Kommentar vom 01.07.17
AktieAmazon
Investorarmericanoo
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Die Erfolgsstory läuft und läuft... (eine Bestandsaufnahme!)
Können Sie sich noch an das Platzen der „New Economy“-Blase zu Beginn des Jahrtausends erinnern? Seinerzeit hatte dem aufstrebenden Online-Buchhändler Amazon.com wohl kaum einer zugetraut, dass das Unternehmen jemals Gewinne schreiben würde. Vielmehr spekulierte man hinter vorgehaltener Hand über den Zeitpunkt, wann ihm endgültig das Geld ausgehen würde. Doch Amazon tat diesen "Miesepetern", denen es damals ganz einfach an Weitsicht fehlte, diesen Gefallen nicht, sondern wuchs und wächst von Jahr zu Jahr, denn das Amazon-Wachstumskonzept ging zu 100% auf. Untermauert wird dies auf sehr eindrucksvolle Weise von einem Aktienkurs, der dieser Tage an der Börse um die 1.000 US-Dollar notiert.

Es hat sich allemal ausgezahlt, das sich Amazon-Chef Jeff Bezos trotz heftiger Kritik und zunächst fallenden Aktienkursen nicht beirren liess, indem er die einmal eingeschlagene Strategie konsequent weiterverfolgte: Er blieb seiner Maxime „Wachstum vor Gewinn“ treu. Um Neukunden zu aquirieren, nahm er vorübergehend sogar in Kauf, dass sich die Konzern-Verluste beträchtlich erhöhten.

Parallel dazu war Amazon sehr bemüht, seine Produktpalette ständig weiter auszubauen. Mit den Jahren wurde so aus dem Internet-Buchhändler ein gigantisches Internet-Kaufhaus. Und allen Unkenrufen zum Trotz wies es schon bald beachtliche Gewinne aus. Heuer ist Amazon der Inbegriff des Internet-Shoppings. So schnell können sich die Zeiten ändern, wenn man an seinen Visionen und Konzepten festhält, anstatt sein "Fähnchen" immer bloß in den Wind hängt.

Eine geniale Marktstrategie war in diesem Zusammenhang zweifelsohne die Einführung des firmeneigenen Kundenbindungsprogramms Amazon-Prime. Mit einer "Prime-Mitgliedschaft" (Jahresgebühr 99 US-Dollar bzw. 69 Euro) kann man sich immerhin unbegrenzt Amazon-Artikel ohne Mindestbestellwert und Versandkosten innerhalb eines Tages zuschicken lassen.

Außerdem erhält der Kunde so Zugang zu den Amazon-Streaming-Angeboten. Mit einem angeschlossenem USB-Stick können so Filme, Serien, E-Books und Musik aus dem Internet auf deren TV oder anderen Geräten abgespielt werden. Komplettiert wird dieses umfangreiche Angebot noch durch einen unbegrenzten Speicherplatz für Fotos im Internet.

Einem solchen Paket von Vorteilen hat die Konkurrenz jedoch bloß wenig entgegenzusetzen. Amazon ist mittlerweile zur unangefochtenen Nr. 1 beim "Streaming" in Deutschland aufgestiegen. Amazon geht es dabei jedoch nicht nur um das Einkassieren der Jahresgebühr, sondern vielmehr um die Tatsache, dass Prime-Mitglieder für Einkäufe bei Amazon auch erheblich mehr Geld ausgeben als die sogenannte "Laufkundschaft". So gut wie alle Produkte am nächsten Tag versandkostenfrei geliefert zu bekommen, dass macht eben Spaß, weil es auch so ungemein bequem ist!

Es gibt neben dem "Streaming" jedoch auch noch andere Zukunftstrends, von denen Amazon profitiert: Immerhin ist das Unternehmen inzwischen auch der Weltmarktführer für Speicherplatz von Cloud-Angeboten (Vermietung von Software über das Internet) und mischt am Markt auch in den Bereichen "künstliche Intelligenz" und "Heimvernetzung" mit seinen intelligenten Lautsprechern „Echo“ und seiner Spracherkennungssoftware „Alexa“ an vorderster Stelle mit.

Dass Amazon's Wachstumshunger doch keinesfalls gestillt ist, zeigt sich am Beispiel der überraschenden Übernahme der Bio-Supermarktkette Whole Foods. Damit erwirbt Amazon rund 460 physische Standorte in besten Lagen, die sicher auch noch für andere Zwecke genutzt werden können als lediglich für die Auslieferung von Lebensmitteln.

Investoren scheinen Amazon jedenfalls in diesem Bereich noch so einiges zuzutrauen: Unmittelbar nach Bekanntgabe der Übernahmeofferte verloren die Aktienkurse der Whole Foods-Konkurrenten zum Teil zweistellig an Wert. Offenbar sehen die Börsianer in Amazon eine ernsthafte Bedrohung in diesem Marktsegment. Man wird sehen, wie sich der einstige Internet-Buchhändler auf dem ungewohnten Terrain des stationären Handels mit der Konkurrenz um Marktanteile schlagen wird.

Erst vor kurzem liebäugelte die Amazon-Aktie erstmals mit dem 4-stelligen Kursbereich, was in etwa dem 140-fachem des für dieses Jahr anvisierten Gewinns enspricht. Aber an herkömmlichen Bewertungsmaßstäben gemessen, erschien die Aktie schon immer extrem "überbewertet" zu sein. Doch inpuncto Internet-Unternehmen werden eben zu recht ganz andere Maßstäbe angelegt, auf die ich an dieser Stelle nicht näher eingehen möchte, da die Gründe dafür ja auch hinreichend bekannt sein dürften - nur soviel: die weiterhin glänzenden langfristigen Wachstumsperspektiven rechtfertigen diese hohe Bewertung allemal!

Mein FAZIT: alles in allem wird die 1.000 US-Dollar-Marke des Aktienkurses noch lange nicht das Ende der Fahnenstange darstellen, da die Amazon-Erfolgsstory noch auf Jahre fortgeschrieben werden dürfte.
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