Kommentar vom 01.03.17
InvestorBranchzero
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Priceline - Marktführer unter den Onlinebuchungsportalen (Booking.com)

Priceline Group ist ein Unternehmen, welches verschiedene Internetplattformen im Bereich der Touristik betreibt.

Produkte:
The Priceline Group hat 6 Marken:
Agoda mit Sitz in Singapur
beinhaltet Angebote zu
Flügen, Hotels, Ferienunterkünften
Die Vermittlung erfolgt über folgende Domains:
www.agoda.com
www.PlanetHoliday.com
www.PrecisionReservations.com

Booking.com mit Sitz in Amsterdam in den Niederlanden
Buchungsportal für Hotels
www.booking.com
Kayak aus Stamford in Connecticut, USA
Swoodo.com wurde 2010 durch Kayak übernommen.
www.kayak.de
www.swoodo.com
OpenTable aus San Francisco in Kalifornien, USA
Online-Reservierung für Restaurants
www.opentable.de
Priceline.com mit Sitz in Norwalk in Connecticut, USA
www.priceline.com/home/
Hotels, Flüge, Mietwagen, Kreuzfahrten
Rentalcars.com aus Manchester in Großbritannien.
Mietwagenvergleichsportal
www.rentalcars.com


Nun möchte ich auf einige Geschäftszahlen eingehen:

Umsatzentwicklung in Mio. $:
2016 10.743
2015 9.224
2014 8.442
2013 6.793
2012 5.261
2011 4.356
2010 3.085
2009 2.336
2008 1.885
2007 1.409
2006 1.123

freier Cashflow in Mio. $:
2016 3.648
2015 2.928
2014 2.783
2013 2.217
2012 1.731
2011 1.295

Ergebnis je Aktie in $:
2016 42,65
2015 49,45
2014 45,67
2013 36,11
2012 27,66
2011 20,63
2010 10,35
2009 9,88
2008 3,74
2007 3,42
2006 1,68


Dividenden wurden bisher keine bezahlt.
Der Umsatzanstieg von 1.123 Mio. € in 2006 auf 10.743 Mio. € bis 2016 entspricht einem durchschnittlichen Umsatzwachstum von ca. 22,7 % pro Jahr.
Beim Gewinn zeigt sich ein überdurchschnittliches Wachstum von durchschnittlich ca. 34,1 % von 1,68 $/Aktie in 2006 auf 42,65 $/Aktie in 2016, was zeigt, dass das Umsatzwachstum auch rentabel ist. Es wird durch Zukäufe unterstützt.


Die Finanzverbindlichkeiten betrugen zum 31.12.2016 7.400 Mio. $ (vgl.S.99 SEC-Filling Form 10-K Filed 02/27/17 for the Period Ending 12/31/16)dem standen Zahlungsmittel (vgl.S.73 SEC-Filling Form 10-K Filed 02/27/17 for the Period Ending 12/31/16) in Höhe von 13.890 Mio. $(2.218 kurzfr. Investments, 9.591 langfr. Investments, 2.081 Cash) gegenüber. Das ergibt eine Nettofinanzposition von 6.490 Mio. $.
Der Konzern dürfte durch den free Cashflow und die Nettofinanzposition in der Lage sein zukünftige Akquisitionen ohne Aufnahme von größeren Schuldenmengen zu stemmen.

Der Konzern ist mit einer Eigenkapitalquote von 49,5 % (zum 31.12.16 betrug das Eigenkapital 9.820 Mio. $ bei einer Bilanzsumme von 19.838 Mio. $) solide aufgestellt.
Der operative Cashflow konnte von 3.102 (2015) auf 3.924 Mio. $ (2016) zulegen. Das ist eine Steigerung um 26,5 %.
Die Umsatzrendite betrug 2016 19,8 %, 2015 27,6 % in 2014 waren es 28,6 %.
Die Eigenkapitalrendite für 2016 beträgt 21,7 % (2.134 Mio. Gewinn/9.820 Mio. EK 2015 beträgt 29 % (2551 Mio. Gewinn/ 8.795 Mio. EK)
Die Rendite bezogen auf das Gesamtkapital, welches aufgrund der Nettofinanzposition zu 100 % aus Aktienkapital besteht errechnet sich durch den Kehrwert des KGV und beträgt damit ca. 2,5 %. Bezogen auf die Bilanzsumme von 17.420 Mio. € beträgt die Gesamtkapitalrendite 2015 14,6 (2551 Mio. Gewinn/ 17.420 Mio. Bilanzsumme)
Für 2016 10,7 % (2.134 Mio. Gewinn/ 19.838 Mio. Bilanzsumme)

