Kommentar zur Aktie Tesla

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Am 05.07.17
von armericanoo
zu Tesla

Der Moment der Wahrheit - Teslas "Modell 3" geht am Freitag in Produktion

Es gibt immer wieder Ereignisse, die entscheidend für die weitere Entwicklung der Unternehmen sind, und deshalb ihre Schatten voraus werfen. Während es bei Apple immer wieder die Neuheiten sind, welche über die Aktien-Performance der kommenden Wochen entscheiden, so schaut die Analystenwelt am Freitag wohl mit Spannung auf einen anderen „Börsenliebling“.Tesla startet endlich die Produktion des Modell 3, für das es schon mehr als 400.000 Vorbestellungen gibt. Dieses Modell soll Tesla den Einstieg ins mittlere E-Auto-Marktsegment ermöglichen, und sich nach und nach zum "Verkaufsschlager" des Unternehmens mausern.

Die Planung sieht überdies vor, dass die ersten 30 dieser Fahrzeuge bereits im laufenden Monat an die Kundschaft ausgehändigt werden sollen. Im August rechnet das Management schon mit der Fertigstellung von 100 Produktionseinheiten des "3ers" , im September sollen davon gar über 1500 "vom Band laufen". Und diese Wachstumsphase soll sich noch beschleunigen: Bis Ende des Jahres spricht das Management sogar von rund 200.000 Auslieferungen des gleichen Fahrzeugtyps. Sollte es damit richtig liegen, so dürfte dies den an den Börsen momentan doch recht "gebeutelten" Aktienkurs Teslas wieder deutlichen Auftrieb verleihen. Vom Gelingen dieses ehrgeizigen Plans hängt es denn auch ab, ob Tesla in absehbarer Zeit endlich einmal mit schwarzen Zahlen aufwaten könnte, womit sich dann wiederum die positiven Zukunftsaussichten des Unternehmens mit Fakten untermauern liesse. Allerdings ist das mit Prognosen und deren tatsächlicher Umsetzung so eine Sache, wie Tesla in jüngster Vergangenheit immer wieder bewies. Diesbezüglich fallen mir da spontan die "Zeugen Jehovas" ein, die andauernd vollmundig verkünden, Gott hätte ihnen - den "Auserwählten" - wieder einmal den Zeitpunkt für den Untergang der Welt ins Ohr geflüstert. Bleibt der zum proklamierten Termin aus, so hat sich Gott eben noch einmal gnädig gezeigt, indem er seinen sündhaften Geschöpfen noch eine letzte Chance auf Erden eingeräumt hat.

Nichts desto trotz kann das US-Unternehmen Tesla auf eine 14-jährige Geschichte zurückblicken. Es wurde vornehmlich gegründet, um den Übergang zu einem nachhaltigen Transportwesen zu beschleunigen, indem Elektroautos einem breiten Publikum "zugänglich" gemacht werden soll. Beste Voraussetzungen also für das mit soviel Rückenwind angekündigte "Model 3"? Man wird sehen...

Über eines sind sich die Marktbeobachter jedoch einig: Das Unternehmen Tesla erhitzt die Gemüter – ähnlich wie der amerikanische Präsident Trump. Während einige das E-Tech-Unternehmen für völlig überbewertet halten und einen baldigen Kursrutsch prognostizieren (ist ja bereits geschehen!), halten die anderen dagegen und rechnen mit einer weiter anhaltenden Aufwärtsbewegung der Aktie - wenngleich auch unter den marktüblichen Schwankungen - "What goes up, must come down..."

Die Gründe der konträren Lager klingen plausibel. Die Skeptiker erhalten Rückendeckung durch die Fundamentaldaten: Zwar stieg der Umsatz im vergangenen Jahr von 4 auf rund 7 Mrd. US-Dollar, der Verlust lag aber noch immer bei mehr als 773 Mio. Dollar. Überdies schreibt das zukunftsträchtige Unternehmen seit jeher Verluste, und auch in schöner Regelmäßigkeit werden die prognostizierten Fahrzeugabsatzzahlen verfehlt - zuletzt zu Wochenbeginn.

Zudem bewegte sich der Aktienkurs von Tesla in den letzten Monaten bloß in nördliche Richtung. Das hatte zur Folge, dass Tesla inzwischen eine höhere Marktkapitalisierung besitzt als jene der konvensionellen Autoproduzenten GM, Ford oder Fiat Chrysler.

Allerdings hat Tesla auch einige Jahre entwicklungstechnischen Vorsprung vor der übrigen Autobauer-Konkurrenz vorzuweisen, welche zwar indes alle ihre eigenen "Elektrooffensiven" gestartet haben, jedoch stets mit großen Verzögerungen zu kämpfen haben. Damit sei die hohe Marktbewertung gegenüber der Konkurrenz auch durchaus zu rechtfertigen, so die Tesla-Befürworter.

Wird alles nach Plan ablaufen oder gibt es doch wieder irgendwelche Produktions-Störfeuer, die für einen weiteren Kurseinbruch Teslas an den Börsen sorgen dürften? Endgültigen Aufschluss darüber wird der 2. August bringen. Dann steht nämlich die Veröffentlichung der jüngsten Quartalszahlen an.

Mein FAZIT: Das Tesla-Papier bleibt nur für den risikofreudigen, langfristig denkenden Anleger als Depotbeimischung geeignet. Und eines ist gewiss: 1. eine Konsolidierung ist kein Weltuntergang, sondern gesund für die Märkte. Nach jedem Regen folgt auch wieder strahlender Sonnenschein!, und 2. Gewinnmitnahmen haben noch keinem Anleger geschadet!

Anmerkungen
000 am 12.07.17 15:47 Uhr
Ja was denn nun? noch am 27. Juni empfahlen Sie Tesla hier zum Kauf - und jetzt, bei einem niedrigeren Kurs sind Sie vorsichtiger? Warum änderten Sie ihre Aussagen? Wegen des Kursfalls? Ist irritierend Ihr Meinungswandel.
Ced999 am 09.07.17 20:05 Uhr
Mir gefällt die Art wie Sie schreiben und das "FAZIT" welches Sie an jeden Ihrer Kommentare anhängen. Ich würde mich freuen wenn Sie mit dem schreiben solcher interessanter Kommentare fortfahren!
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