Kommentar zur Aktie Apple

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Am 20.08.17
von armericanoo
zu Apple

Steve Jobs' Nachfolger bereiten sich auf die Zeit nach der "iPhone-Ära" vor

Wenn alles nach Plan läuft, so wird Apple im kommenden September das beste "iPhone" aller Zeiten vorstellen. Man stelle sich vor: Seit seiner Markteinführung im Jahr 2007 hat das kalifornische Technologieunternehmen mittlerweile weltweit über 1,2 Milliarden iPhones verkauft. Doch die Sättigungstendenzen im Smartphone-Sektor werden immer deutlicher. Deshalb bereitet sich Apple insgeheim auch schon auf die Zeit nach dem iPhone vor.

Somit rückt das zuletzt wachstumsstarke Servicegeschäft rund um Apple Pay, iCloud, iTunes und Apple Music immer mehr in den Focus des Cupertino-Managements: Es soll weiter ausgebaut werden. Gleichzeitig soll Apple bereits an ein neues Hardware-Produkt "herumbasteln".

Darüber hinaus erwies sich gerade das Servicegeschäft bei Apple auch im jüngsten Quartal als der Wachstumsmotor schlechthin. Hier nämlich kletterten die Erlöse auf satte 7,27 Mrd. US-$, was einen Zuwachs von 22 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Mittlerweile zeigt sich das Apple-Servicegeschäft für stolze 16 % des Gesamtumsatzes verantwortlich. Dies soll allerdings bloß der Anfang gewesen sein. Wie aus Firmenkreisen kolportiert wird, beabsichtigt Apple überdies, sein Servicegeschäft binnen der nächsten 4 Jahre nahezu zu verdoppeln, womit Apple dann in dieser wachstumsstarken Branche im Jahr 2020 die 50 Mrd. US-$-Umsatzmarke zu "knacken" gedenkt. Aber das alles ist bisher lediglich "Zukunftsmusik". Doch wenn das bis dahin tatsächlich klappen sollte...

Diese Ziele klingen sehr ambitioniert, doch sollte man als (potentieller) Apple-Investor wissen, dass die kalifornische Technologieschmiede bereits heute über circa 150 Millionen abgeschlossene Abos verfügt, welche in irgendeiner Form zu ständig wiederkehrenden Umsätzen führen. Überdies steigt mit jedem verkauften iPhone deren Kundenbasis - wozu nicht zuletzt auch weitere gewinnträchtige Serviceangebote wie Apple Music ihren Beitrag leisten. Dadurch erhöhen sich nicht nur die Chancen auf neuerliche Serviceumsätze, sondern ebenso auch die Möglichkeit auf einen steigenden Umsatz pro Bestandskunde.

Neben dem Servicegeschäft gedenkt Apple natürlich auch im Hardware-Sektor weiter zu wachsen. Marktauguren gehen davon aus, dass das iPhone möglicherweise schon in den nächsten 1 bis 2 Jahren seinen Zenit überschritten haben könnte, wodurch die jährlichen Verkaufszahlen dafür erstmals rückläufig sein könnten. Um sich für die Zeit nach dem iPhone zu rüsten, soll Apple bereits an einer neuen Hardware tüfteln. Dies will zumindest Apple-Experte und Loupventures-Mitbegründer Gene Munster in Erfahrung gebracht haben.

Bereits ab 2020 soll die 3D-Brille "Apple Glasses" auf den Markt kommen, was Apple dann wohl zu neuen Rekordumsätzen verhelfen wird. Dass die "Apple Glasses" wirklich kommt, dies deuten nicht nur Patentanmeldungen von Apple an, sondern auch die jüngsten Firmenzukäufe. So hat Apple vor kurzem mit der deutschen "SensoMotoric Instruments" einen Spezialisten für virtuelle und erweiterte Realität (Virtual und Augmented Reality) übernommen. Die "Apple Glasses" verstehen sich daher als 3D-Brille mit Fokus auf die erweiterte Realität - ähnlich wie die "HoloLens"-Datenbrille von Microsoft.

Geht es nach den Schätzungen von Apple-Analyst Gene Munster, so wird Apple durch den Ausbau seines Servicegeschäfts und neuer Hardware-Produkte wie Apple Glasses im Jahr 2022 einen Umsatz von knapp 300 Mrd. US-$ in seinen Büchern ausweisen können. Zum Vergleich: Im Vorjahr setzte Apple dagegen "lediglich" 215 Mrd. US-$ um.

Mein FAZIT: Anleger können durchaus erwarten, dass Apple zukünftig mit seinem Servicegeschäft mehr als 20 % seines Gesamtumsatzes erzielen wird - vorausgesetzt, der Mac-Hersteller kann auch weiterhin in diesem Bereich Jahr für Jahr ein zweistelliges Wachstum vorweisen.
Unterm Strich dürfte Apple die Abhängigkeit vom iPhone in den kommenden Jahren weiter senken können, was eine weitere gute Nachricht für die Anleger ist, müssen jene so doch weniger fürchten, dass die bevorstehende Marktsättigung im Smartphone-Bereich dem Wachstumskurs von Apple ein jähes Ende bescheren könnte.
Darüber hinaus deutet die Charttechnik darauf hin, dass wir bei der Apple-Aktie schon bald wieder neue Höchstkurse sehen dürften. Sie ist auf dem aktuellen Kursniveau (157,50 US-$ gegenüber 161,60 US-$ von 15.08.2017) ohnehin nicht mehr allzuweit davon entfernt. Doch auch wenn dies nicht in den kommenden 2 Wochen klappen sollte: Das "Rückschlagspotenzial" ist meines Erachtens ziemlich begrenzt, da das jetzige Kursniveau gestützt wird von einer massiven "Unterstützungslinie" um die 150 US-$. Für mich jedenfalls ist die Apple-Aktie eine sichere Bank - ebenso wie eine Microsoft oder Amazon. Bei diesen Anteilsscheinen kann ein Anleger mit einem mittel- bis langfristigen Horizont nichts falsch machen.
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