Kommentar zur Aktie Amazon

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Am 20.06.17
von armericanoo
zu Amazon

Geplante Übernahme von "Whole Foods Market" setzt die Nahrungsmittelhandel-Branche gehörig unter Druck

Derzeit gibt es eine sehr spannende Entwicklung in den USA, die eine ganze Branche auf den Kopf stellen kann: Amazon.com gedenkt nun auch noch in großem Stil in den stationären Nahrungsmittelhandel einzugreifen! Letzten Freitag bereits "sickerte" an den Börsen durch, dass Amazon sich die US-Supermarktkette Whole Foods Market für knapp 14 Mrd. US-Dollar "einverleiben" will.

Dies wäre zudem der größte Zukauf in der Amazon-Unternehmensgeschichte. Die Einzelhandelsbranche reagierte geschockt auf diese Nachricht. In USA und Europa ging es daraufhin mit zahlreichen Einzelhandelsaktien in Richtung "Süden" - einige brachen sogar regelrecht ein.

Gerade einmal 10 Jahre nach dem Start seines Lieferservices für Frischprodukte, gedenkt Amazon für 13,7 Mrd. US-Dollar jetzt die Bio-Supermarktkette Whole Foods Market zu "schlucken" und damit die bedeutendste Übernahme eines Technologieunternehmens im Lebensmittelsektor unter Dach und Fach zu bringen.

Amazon bietet den Aktionären von Whole-Foods-Market 42 US-Dollar/Anteilsschein an - das wäre ein zusätzlicher Kursaufschlag von gut 25% auf den Schlusskurs vom vergangenen Donnerstag. Daraufhin ging der Kurs der Whole-Foods-Aktie förmlich durch die Decke, legte letzten Freitag gut 27% zu.

Wal-Mart - der größte US-amerikanische Einzelhändler - wird sich in Zukunft also auch im Lebensmittel-Produktsortiment mit dem Internet-Giganten messen müssen. Das stieß bei einigen Investoren böse auf, muss sich Wal Mart ja schon heute in vielen anderen Bereichen seines Sortiments mit Amazon messen. Die Reaktion der Märkte liess nicht lange auf sich warten: Das Wal-Mart-Papier rauschte vergangenen Freitag um 7% in den Keller.

Kroger, die größte US-amerikanische Lebensmittel-Handelskette, traf es diesbezüglich noch wesentlich härter. Die Anleger verkauften die Aktie ebenfalls, was das Zeug hielt: um sage und schreibe 11,7% wurde jene am gleichen Handelstag "abgestraft". Doch das ist bloß die halbe Wahrheit, da die selben Anteilsscheine bereits tags zuvor schon wegen einer Gewinnwarnung des Managements um crashverdächtige 19% eingebrochen waren. Summa sumarum verlor das börsennotierte Papier also innerhalb von nur 2 Handelstagen über 30% ihres ursprünglichen Börsenwertes.

Whole Foods betreibt innerhin 460 Supermärkte in den USA, Kanada und Großbritannien und erzielte damit zuletzt einen Gesamtumsatz von 16 Mrd. US-Dollar.

Da das Unternehmen – ähnlich wie Alnatura in Deutschland – vor allem auf Bio-Produkte, und damit auf die zahlungskräftige Kundschaft setzt, stellt die geplante "Einverleibung" eine perfekte Ergänzung zu Amazons Frische-Lieferdienst dar.

In diesem Zusammenhang sollte Amazon durchaus in der Lage sein, durch "Skaleneffekte" die Kosten bei Whole Foods zu drosseln, um damit deren Gewinnmarge beträchtlich steigern zu können. Aufgrund dessen ist man in Analystenkreisen sehr zuversichtlich, dass sich auch in diesem Geschäftssegment künftig sehr gutes Geld für Amazon verdienen lässt.

Mein FAZIT: Wer die Amazon-Aktie noch nicht in seinem Depot hat, der sollte diesbezüglich nicht mehr länger zaudern - denn für wesentlich weniger Geld, als zum derzeit notierten Börsenkurs, wird das Papier nicht mehr lange "einzukaufen" sein.
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