Kommentar vom 17.07.15
InvestorDudeck
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Ein genauerer Blick auf die Aktie - ProsiebenSat.1
Gliederung:
1. Profil ProsiebenSat.1 Media SE
2. Die Aktie im Überblick
↳ Unternehmensdaten
↳ Aktienanalyse
↳ Analysten
3. Fusionphantasien
4. Fazit


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»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»Profil ProsiebenSat.1 Media SE««««««««««««««««««««««««««««««

Die ProSiebenSat.1 Media SE (am 07.07.15 änderte die ProsiebenSat.1 Media AG ihre
Rechtsform AG in eine europäische Rechtsform SE) vereint, neben drei deutschen Pay-TV Sendern,
unter anderem die Fernsehsender ProSieben, SAT.1, kabel eins, Sat.1 Gold, ProSieben Maxx und sixx,
sowie maxdome und myvideo unter einem Dach.[1]
Das Kerngeschäft des Medienhauses liegt zwar nach wie vor im werbefinanzierten Fernsehen, jedoch
hat dieser Markt wenig Wachstumspotenzial in den nächsten Jahren, das hat auch Konzernchef
Thomas Ebeling erkannt. Das Unternehmen investiert schon seit einiger Zeit in digitale Medien,
beispielsweise das kürzlich veröffentlichte digitale Bundesliga Magazin [2].
Darüberhinaus besitzt das Unternehmen mit der Tochterfirma "Studio 71" das größte deutsche
YouTube-Netzwerk, dieses soll nun ausgebaut werden. vor einigen Wochen kaufte ProsiebenSat.1
das US YouTube-Netzwerk "Collective Digital Studio" . Gemeinsam erreichen die beiden Netzwerke
unter dem Namen "Collective Studio 71" weltweit über 2 Milliarden Videoabrufe im Monat
(Damit gehört Collective Studio 71 zu den 10 größten YouTube Marken weltweit). [3]

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»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»Die Aktie im Überblick«««««««««««««««««««««««««««««««««

↳ Unternehmensdaten
Umsatz & Gewinn:
2010 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 3.000 Mio € bis einschließlich 2012
folgte dann ein erheblicher Umsatzeinbruch; 2012 erzielte die ProsiebenSat.1 Media einen
Umsatz von gerade einmal 2.356,2 Mio €, das entspricht einem Umsatzrückgang von über 20%.
Seit 2012 erholt sich das Unternehmen allerdings, 2014 wurde ein Umsatz von 2.875,6 Mio €
erreicht und die aktuellen Quartalszahlen deuten darauf hin, dass der Spitzenwert von 2010
dieses Jahr wieder erreicht bzw. überschritten wird.
Der Gewinn hat sich im Zeitraum 2010-2014 relativ konstant gehalten und schwankte zwischen
295 Mio € und 354,3 Mio €, mit Ausnahme von 2011 , in diesem Jahr verdoppelte das
Unternehmen seinen Gewinn und erwirtschaftete 637,5 Mio €. Wachstumstreiber waren in
diesem Jahr, nach Angaben des Vorstandschefs Thomas Ebeling, die Sender in Skandinavien,
Österreich und der Schweiz, Sixx und das Geschäft mit digitalen Medien. [4]

Finanzverbindlichkeiten:
Das Medienhaus konnte seine Verschuldung in den vergangenen Jahren abbauen.
2010 lagen die Verbindlichkeiten noch bei 3.761,9 Mio. €
(das entspricht einem Verschuldungsgrad von 3,3);
2014 hingegen nur noch bei 1.973,1 Mio. € (Verschuldungsgrad: 1,8)

Weitere Kennzahlen, wie u.a. Cash-Flow, Liquidität, Mitarbeiter,....
finden Sie im unten beigefügten Link [5]


↳ Aktienanalyse
►52 Wochenhoch: 49,34 €
►52 Wochentief: 27,91 €
►Kursgewinn in den letzten 52 Wochen: +52,2%
►Kursgewinn in den letzten 12 Wochen: + 12 %
►Überdurchschnittlich hohe Dividendenrendite in Höhe von 3,3% (22.05.15)
►Hohe Marktkapitalisierung mit 10,2 Mrd €
►Revidierte Gewinnprognosen: Die Gewinnprognosen pro Aktie sind heute
höher als vor sieben Wochen. Dieser positive Trend hat am 07.07.2015 bei
einem Kurs von 44,58 eingesetzt.
►Bear Market: Die Aktie tendiert dazu,
Indexrückgänge in etwa gleichem Mass mitzuvollziehen.
►Bad News: Der Titel verzeichnet bei unternehmensspezifischen Problemen i.d. R.
geringe Kursabschläge in Höhe von durchschnittlich 1,88%.
►Die Aktie ist seit dem 03.01.2014 von finanzen.net als mittel riskanter Titel eingestuft.