Allerdings schrumpfte der Gewinn je Aktie im gleichen Zeitraum um ca. 13,8 % von 49,45 $ auf 42,65 $.
Gründe hierfür sind allgemein gestiegene Kosten im Besonderen gestiegener Werbeausgaben und einer Sonderbelastung durch Goodwillabschreibungen in Höhe von 940 Mio. $.
Der Konzern hat zwar eine beachtliche Wachstumstory hinter sich und wächst momentan weiter, aber der Rückgang der Renditekennzahlen für 2016 könnte ein Alarmsignal für die künftige Entwicklung sein. Auch wenn ein Teil des Rückgangs auf dem hoffentlich einmaligen Effekt einer Goodwillabschreibung beruht muss sich jeder der investieren möchte vorher die Frage nach den zukünftig zu erwartenden Renditen stellen.
Beim aktuellen Kurs von 1.724 $ (28.02.17) ergibt sich bei einem Gewinn je Aktie von 42,65 ein KGV bezogen auf das Jahr 2016 von ca. 40.
Dieses KGV ist damit zwar nicht eines der günstigsten doch angesichts des Umsatz- und Gewinnwachstums aus der Vergangenheit könnte die Aktie dennoch attraktiv sein. Auch die der sehr soliden Bilanzzahlen mit einer Nettofinanzposition sind positiv zu werten.
Wer auf Dividendenerträge aus ist wird enttäuscht sein, denn die Firma schüttet aktuell kein Dividenden aus. Man könnte darauf spekulieren, dass in einer späteren Wachstumsphase Dividenden ausgeschüttet werden.
Einstweilen werden die free Cashflows soweit sie nicht in zukünftiges Wachstum investiert werden können zur Ausweitung der Nettofinanzposition und für Aktienrückkäufe genutzt.

So wurden in den letzten Jahren für folgende Beträge für Aktienrückkäufe verwendet:
2016 1.013 Mio. $.
2015 3.089 Mio. $.
2014 750 Mio. $
2013 883 Mio. $

Diese Aktienrückkäufe erhöhen langfristig den Gewinn je Aktie für die investierten Aktionäre. Denn zukünftige Gewinne werden auf eine geringere Zahl ausstehender Aktien verteilt.
Diese Art der Mittelverwendung kann unter Umständen für den Aktionär besser als eine Dividendenausschüttung sein. Denn der Aktienrückkauf wirkt über die zukünftig höheren Gewinne als ob der Aktionär erhaltene Dividenden reinvestiert hätte. Der Aktienrückkauf hat gegenüber der Reinvestition von Dividendenausschüttungen den Vorteil, dass zunächst mangels Dividendenzufluss keine Kapitalertragssteuer anfällt. Denn es findet kein Zahlungsfluss zwischen Aktionär und Aktiengesellschaft in Form der ausgeschütteten Dividende statt. Die Ausschüttung an den Aktionär verbunden mit Steuerabzug und der anschließende neue Aktienkauf verbunden mit Gebühren werden durch den direkten Aktienrückkauf quasi ersetzt. Man könnte Aktienrückkäufe als eine Art zinslose Stundung von Steuern auf zukünftige Gewinne ansehen.
Neben den Vorteilen birgt ein Aktienrückkauf aber auch Risiken. Denn anders als bei regulären Dividendenausschüttungen entstehen für den Aktionär keine laufenden Einnahmen und ob die Aktienrückkäufe unter dem Strich für ihn in Form steigender Kurse lohnend waren weiß der Aktionär erst in der Endabrechnung wenn er seine Aktien später verkauft. Bei einer Dividende kennt man den Zahlungsstrom ungefähr die zukünftige Kursentwicklung ist dagegen stets ungewiss.
Die Kapitalertragssteuer wird dann bei einem Verkauf auf den zu versteuernden Kursgewinnen bezahlt. Dies kann bei über mehrere Jahre aufgelaufenen größeren Kursgewinnen unter Umständen von der Steuerbelastung ungünstiger sein als eine stetige Steuerbelastung auf die ausgeschüttete Dividende. Denn bei der Dividende kann jährlich der Sparerfreibetrag ausgeschöpft werden beim Kursgewinn nur einmal beim Verkauf.

