Kommentar vom 25.02.17
AktieApple
Investorchris150498
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Kommt 2017 die Apple-Super-Dividende?
Der US-Finanzdienst "Seeking Alpha" hat eine ziemlich gewagte These aufgestellt: Im laufenden Jahr könnte Apple eine Dividende von 35 Dollar je Aktie zahlen. Das könnte schon sein, aber…
… wie wahrscheinlich das tatsächlich ist, mag sich jeder Anleger selbst ausmalen. Gleichwohl ist die Begründung von Seeking Alpha recht interessant. Sie hat, wie zu erwarten war, mit dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump und der US-Steuergesetzgebung zu tun.
Apple

Apple verfüge im Ausland über Barreserven in Höhe von rund 220 Milliarden Dollar, schreibt Seeking Alpha. Gewinne im Ausland müssen in den USA mit einer Quote von 35 Prozent versteuert werden, heißt es weiter. Das ist auch der Grund, warum die Milliarden im Ausland gewissermaßen geparkt bleiben.

Trump und die Steuern
Und hier kommt Trump ins Spiel. Er hatte im Wahlkampf angekündigt, mittels Steuersenkungen dafür zu sorgen, dass dieses Geld zurück in die USA fließen werde. Wie hoch diese Steuersenkungen ausfallen werden, ist natürlich noch vollkommen unklar.
Laut Seeking Alpha könnte das im Ergebnis jedenfalls dazu führen, dass Apple im günstigsten bis zu rund 190 Milliarden Dollar nach Hause holt. Vorausgesetzt, der komplette Betrag würde an die Aktionäre ausgeschüttet, ergäbe sich eine Dividende von 35 Dollar je Aktie.
Was kommt nach dem iPhone?

Wir sehen bereits: Der Konjunktiv spielt bei diesem Gedankenspiel die Hauptrolle. Die Dividende war bislang für die Anleger kein entscheidendes Argument für den Aktienkauf, da Apple traditionell eine eher niedrige Ausschüttungsquote vorwies. Im vergangenen Quartal zahlte Apple 57 Cent je Aktie. 2015 konnten sich die Investoren insgesamt über eine Dividende in Höhe von 2,03 Dollar freuen.    
Außerdem wäre es für das Management ein Zeichen der Ratlosigkeit, denn es würde nachweisen, dass es keine Ahnung hat, wie es das Geld sinnvoll investieren soll – und das alles in einer Zeit, in der viele Anleger sich langsam fragen, was eigentlich die Geldmaschine iPhone einst wird ersetzen können.

Als Steve Jobs vor genau zehn Jahren das erste iPhone vorstellte, ahnte wohl niemand das Ausmaß der damit losgetretenen Veränderungen bei der Internet-Nutzung. Die Anleger können jedenfalls jubeln.
So ist der Aktienkurs des kalifornischen Unternehmens seit der Präsentation des ersten iPhones am 9. Januar 2007 um sagenhafte 860 Prozent gestiegen. In Euro gerechnet machte die Aktie sogar einen Sprung um 1.000 Prozent. Ein Anleger, der damals 10.000 Euro in Apple investierte, kann sich bis heute über ein Kursplus von 100.000 Euro freuen - theoretisch.
Tatsächlich dürfte die Zahl der Aktionäre, die bereits vor zehn Jahren bei Apple eingestiegen sind und dem Unternehmen bis heute die Treue halten, eher gering sein. Denn trotz des rückblickend fulminanten Anstiegs der Aktie brauchten die bis heute dabei gebliebenen Anleger Nerven wie Drahtseile - und einen unerschütterlichen Glauben an die Produkte des Unternehmens.
Aktie im Zickzack-Modus
Denn mit der Apple-Aktie ging es in all den Jahren keinesfalls nur bergauf. So schmolz der Kurs im September 2012 nach der Einführung des iPhone 5 von rund 100 Dollar bis Mitte April 2013 auf fast die Hälfte ab. Der Grund waren schlechter als von den Analysten prognostizierte Absatzzahlen.
Apple

Erst die Ankündigung eines Aktienrückkaufprogramms sowie der Einstieg des aggressiven Investors Carl Icahn sowie die allgemeine Aufwärtsbewegung an den weltweiten Aktienbörsen verschafften der Aktie wieder Auftrieb - und was für einen. Nach dem Tief im Frühjahr 2013 bei knapp 56 Dollar begannen die Papiere erneut einen atemraubenden Anstieg bis auf 133 Dollar Anfang 2015. Beflügelt wurde das Papier 2014 auch von einem Aktiensplitt im Verhältnis 1 zu 7. Anleger, die bislang ein Apple-Papier besaßen, bekamen ab Juni des Jahres sieben Stück.
In den Chefetagen börsennotierter Aktiengesellschaften erfreut sich dieser Kunstgriff großer Beliebtheit. Denn wer nach dem Split auf den Aktienkurs schaut, kann den Eindruck bekommen, das Investment sei plötzlich günstiger - und wird dadurch möglicherweise zum Kauf animiert.
Hype ist vorbei
Seit dem Hoch 2015 steht die Aktie wieder unter Druck. Im Mai 2016 ging sie sogar bis auf 90 Dollar zurück, ein Minus von fast einem Drittel. Seitdem hat sich das Papier wieder etwas erholt und notiert nach einer erneuten Zickzack-Bewegung bei knapp 118 Dollar, dem bereits Ende Oktober letzten Jahres erreichten Stand.
Denn der Hype ums iPhone ist längst vorbei. Minicomputer mit Touchscreen und angeschlossenem Telefon stellen auch andere Firmen her - allen voran Koreaner und Chinesen. Dennoch steht die Apple-Aktie bei vielen Experten weiter hoch im Kurs.
Analysten raten zum Kauf
Von den 47 wichtigsten Analysten, die den Konzern beobachten, empfehlen derzeit (Stand 9. Januar 2017) 39, also die große Mehrheit, die Apple-Aktie zum Kauf. 13 Experten haben sie sogar auf "strong buy" gesetzt - drei weniger als noch im November.

Was die Analysten antreibt, ist die Aussicht auf das in diesem Jahr erwartete iPhone 8. Analystin Katy Huberty von der Investmentbank Morgan Stanley sagt Apple für 2017 – dem Jubiläumsjahr des iPhone und dem Veröffentlichungsjahr des jetzt schon stark gehypten iPhone 8 – einen "Superzyklus" voraus. Zudem erwarten die Fachleute, dass die iPhone-7-Umsätze deutlich von dem Samsung-Note-7-Fiasko profitiert haben.

Quellen:

http://boerse.ard.de/aktien/kommt-2017-die-apple-super-dividende100.html
http://boerse.ard.de/aktien/aktie-des-tages/apple-die-tausend-prozent-aktie100.html
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