Kommentar zur Aktie KUKA AG

Als sehr interessant bewertet
20 Bewertungen ∙ 220 mal gelesen
Am 07.08.17
von armericanoo
zu KUKA AG

Der Roboter-Konstrukteur schraubt die Jahresziele deutlich nach oben

Es ist gerade einmal ein paar Monate her, da hat der chinesische Elektrogeräte-Hersteller Midea etwa 95% des Kuka-Aktienkapitals für die stolze Summe von 4,5 Mrd. € erworben. Warum sich der chinesische Multikonzern den deutschen Roboterbauer einverleibt hat, liegt wohl klar auf der Hand, ist der chinesische Markt in Bezug auf Haushaltsgeräte bereits stark gesättigt. Und was tut man, wenn die Inlandsnachfrage nach den eigenen Produkten stagniert? Na klar, man begibt sich auf die Suche nach neuen Wachtumschancen - und dabei schaut sich die fernöstliche Wirtschaft eben nur allzugern auf dem "alten" Kontinent um, und dort ist sie wieder einmal in "Good-Old-Germany" fündig geworden: Diesmal musste es eben der renomierte Augsburger Roboterhersteller KUKA sein.

Wie bekannt sein dürfte, hat der chinesische Markt noch einen riesigen Nachholbedarf inpunkto Automatisierungslösungen, sind doch die Lohnkosten in China seit der Jahrtausendwende um gigantische 700% gestiegen. Von nicht wenigen Marktauguren wurde der gezahlte Übernahmepreis für KUKA denn auch als zu teuer eingestuft. Drum wird jetzt mit Spannung zu beobachten sein, wie es bei den Augsburgern nach dem unter Dach und Fach gebrachten Megadeal operativ weitergehen wird.

KUKA konzentriert sich im Kerngeschäft auf Lösungen zur Automation industrieller Produktionsprozesse. Nach der Übernahme von Swisslog liegt der Anteil der Automobilindustrie am Konzernumsatz bei circa 50%. Der Bereich Robotics entwickelt und produziert Industrieroboter, roboternahe Dienstleistungen sowie Steuerungssysteme. Die strategische Zielausrichtung bei KUKA ist der Ausbau des Geschäfts in den Non-Automotive- Sektoren mit einem geringen Automatisierungsgrad.

Zudem ist KUKA eine herausragende Marke im Bereich der Industrie-Roboter. Das Augsburger Unternehmen unterhält in diesem Zusammenhang auch sehr gute Geschäftsbeziehungen zu führenden Automobilbauern wie VW, Daimler, BMW und Ford. Die Wettbewerbsposition von KUKA in Deutschland und Europa sowie in Nordamerika (für Systems) ist durchaus als sehr gut zu bezeichnen.

Überdies konnte durch eine Werksöffnung in Shanghai der chinesiche Anteil am Konzernumsatz kräftig gesteigert werden - um immerhin annähend 14%. Die Augsburger nehmen dort in fast allen Geschäftssegmenten eine führende Marktposition ein. Drum dürfte sich der neue chinesische Eigentümer Midea über das jüngste Zahlenwerk wohl kaum beschwert haben.

Immerhin wurde der Umsatz für das 1. Halbjahr 2017 um mehr als 1/3 auf 1,8 Mrd. € gesteigert.
Deshalb und vor dem Hintergrund des starken China- und Nordamerika-Geschäfts zeigt sich die Konzernleitung denn auch ausgesprochen optimistisch für die Zukunft und hat deswegen prompt die Jahresziele angehoben: Beim Jahresumsatz erwartet Kuka nun fürs laufende Jahr eine Steigerung von rund 200 Mio. € auf insgesamt 3,3 Mrd. €. (+12%).

Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) peilt Kuka eine Steigerung von mehr als 5,5% an, was in etwa einem Volumen von 182 Mio. €. entspräche. Allerdings muss diese Summe noch um die finanziellen Aufwendungen für die Übernahme der Schweizer Tochter Swisslog (knapp 9 Mio. €) sowie noch nicht bezifferbare Wachstumsinvestitionen (max. 45 Mio. €) reduziert werden. Nur zum Vergleich: Vergangenes Jahr erwirtschafteten die Augsburger noch ein Vorsteuerergebnis von 127 Mio. €.

Während der KUKA-Übernahme gab sich die hiesige politische Führungsriege sehr besorgt darüber, dass dadurch deutsches Hochtechnologie-Know-how ins Ausland ausgegliedert würde, und das dies wohl einen Abbau von Arbeitsplätzen in Deutschland nach sich ziehen würde. Doch so, wie die Dinge derzeit liegen, scheint sich dieses Horror-Szenario nicht zu bewahrheiten - hatte Midea doch schon während des "Übernahmepokers" der hiesigen KUKA-Belegschaft eine Standort- und Arbeitsplatzgarantie bis zum Jahr 2023 zugesichert.

Darüber hinaus hat KUKA erst vor kurzem ein über 100 Mio. € schweres Investitionsprogramm für seine Zentrale in Augsburg angekündigt: So sollen dort bis ins Jahr 2025 eine neue Werkshalle, ein weiteres Bürohochhaus und ein hochkarätiges Ausbildungszentrum entstehen.

Mein FAZIT: KUKA ist für die Zukunft bestens gerüstet, aufgestellt - Innovation und Wachtumschancen so weit man auch blickt. Zudem hat die KUKA-Aktie gerade heute ein neues Allzeithoch bei 123,00 € markiert, was natürlich ebenso für eine weitere positive Entwicklung der Papiere spricht - denn wo keine Widerstände nach oben sind auszumachen, da kann es der Anleger noch lassen so richtig krachen!
Doch trotzdem ist auf diesem hohen Kursniveau Vorsicht geboten: es kann schliesslich an der Börse nicht immer bloß in nördliche Richtung gehen. Drum ist bei KUKA meines Erachtens erst einmal eine kurze "Verschnaufspause" oder Konsolidierung auf hohem Niveau angesagt. Aber danach wird es mit den KUKA-Anteilsscheinen ganz sicher weiter aufwärts gehen.
Anmerkungen
Es sind noch keine Anmerkungen vorhanden.
Der obige Kommentar spiegelt ausschließlich die Meinung des Autors wider. Informunity übernimmt dafür keine Haftung.
KUKA AG Aktie
Kurs: 27,60€     -3,7% vs. Vortag
Kursentwicklung 3 Monate (Graue Fläche = DAX)  
Investor
armericanoo
Investor
Rangliste
529. Rang
Investor
Performance
IPQ 178
Aktien-Portfolios von armericanoo haben sich im
Ø 4% p.a. besser entwickelt als der DAX.



100.000 Credits Jahresbonus
im Wert von 1.000 Euro
für den Erstplatzierten der
Pro-Portfolio Investor-Rangliste

Mehr Infos