sich nach einem Machtkampf selbst als Aufsichtsratsvorsitzender ein und entließ Müser, um sich nun für eine weitere Ausschüttung der Bargeldbestände stark zu machen. Fraglich ist dabei, ob dies nicht zu Lasten der langfristigen Unternehmensentwicklung geht. Auch ein möglicher Einstieg in die Solarbranche (Van Aubel war u. a. an Q-Cells beteiligt) wird diskutiert und möglicherweise auf der nächsten Hauptversammlung zu Sprache gebracht. (2)

6. Fazit
Als langfristiges Investment ist die Balda-Aktie nur spekulativen Investoren zu empfehlen. Zwar ist die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11,5 akzeptabel bewertet, sodass sich eine gute Kursentwicklung ergeben könnte, sobald der Konzern wieder verlässlich schwarze Zahlen schreibt. Dem steht jedoch die Unsicherheit über die kurzfristige Entwicklung gegenüber: Der Konzern kratzt erst an der Gewinnschwelle, mögliche Rückschläge müssen deshalb eingerechnet werden; die Konsolidierung der US-Unternehmen ist noch nicht abgeschlossen; Gerüchte um einen von Großaktionär Van Aubel geplanten Einstieg in die Solarbranche und um dessen kurzfristiges Interesse an der Ausschüttung der Barreserven ungeachtet der Weiterentwicklung des Konzerns verunsichern.
Zumindest kurzfristig lässt sich dank der niedrigen Bewertung jedoch gut an der Sonderdividende verdienen. Ob sich die Aktie für ein langfristiges Investment eignet, muss nach der Hauptversammlung im Dezember bzw. Anfang 2014 entschieden werden, wenn die Frage des Einstiegs in die Solarbranche entweder besprochen oder weggelassen wird.

Quellen:
(1) http://www.aktiencheck.de/exklusiv/Artikel-Balda_Aktie_geht_Umsatzwarnung_unter-5348349
(2) http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/Frankfurt-intern-Balda-Streit-um-hohe-Barreserven-2723794
Soweit nicht anders angegeben: Quartalsbericht 3 2012/2013
http://www.balda-group.com/de/investoren/publikationen.html
Anmerkungen
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Balda Aktie
Kurs: 2,56€     0,0% vs. Vortag
Kursentwicklung 3 Monate (Graue Fläche = DAX)  
Investor
Saigo
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