Kommentar zur Aktie Nestlé

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Am 05.10.16
von Donnaopp
zu Nestlé

Nudel-Skandal

Das oberste Gericht in Indien billigt die Vernichtung der letzten Maggi-Nudeln, die vor dem Skandal produziert wurden. Nestlé kann einen Schlussstrich unter die Blei-Affäre in Indien ziehen, der Image-Schaden aber ist enorm.

Es ist die größte Rückrufaktion der Firmengeschichte: Mehr als 27.000 Tonnen Nudeln musste Nestlé in ganz Indien einsammeln. Das Unternehmen hält seine Produkte für absolut sicher.

In der Summe hat Nestlé nun knapp 38000 Tonnen Maggi-Nudeln verbrannt. Die Firma mit Sitz in Vevey sah sich gezwungen, mehrere tausend Lastwagen mit – wie sich später herausstellen sollte – einwandfreien Fertignudeln zu füllen und zu den Zementwerken des Landes zu karren, um sie in deren Öfen zu verfeuern. Die Produktion ruhte während fünf Monaten. 66 Millionen Franken kostete die Aktion, rund 250 Millionen Franken Umsatz ging verloren, über 38000 Tonnen Fertignudeln hat der Schweizer Konzern verbrannt.

Maggi-Instantnudeln: Hierzulande haben sie mäßige Bedeutung. In Indien dagegen sind sie das Fertiggericht schlechthin.
Was die Inder an Maggi-Nudeln so schätzten, war ihre Verfügbarkeit: Selbst in abgelegenen Kiosken irgendwo im Himalaja konnte man die Instant-Snacks für rund 20 Cent kaufen. Wenn es Nudeln gab, dann waren die von Maggi. Rund 80 Prozent Marktanteil hatten die Schweizer im indischen Markt. Doch genau diese weite Verbreitung war für Nestlé eine riesige Herausforderung.

In Indien musste Nestle seine beliebten Maggi-Fertignudeln aus dem Verkauf nehmen, nachdem Lebensmittel-Kontrolleure in einigen Paketen bedenklich hohe Blei-Konzentrationen gefunden hatten. Allein im ersten Halbjahr kostete der Rückruf den Konzern 66 Millionen Franken. Hinzu kommen Umsatzeinbußen durch den Verkaufs-stopp.

Der Schadstoff-Skandal schlägt auf Nestlés Gewinn durch.
In den ersten neun Monaten schrumpfte der Umsatz auf 64,86 von 66,22 Milliarden Franken im Vorjahreszeitraum. Das organische Wachstum ging in den ersten drei Quartalen auf 4,2 von 4,5 Prozent zurück.

Eine indische Behörde hatte Klage gegen Nestlé eingereicht. Der Firma wurden unzulängliche Produktionsmethoden vorgeworfen.
Nestlé hatte stets betont, die Nudeln seien sicher und enthielten nichts Schädliches.
Die Lebensmittelaufsicht FSSAI, die das Verbot der Maggi-Nudeln ausgesprochen hatte, habe 72 Proben getestet. In 30 Fällen sei sie auf überhöhte Bleiwerte gestoßen. Nestlé kritisierte die Testmethoden und verwies auf eigene Untersuchungen, die das Produkt als unbedenklich ansahen.

Die Nudeln sind mittlerweile wieder in den Regalen des Landes zu finden. Sie erreichen bei den Fertignudeln dank groß angelegten Werbeoffensiven mittlerweile wieder einen Marktanteil von über 50 Prozent. Das ist aber wenig im Vergleich zu den Werten vor dem Skandal.
2015 dominierte Nestlé den Markt. Drei Viertel aller konsumierten Fertignudeln stammte aus Schweizer Hand.


Nestlé S.A. ist der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern und das größte Industrieunternehmen der Schweiz. Die Hauptverwaltung befindet sich in Vevey, Schweiz.
Der Konzern betreibt 447 Produktionsstätten, ist in 197 Ländern aktiv und beschäftigt insgesamt rund 339 000 Mitarbeiter.

Der weltweite Umsatz (2014) nach Produktkategorien gliedert sich wie folgt:
22 % Getränke in flüssiger und Pulverform
8 % Wasserprodukte
18 % Milchprodukte und Speiseeis
15 % Fertiggerichte und Produkte für die Küche
14 % Nutrition- und Gesundheits-Produkte
12 % Produkte für Heimtiere
11 % Süßwaren

Durch zahlreiche Fusionen und Zukäufe gehören zum Nestlé-Konzern eine Vielzahl bekannter Marken.

Quellen:
Frankfurter Allgemeine
Handelszeitung
Handelsblatt
Wikipedia
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