Risiken:
Ich möchte kurz folgende möglichen Risiken ansprechen:
- Risiko durch Konkurrenten wie z.B. Google besteht, die in den Markt eindringen und vermehrt besser Konkurrenzangebote schaffen. Priceline bezahlte in 2014 ca. 2,4 Mrd. $ für Onlinemarketing. Der Großteil dieser Summe dürfte an Google gegangen sein. Google wird abwägen, ob es für sie lohnend ist in Konkurrenz zu Priceline zu treten oder ob sie den Aufwand scheuen und sich mit den von Priceline bezahlten Werbeerlösen zufrieden geben. Ob der eigene Marktanteil gegen Google oder andere potentielle zukünftige Konkurrenten auch zukünftig verteidigt werden kann ist nicht sicher.

- Risiken durch Konkurrenten wie z.B. Ctrip, welche in China eine sehr starke Marktstellung innehaben.
(http://www.deraktionaer.de/aktie/milliardendeal--ctrip-attackiert-priceline-com-289370.htm)

- Krisen in der Tourismusindustrie z.B. durch Terror.

- man hat bereits einen sehr hohen Marktanteil eine Steigerung des Marktanteils wird zunehmend schwieriger.

- Risiken eines IT- Unternehmens (IT-Sicherheit) z.B. Datenklau.
Darüber hinaus bestehen weitere Risiken. Über diese wird im SEC-Filling 2016 Form 10K unter dem Punkt „Risk Factors“ gesprochen. Wer möchte kann sich hier eingehend informieren.

Fazit:
Alles in Allem halte ich Priceline für ein eher spekulatives Investment bei dem man auf zukünftiges Wachstum im Online-Tourismus setzt.
Im Vergleich mit 10 jährigen US-Staatsanleihen, welche nahezu risikolos sind bietet Priceline gemessen am aktuellen Gewinn kaum einen Aufschlag. Denn für 10 jährige US-Staatsanleihen beträgt der Zinssatz aktuell ca. 2,4 %. Priceline hat ein aktuelles 2016er KGV von 40 und bietet damit eine 2016 – Verzinsung von 2,5 %. Der Markt scheint hier einiges an zukünftigem Wachstum zu erwarten, deshalb wird kaum ein Aufschlag zu 10jährigen US-Staatsanleihen gewährt.
Ob diese Bewertung auch zukünftig vom Markt bezahlt wird entscheidet sich mit den künftigen Wachstums- und Renditeaussichten.


Quellen

https://de.wikipedia.org/wiki/The_Priceline_Group
https://de.wikipedia.org/wiki/Agoda
http://www.finanzen.net/zinsen/10j-US-Staatsanleihen
https://www.bloomberg.com/news/articles/2012-11-08/priceline-buys-kayak-for-1-8-billion-expanding-in-travel
https://www.deutsche-startups.de/2010/05/06/kayak-uebernimmt-swoodoo/
http://ir.pricelinegroup.com/sec.cfm
http://files.shareholder.com/downloads/PCLN/3927207664x0x908738/9B625039-8096-48F6-8987-DD9505394BAF/Investor_Deck_FINAL.pdf
http://files.shareholder.com/downloads/PCLN/3927207664x0xS1075531-16-84/1075531/filing.pdf
http://files.shareholder.com/downloads/PCLN/3927207664x0xS1075531-17-9/1075531/filing.pdf

http://www.aktiencheck.de/exklusiv/Artikel-Priceline_com_Aktie_Konkurrenz_durch_Google_Reisegeschaeft_Abstufung_Aktienanalyse-5988517
http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/4784192/Priceline-das-unbekannte-Google-der-Reiseindustrie
http://www.manager-magazin.de/magazin/artikel/a-1036073.html
https://www.brandeins.de/archiv/2015/faulheit/blick-in-die-bilanz-priceline-group-buchungsportale-reisefuehrer/
http://www.deraktionaer.de/aktie/priceline-schlaegt-im-kampf-um-europas-reisemarkt-zu-300980.htm
http://www.deraktionaer.de/aktie/milliardendeal--ctrip-attackiert-priceline-com-289370.htm

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Anmerkungen
Sehr informativ aber etwas unübersichtlich geschrieben.
Profi-Anlege...
09.03.17 22:53 Uhr
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