Kommentar vom 11.08.17
InvestorCed999
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Kommt jetzt der zweite große Crash?
Die aktuellen Schlagzeilen deuten auf dunkle Zeiten für die deutsche Autoindustrie insbesondere für Volkswagen hin. Wegen des anhaltenden Dieselskandals, welcher kein Ende zu haben scheint, der aktuellen Kartell Affäre sowie der Regierungskrise in Niedersachsen hat der Aktienkurs von Volkswagen im letzten Monat um über 10% nachgegeben.
Sollte man die VW Aktie jetzt also so schnell wie möglich abstoßen?

Um diese Frage beantworten zu können werde ich die oben genannten drei Hauptprobleme genauer analysieren und eine Zukunftsprognose aufstellen.



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Der Dieselskandal
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Im September 2015 erfährt die Öffentlichkeit über manipulierte Software in Autos der Marken VW, Porsche, Audi und Daimler welche dafür sorgt, dass die Abgasgrenzwerte während Prüfungen eingehalten werden, diese auf der Straße aber um ein vielfaches überschreiten. Im Zuge der Ermittlungen gegen VW tritt der Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn zurück und wird von Matthias Müller beerbt, welcher bis dato Vorsitzender des Vorstands der Porsche AG war. Insgesamt zahlte VW allein in den USA Entschädigungen von mehr als 17 Milliarden Euro. Der Konzern muss die weltweit Betroffenen 11 Millionen Autos zurückrufen und umrüsten wobei man sich in meisten Fällen dafür entschieden hat nur die Software zu ersetzen was pro Auto Kosten von ca. 150 € hervorruft. Bei einigen Wagen muss allerdings die Hardware umgerüstet werden was Volkswagen dann 1500 € kosten wird. Neben den hohen Entschädigungskosten hat auch das Image von Volkswagen stark unter dem Dieselskandal gelitten, wie eine jüngste Studie der ARD zeigt. Über die Hälfte der Befragten gab an, dass sie Vertrauen in die Autoindustrie verloren hätten. Als Hauptkritikpunkt nannten sie, dass sich die Manager der Konzerne sowie die zuständigen Behörden bei der Aufarbeitung des Skandals zu wenig auf den Schutz der Umwelt konzentrieren würden.
Andere Analysten sind hingegen überzeugt das die aktuell schlechten Umfragewerte eher ein temporäres Phänomen sein werden welches sich auf die momentan sehr negative Berichterstattung in den Medien zurückführen lässt.



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Die Kartellaffäre
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Die Vorwürfe werden immer lauter:
Jahrzehntelang soll sich Volkswagen mit BMW und Daimler abgesprochen haben.
Die EU-Kommission ermittelt nun ob es wirklich illegale Vereinbarungen z.b. über die Kosten der Fahrzeuge gegeben hat. Sollte man zu dieser Ansicht kommen, drohen Strafen von über 40 Milliarden Euro, was ungefähr einem Viertel des jährlichen Umsatzes entspräche. Erschwerend kommt hinzu das Daimler schon 2014 eine Selbstanzeige bei den Behörden machte wodurch einer der großen Konkurrenten straffrei aus der Sache herauskommen könnte. Die Zukunft wird zeigen wie viele neue Informationen über das Kartell noch ans Licht kommen und ob das für eine Verurteilung durch die EU reicht.



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Regierungskrise in Niedersachsen
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Das Land Niedersachsen hält über 20% der Anteile von VW und ist somit auch im Aufsichtsrat vertreten. Die Rot-Grüne Regierung kann nicht weiter regieren, da eine Abgeordnete der Grünen die Koalition verließ und zur CDU übertrat.
Die derzeitige Regierung wird bei den Neuwahlen am 15 Oktober 2017 aller Voraussicht nach nicht wiedergewählt, was die Situation bei VW noch unübersichtlicher und problematischer machen könnte.



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Zusammenfassung und Zukunftsprognose
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Insgesamt kann man sagen, dass es aktuell wirklich nicht gut für Volkswagen aussieht und das obwohl die Autoverkäufe und du auch der Gewinn im zweiten Quartal wieder deutlich angestiegen sind.
Ich gehe daher davon aus, dass der Kurs in den nächsten zwei Monaten auf bis zu 115 € Absinken kann und sich danach wieder erholen wird.
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