Kommentar vom 28.05.17
AktieTesla
Investorarmericanoo
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Kommt nach dem Höhenflug der Salami-Crash?
Analysten rechnen jedenfalls mit einem drastischen Kursrückgang für die Tesla-Aktie, deren Chart nach ihrem rasanten Anstieg zuletzt einen besorgniserregenden Kursknick ausweist, der nicht bloß so manchem Charttechniker die Schweißperlen auf die Stirn treibt.

In den letzten vier Wochen hat das Investment immerhin schlappe 5 Prozent an Wert eingebüßt. An der Nasdaq fiel es von 325 auf rund 315 Dollar, an der Frankfurter Börse verzeichnete sie gar einen Rückgang von € 300 auf € 283, was wohl in erster Linie auf einige negative Analystenkommentare zurückzuführen ist, in denen sie keinen Hehl daraus machen, das sie Tesla-Aktie für völlig überbewertet halten, da in ihr die Risiken noch nicht in ausreichender Form eingepreist sind.

Immerhin legt sich das US-Unternehmen als Elektromobilität-Pionier sowie autonomes Fahren gleich mit mehreren Globalplayern der Branche an: In Punkto Elektroantrieb zählen immerhin namhafte Automobilkonzerne wie GM und Ford, Volkswagen, Daimler und BMW zu seinen Hauptkonkurrenten.

In Sachen Software, die für das autonome Fahren und die zunehmende Vernetzung im Straßenverkehr benötigt werden, sind vor allem Apple und Google als Konkurrenz zu nennen - große Namen, mit denen Tesla es aufnehmen muss.

Das "Modell 3" wurde bereits Monate vor Verkaufseinführung in den höchsten Tönen angepriesen: Mit der Mittelklasselimousine, die ab 35.000 Dollar zu haben ist, will Tesla auch die unteren Marktsegmente - also den breiten Markt - als Interessenten ansprechen, potenzielle Kundschaft, die sich die bisherigen Premiumfahrzeuge nicht leisten können.

Die Risiken für dieses riskante Unterfangen trägt in vollem Umfang der Anleger, denn die Bruttogewinn-Margen dürften mit dem "Modell 3" deutlich absinken im Vergleich zu deren Vorgängermodellen. Zudem erwarten die Analysten, das die Verkäufe des teureren "Model S" erheblich zurückgehen werden. Zu befürchten sei diesbezüglich eine „Kannibalisierung“ der verschiedenen Tesla-Fahrzeuge untereinander.

Hinzu kommt, dass der Börsenwert von Tesla zwar zuletzt an Ford und GM vorbeiziehen konnte, die ernüchternden Geschäftszahlen diesen Hype aber bislang nicht rechtfertigen können. Während GM im letzten Jahr knapp 10 Millionen Fahrzeugeinheiten verkaufte und damit einen Umsatz von 166 Milliarden Dollar erzielte, generierte Tesla mit 84.000 verkauften Autos und einem Umsatz von 7 Milliarden Dollar gerade einmal einen Bruchteil dessen.

Hinzu kommt auch noch, das Tesla bisher keine Gewinne schreibt, sondern vor allem Verluste erwirtschaftet durch die sehr hohen Investitionskosten für das "Modell 3". Darüber hinaus hat auch die buchstäblich aus dem Wüstenboden Nevadas gestampfte „Gigafactory“ so manche Million Dollar verschlungen.

Deshalb senkt GOLDMAN SACHS auch die Daumen für die Tesla-Aktie und sieht sie bei 190 US-Dollar als fair bewertet an. Das entspricht immerhin einem Kursrückgang vom derzeitigen Niveau um etwa ein Drittel.

Für Teslas Zukunft steht und fällt alles mit dem "Model 3": Sollten jedoch die Früchte der horrenden Investitionen nicht eingefahren werden können, sowie der Technologie-Vorsprung gegenüber der Konkurrenz nicht gehalten, so wird dem "zukunftsträchtigen" Unternehmen alsbald die "Puste" ausgehen...

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