(Daten vom 16.07.15)

↳ Analysten
Deutsche Bank:
Die Analystin Laurie Davison hob das Kursziel von 45€ auf 57€; das entspricht bei einem
aktuellen Kurs von ~48€ (Stand: 16.07.15) einem Plus von über 18%.
Als Grund für Ihre Positive Bewertung schrieb Davison: " Der Unterföhringer Medienkonzern
sei am besten für den Wandel der europäischen TV-Landschaft hin zum Online-Video-Angebot
vorbereitet" [6]

Goldman Sachs:
Goldman Sachs belässt ProsiebenSat.1 auf "Buy" mit Kursziel 47€
Die Analystin Lisa Yang sieht noch zu viele Hürden bei einer Möglichen Fusion mit dem
AxelSpringer Verlag und selbst bei einer erfolgreichen Fusion,
einen größeren Vorteil für AxelSpringer, als für ProsiebenSat.1

Warburg Research:
Warburg Research belässt die Aktie auf "Hold", der Analyst Malte Räther schätzt die
Übernahme des US-Multichannel-Network Collective Digital Studio positiv ein, er schrieb in
seiner Studie: "ProSiebenSat.1 expandiere damit in das Online-Videogeschäft. Gemessen an der
Bewertung vergleichbarer Deals in jüngster Zeit zahle der Fernsehkonzern
einen durchschnittlichen Preis"

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»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»Fusionphantasien«««««««««««««««««««««««««««««««««««

Am 06.07.15 schossen die Aktienkurse von Axel Springer und ProsiebenSat.1 zeitweise in die
Höhe, als bekannt wurde, dass die beiden Unternehmen erste Fusionsgespräche führen.
Aus einer möglichen Fusion könnte ein neues DAX Unternehmen mit fast 15 Mrd. €
Marktwert entstehen. Die Fusionsgespräche stehen allerdings noch am Anfang und können
jederzeit scheitern. Zwei wesentliche Knackpunkte werden von vielen Experten skeptisch
beobachtet - Die Machtverhältnisse und das Kartellamt. [7]

Die Machtverhältnisse:
Bereits 2006 hatte Axel Springer eine Übernahme von ProSiebenSat.1 geplant,
die Machtverhältnisse waren damals klar bei Springer (dem damals größeren Konzern).
Diese Verhältnisse haben sich allerdings geändert, heute hat ProSiebenSat.1 mit 10,2Mrd €
einen doppelt so hohen Marktwert, wie der Axel Springer Verlag (5Mrd €), was dafür spricht,
dass ProsiebenSat.1 die Führungsrolle bei einem möglichen neuen Unternehmen übernimmt.
Friede Springer, die Witwe des Verlagsgründers, ließ allerdings schon vor den Verhandlungen
durchblicken die Führung nicht einfach so abzugeben
(Axel Springer plant eine Änderung der Rechtsform in eine KGaA).

Das Kartellamt:
Das Kartellamt lehnte eine Fusion der beiden Medienhäuser 2006 ab, die Marktmacht
wäre damals einfach zu groß gewesen. Die Medienlandschaft hat sich seit damals jedoch
drastisch geändert, im Vergleich zu den Global Playern Google und Co. wäre selbst ein
Zusammenschluss der beiden Unternehmen ein "kleiner Fisch".
Nach Ansicht von Kartellrechtsexperten, die das Wall Street Journal befragte, habe die
Veränderung der Medienlandschaft durch die Digitalisierung die rechtlichen Hürden für
eine Fusion der beiden Konzerne gesenkt.
Allerdings nach Berechnung der Schweizer Bank Credit Suisse würden beide
Medienkonzerne gemeinsam annähernd 20 Prozent des deutschen Werbemarkts besetzen.
Ob das Kartellamt dieses mal grünes Licht geben wird ist folglich mehr als fraglich.

Mögliche Ausgänge der Verhandlungen:
► Keine Einigung (Aufgrund von Unstimmigkeiten bei den Machtverhältnissen)
► Scheitern am Kartellamt
► Springer wird mit ~ 25% an dem neuen Unternehmen beteiligt,
so dass wichtige Entscheidungen blockiert werden können
► Trennung von einigen Sparten bei den Medienhäusern,
um ggf. die Hürde Kartellamt zu überwinden

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»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»Fazit««««««««««««««««««««««««««««««««««««««««««

Risiko: ★ ★ ☆☆☆ Mittel
Potenzial: ★ ★ ☆☆☆ Mittel
Chartverlauf: ★ ★ ★☆☆ stabiles Wachstum

Gesamtwertung: ★ ★ ☆☆☆
Die ProsiebenSat.1 Aktie bietet in naher Zukunft zwar nur wenig Aussichten auf große Gewinne,
allerdings können ein paar Prozentpunkte relativ sicher mitgenommen werden und im Falle
einer erfolgreichen Fusion der Unternehmen ProsiebenSat.1 und Axel Springer bietet sich
die Chance auf kurzfristig stark steigende Kurse.
Bei möglichen Fusionsspekulationen empfehle ich die ProsiebenSat.1 Aktie, anstelle von
Axel Springer, hier wären die Gewinne bei einer Fusion wahrscheinlich höher, jedoch
steht die ProsiebenSat.1 Aktie insgesamt besser da, sodass die Aktie in Zukunft auch
ohne eine Fusion steigende Kurse erwarten kann.

---► Kurzfristig: Hold
---► Mittel-/Langfristig: Buy

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Quellen:
[1]http://www.prosiebensat1.de/de/unternehmen/prosiebensat1-media-se/konzernstruktur
[2]http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2015-07/34314063-prosiebensat-1-bringt-
digitales-bundesliga-magazin-auf-den-markt-007.htm
[3]http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article143748260/Wie-ProsiebenSat1-die-
YouTube-Generation-gewinnen-will.html
[4]http://www.t-online.de/wirtschaft/boerse/aktien/id_54435532/prosiebensat-1-steigert
-umsatz-und-gewinn.html
[5]http://www.prosiebensat1.de/de/unternehmen/prosiebensat1-media-se/kennzahlen
[6]http://www.aktiencheck.de/exklusiv/Artikel-ProSiebenSat_1_Aktie_Digitalgeschaeft_
rechtfertigt_Bewertungsaufschlag_Deutsche_Bank_raet_zum_Kauf_Aktienanalyse-6588028
[7]http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2015-07/34329840-prosiebensat-1
-hindernisse-bei-einer-moeglichen-fusion-424.htm
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