Kommentar vom 03.06.17
Investorarmericanoo
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Auferstanden wie der Phoenix aus der Asche!
Totgesagte leben länger – vor allem aber dann, wenn sie sich ihrem Schicksal nicht so einfach ergeben, sondern dem eigenen drohenden Untergang Paroli bieten. Nur so kann es diesen "Börsen-Kellerkindern" überhaupt gelingen, dem unter den Analystenheer grassierenden Pessimismus nachhaltig Lügen zu strafen, lassen sich solche Erfolgsstories doch immer wieder einmal an der Börse beobachten.

Ein hervorragendes Beispiel dafür ist der Dax30-Wert Infineon. Vor gut zehn Jahren stand der Chiphersteller noch kurz vor der Insolvenz, und die Aktie war als sogenannter "Pennystock" für nicht einmal 50 €urocent an der Börse notiert. Bloß wenige glaubten seinerzeit noch an eine Trendwende, dass Infineon noch einmal das Licht am Ende des Tunnels sehen würde, geschweige denn, das dem Chiphersteller noch eine große Zukunft bevorstehen könnte: Doch dann kam die Wende...

Es wurde rigoros aufgeräumt bei der ehemaligen Siemens-Tochter. Sämtliche Geschäftbereiche, die nicht lukrativ waren sowie zukunftsträchtig erschienen, wurden veräußert - darüber hinaus auch die Chip-Produktion für Smartphones.

Stattdessen fokussierte sich das Münchener Unternehmen auf die großen Zukunftsthemen wie Erneuerbare Energien, automatisiertes Fahren und die Sicherheitsarchitektur für EC-Karten oder aufs Onlinegeschäft.

Sämtliche Geschäftssparten gelten als äußerst relevant mit Blick auf die kommenden Jahre und Jahrzehnte, damit lässt sich noch so richtig Geld verdienen. Die Auftragsbücher sind auf lange Sicht prall gefüllt, da Infineon die Zeichen der Zeit frühzeitig richtig zu deuten gewusst hat und sich damit gegenüber der Konkurrenz bestens aufgestellt sieht.

Doch Infineon hat keineswegs nur seine "Produktpalette" auf Vordermann gebracht. Die Münchener waren auch so was wie die Vorreiter in Sachen "Industrie 4.0": Wie kaum ein anderes Unternehmen hat Infineon seine Produktionsstätten umstrukturiert sowie die Herstellungsprozesse automatisiert.

Dadurch ist man sowohl im Vergleich zu anderen deutschen Großkonzernen als auch gegenüber internationalen Schwergewichten der eigenen Branche zum Pionier avanciert, wodurch sich auch die eigene Effizienz deutlich steigern liess. Alle Produktionsstätten arbeiten mittlerweile hochautomatisiert und sind auch miteinander vernetzt. Die Auftragseingänge können auf diese Weise ohne großen Zeitaufwand bestmöglich gesteuert, bearbeitet werden, so das in den Betriebsstätten das ganze Jahr über, rund um die Uhr, produziert werden kann, und die Fehlerquote dadurch drastisch reduziert werden konnte.

Drum mag es auch keinen wirklich verwundern, dass auch die Geschäftszahlen eine eindeutige Sprache sprechen: Der Jahresumsatz des Unternehmens liegt inzwischen bei 5,8 Milliarden Euro, Tendenz weiter steigend! Mit einer Nettomarge von 15 Prozent steht Infineon zudem deutlich profitabler da als viele seiner Konkurrenten.

Kein Wunder also, das es auch mit dem Infineon-Aktienkurs auf Jahressicht von etwa 12 Euro im Tief auf 20 Euro nach oben ging. Seitdem hat das Papier satte 40% Gewinn für den Anleger erzielt. Innerhalb der letzten fünf Jahre liegt das Plus sogar bei gigantischen 245 Prozent. Und das kann sich doch wohl allemal sehen lassen, oder?

Nach der jüngsten Rally ist wohl erst einmal eine gesunde "Konsolidierung" angesagt, bevor es dann weiter mit dem Aktienkurs gen Norden gehen wird. Barclays oder Warburg Research prophezeihen der Aktie auch einen kleineren Rücksetzer vom jetzigen Niveau bis auf etwa 17 Euro.

Berenberg und Commerzbank sind für das Papier allerdings bedeutend positiver gestimmt: sie sprechen eindeutige Kaufempfehlungen dafür aus mit Kurszielen zwischen 20 und 23 Euro.

Mein FAZIT: wer das Papier in Schwächephasen nicht (nach)kauft, der wird sich darüber sicher schon bald tierisch ärgern!
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