Kommentar zur Aktie Netflix

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Am 22.07.17
von armericanoo
zu Netflix

Das Geschäft läuft wie geschmiert - Neukundenzuwachs übertrifft deutlich alle Erwartungen

Die US- Technologiewerte sind mit einem echten Highlight in die Quartalsberichtsaison gestartet: NETFLIX. Übertraf doch das bereits 1997 in Scotts Valley (Kaliformien) von Reed Hastings und Mark Randolph gegründete Unternehmen, welches sich vorwiegend mit dem Verleih und der Produktion von Filmen und Serien beschäftigt, sämtliche Analystenprognosen um Längen, was die Netflix-Aktie in der letzten Handelswoche auf ein neues "All-Time-High" bei 162,45 US-Dollar katapultierte. Auch wenn die börsennotierten Papiere dadurch alles andere als günstig erscheinen, so stehen die Aussichten auf eine Fortsetzung dieses Aufwärtstrends überdurchschnittlich gut.

Anfangs fungierte das Unternehmen als waschechte Online-Videothek, die ihre Abonnenten ausschliesslich mit Film-DVD's und -Blu-ray's belieferte. Seit gut zehn Jahren ist Netflix jedoch auch im "Video-on-Demand" - Segment tätig und stellt die Inhalte per "Streaming" (gleichzeitiges Ansehen und Downloaden) für Abonnenten zur Verfügung, und ist in diesem wachstumsstarken Markt mittlerweile weltweit zur Nr.1 avanciert - in Deutschland rangiert Netflix gleich hinter Marktführer Amazon auf Rang zwei.

Im abgelaufenen Quartal konnte Netflix seinen Konzernumsatz um ein gutes Drittel auf rund 2,8 Mrd. US-Dollar steigern, und der Unternehmensgewinn legte in gleichen Zeitraum von 41,0 auf 66,0 Mio. US-Dollar zu. Kein Wunder also, das die Analysten nach Bekanntgabe dieser großartigen Zahlen durchweg positiv gestimmt sind, was die weitere Aktienentwicklung in den kommenden Wochen und Monate anbelangt.

Noch relevanter für den (potenziellen) Anleger sind jedoch die Zahlen zur Neukundengewinnung: Allein in den letzten drei Monaten konnte Netflix 5 Mio. Neukunden aquirieren - in Analystenkreisen war man lediglich von einem Zuwachs von 3 Mio. ausgegangen. Insgesamt hat das kalifornische Unternehmen nun 104 Mio. Abo-Kunden weltweit.

Den Zugewinn von Neukunden in dieser Größenordnung hat Netflix nicht zuletzt seinen hochwertigen Eigenproduktionen, "Blockbustern" wie „House of Cards“ oder „Orange is the New Black“ zu verdanken, werden jene doch mit relativ hohem Budget ausschliesslich für die Netflix-Abonneten gedreht - zum Teil auch mit hochkarätigen Hollywoodstars wie beispielsweise Kevin Spacey.

Ein Erfolgskonzept, das noch ausbaufähig ist und sich deshalb weiter fortsetzen wird. Denn je mehr Abonnenten bei Netflix "anheuern", desto mehr Geld lässt sich wieder in zukünftige Eigenproduktionen stecken, wodurch man wiederum Neukunden gewinnen kann. Die Wachstumsdynamik von Netflix dürfte daher noch für unabsehbare Zeit überdimensional hoch ausfallen.

Ähnlich wie dem Amazon-Papier wird auch den Netflix-Anteilsscheinen derzeit eine Bewertung zugebilligt, die eher von der Zukunftsfantasie getragen wird als vom momentanen, tatsächlichen Marktwert beider Unternehmen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von Netflix liegt für 2017 bei etwa 150, für 2018 soll es denn auch auf ein immer noch sehr ambitioniertes Niveau von 90 sinken. Dabei sollte man jedoch nicht außer acht lassen, das überproportionales Wachstumspotenzial, verbunden mit der Marktführerschaft, eben seinen Preis hat.

Mein FAZIT: Für den konservativen Anleger ist die Netflix-Aktie eher ungeeignet. Aber wer auf der Suche nach einer sehr aussichtsreichen, spekulativen Depotbeimischung ist, für den lohnt sich ein näherer Blick auf das Netflix-Papier allemal.
Letzten Freitag ist die Aktie mit 159,05 US-Dollar aus dem Markt gegangen - notierte also bloß unwesentlich tiefer als am vergangenen Mittwoch, an dem das "All-Time-High" mit 162,45 USD markiert wurde. Mit den o. g. hervorragenden Geschäftszahlen dürfte meines Erachtens einem weiteren Anstieg des Aktienkurses nichts Nennenswertes mehr im Wege stehen - es sei denn, die derzeitig eher als labil bis unberechenbar einzustufende Stimmung an den Börsen macht ihr dabei einen vorübergehenden Strich durch die Rechnung.
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