Kommentar zur Aktie Apple

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Am 17.09.17
von armericanoo
zu Apple

Wer sich nicht wirklich weiterentwickelt, den bestraft alsbald die nimmermüde Konkurrenz ,

Ja, ja,, alle Jahre wieder ist bei Apple "Showtime" angesagt: Die "Keynote" als perfekt inszenierte Vorstellung neuer Produkte, die schon lange vorher für Spekulationen in der Presse sorgen. Und das Jahr 2017 ist immerhin ein ganz besonderes: 10 Jahre iPhone. Hallelujah! Alles wartete mit Spannung auf das im Vorfeld vom Management mit gestählter Brust angekündigte "iPhone 8" der Cupertiner Technologieschmiede. Die Apple-Aktie liess sich seinerzeit auch nicht lumpen und kletterte an den Börsen bis zum 1. September gar auf ein neues Allzeithoch bei 164,05 US-Dollar. Als dann aber das Smartphone mit neuer Bezeichnung "iPhone X" präsentiert wurde, da kippte plötzlich die Stimmung an den Finanzmärkten für das Apple-Papier.

Handelt es sich dabei um eine übliche Korrektur (Gewinnmitnahmen) oder vielmehr um die Enttäuschung darüber, dass Apple während der Präsentation mit keiner zusätzlichen spektakulären technischen Neuerung aufwarten konnte, wie allenthalben erhofft? Werfen wir in diesem Zusammenhang doch einmal einen Blick auf die Samsung-Aktie: Parallel zur Apple-Aktie schnellte nämlich auch sie in die Höhe. So gesehen hat auch die koreanische Konkurrenz vom neuerlichen "Apple-iPhone-Hype" profitieren können. Überdies konnte deren Aktie selbst noch nach der Apple-Präsentation leichte Gewinne verbuchen. Samsung ist nämlich nicht bloß Konkurrent, sondern zugleich auch ein Zulieferer, der mit seiner Bauteilesparte bedeutend mehr umsetzt als mit Endgeräten: Aus seiner Produktion stammt immerhin der Bildschirm, der die ganze Optik und Funktion des "iPhone X" ausmacht, welche auf der von Samsung patentierten OLED-Technologie basiert - von Apple bekam er die Bezeichnung „Super Retina Display“ verpasst, da er mit gestochen scharfen Darstellungen mit sehr hohem Kontrast aufwarten kann.

Jener Bildschirm bedeckt nämlich die gesamte Vorderseite des "iPhone X", das mit weiteren Features wie Gesichtserkennung oder drahtlose Kontakte ausgestattet wurde. Es arbeitet nun viel effizienter und läuft länger als die ebenfalls präsentierten Updates des "iPhone 8" und des "iPhone 8 Plus", die jedoch noch mit LCD-Displays auskommen müssen. Vorgestellt wurde außerdem eine überarbeitete "Apple Watch", mit der man telefonieren sowie das Internet nutzen kann, und die "runderneuerte" Set-Top-Box "Apple TV" mit verbesserten Chips und 4K-Bildschirm-Auflösung.

Der "gefeierte" Star der Apple-Show war allerdings das "iPhone X". Die Apple-Aktie gab trotzdem nach, da die Analystenwelt wohl mit höheren Erwartungen an den Start gegangen sind. Zum einen sieht dieses Smartphone dem "Galaxy Note 8" von Samsung recht ähnlich, und zum andern gibt es dies "bereits" ab 999 € zu kaufen, während das Jubiläums-"iPhone X" nicht unter 1.149 € zu haben ist. Mit dem "stolzen" Preis scheint Apple auf seinen "Kultstatus" zu setzen, riskiert dadurch aber auch erneut geringere Absatzzahlen. Erst im Juli war Apple hier auf Platz drei abgerutscht - nach Huawei und eben der derzeitigen Nummer eins am Markt: Samsung! Darüber hinaus haben die Koreaner mit ihrem "Galaxy Note 8" auch noch einen Startvorsprung: Man kann es bereits kaufen - während das "iPhone X" erst ab dem 3. November in den Handel kommt.

Der Grund für die Verzögerung sind ausgerechnet Lieferengpässe beim Display-Zulieferer Samsung. Ein Schelm, der sich dabei nichts denkt! Die Abhängigkeit vom koreanischen Konkurrenten missfällt mittlerweile auch dem Apple-Management, weswegen es auch seine Bereitschaft bekundet hat, einige Milliarden in den koreanischen Samsung-Mitbewerber LG investieren zu wollen, damit auch jener Apple künftig mit "OLED-Displays" beliefern kann. Immerhin teilt sich LG das Patent auf diese Technologie mit Samsung. Ein vorangegangener Streit unter den beiden Koreanern wurde bereits vor zwei Jahren beigelegt.

Ein "astronomischer" Preis, Abhängigkeit von der Konkurrenz und Startverzögerung – für all diese "Handicaps" hätte Apple etwas mehr "raushauen" müssen. Wenn CEO Tim Cook vollmundig verkündet, das "iPhone X" sei „der größte Satz vorwärts seit dem ersten iPhone“, so hat er insofern recht, als es eine durchaus beachtliche Weiterentwicklung ist. Doch im Unterschied zu damals gibt es heuer Mitbewerber mit vergleichbaren und - vor allem - billigeren Produkten. Anders als vor exakt zehn Jahren, als das erste Apple-iPhone den Handymarkt regelrecht revolutionierte. Mittlerweile wurden von diesem "Alleskönner im Taschenformat" über 1,2 Mrd. weltweit verkauft. Heute aber ist der Markt diesbezüglich weitestgehend gesättigt. Überdies bereitet es den Analysten und Investoren zunehmend Kopfzerbrechen, das die Kalifornier über die Hälfte ihres Gesamtumsatzes noch immer AUSSCHLIESSLICH mit iPhones erzielen.

Mein FAZIT: Bisher steht und fällt die Erfolgsstory "Apple" mit dem iPhone - ebenso verhält es sich momentan auch mit dem Apple-Aktienkurs. Seit dem Tod von Firmengründer Steve Jobs vor sechs Jahren hat dieser nahezu verdreifacht – begleitet von der Hoffnung auf „die nächste große technische Errungenschaft“, mit der Apple seit seinen Anfängen fortwährend zu überraschen wusste. Doch eines scheint sich schon jetzt herauszukristallieren: Mit dem "neuen" iPhone X scheint dies dem Globalplayer "BIG APPLE" jedenfalls nicht gelungen zu sein, bestenfalls ein Achtungserfolg - mehr aber auch nicht.
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