Kommentar vom 23.09.17
AktieAmazon
Investorarmericanoo
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Der "Online-Kraken" streckt wieder seine "Fühler" aus
Kaum tauchen irgendwo Übernahmegerüchte auf, da kommt es so gut wie immer zu Kursreaktionen bei den beteiligten Aktien. Sollten die Spekulationen dann auch noch rational nachvollziehbar sein sowie vertrauliche Informationen irgendwie nach außen dringen, dann können die Aktienkurssprünge jener Unternehmen mitunter sehr drastische Ausmaße annehmen. Eben dies war vor kurzem bei einer der führenden Online-Apotheken namens "Shop Apotheke" zu beobachten: Laut dem Branchendienst "Apotheke Ad Hoc" beabsichtigt der US-Internet-Gigant doch tatsächlich, eben jene zu "schlucken". Die Investoren vollziehen wahre Freudensprünge, jubeln darüber, was das Zeug hält, und treiben den Amazon-Aktienkurs kräftig in die Höhe. Zwischenzeitlich ging es mit den Papieren doch rasant um 20% nach oben. Damit haben sie sich seit Anfang Januar 2017 im Wert fast verdoppelt.

Das Geschäftsmodell der niederländischen "Shop-Apotheke" ist rasch erklärt: Das Unternehmen zählt zu den führenden europäischen Online-Apotheken. Die Gruppe vertreibt hauptsächlich rezeptfreie Arzneimittel sowie apothekenübliche Schönheits- und Pflegeprodukte. In diesem Zusammenhang bietet Shop-Apotheke auch umfassende Informationen zu Medikamenten an, ihrer Anwendung und zu deren Neben- und Wechselwirkungen mit anderen Präparaten. Bis dato ist zu diesen Spekulationen noch reichlich wenig in der Presse kolportiert worden - doch, mal ehrlich, was heißt das schon? Wo Rauch, da ist auch Feuer. Laut einigen „Insidern“ sollen sich die Sondierungsgespräche in Bezug auf die "Shop Apotheke"-Aquisition durch Amazon aber bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befinden.
Sei's drum: Jedenfalls wird der Markwert des Online-Apotheken-Shops nach dem fulminanten Kurssprung an den Börsen in jüngster Vergangenheit mit sage und schreibe 450 Mio. Euro beziffert.
Laut einer Expertenschätzung dürfte sich der Kaufpreis des niederländischen Unternehmens - inklusive des marktüblichen "Aufschlages" - bei über einer halben Milliarde Euro "einpendeln".

Dabei liegt das Börsen-Debut der Shop Apotheke noch gar nicht so lange zurück, ist sie doch erst vergangenen Oktober zu 28 €/Aktie am Markt platziert worden und hat somit dem Unternehmen etwa 100 Mio. € frisches Geld in die Kassen gespült. Mit dieser "Kapitalspritze" gedachte das Management vor allem ihre Expansionsgelüste im südeuröpäischen Raum voranzutreiben, um in den kommenden Jahren mit Nachdrück die Marktführerschaft in Kontinental-Europa anzupeilen. Mit ihrer Produktpalette passt die Shop-Apotheke überdies optimal in das Beuteschema des Online-Giganten Amazon, fokussieren sich die Niederländer doch seit eh und je auf den OTC-Markt - also auf das Geschäft mit den rezeptfreien Produkten. Hierzulande entfallen lediglich 3,5% des Gesamtumsatzes auf den Bereich mit den rezeptpflichtigen Medikamenten.

Immerhin verfügt der Konzern ja bereits über Präsenzen in Frankreich, Italien, Spanien, Österreich, Belgien sowie in den Niederlanden. Immerhin 1/4 des Gesamtumsatzes wird schon außerhalb von Deutschland erzielt. Amazon selbst testet bereits seit Mai 2017 die Auslieferung von Medikamenten in München über ihren hauseigenen Service "Prime Now". Als Kooperations-Partner vor Ort fungieren dabei die Bienen-Apotheken.

Vor geraumer Zeit erst hatte das "Amazon-Imperium" in Deutschland seinen neuen Lebensmittel-Lieferdienst "Amazon Fresh" auf Hamburg ausgeweitet. Über 300.000 Produkte werden dort feilgeboten - darunter ebenso "legendäre" Hamburger Artikel wie den "Idee Kaffee" von J.J. Darboven oder die "Fritz-Limonaden" und das "Astra Bier".

Die "Shop Apotheke Europe" ist im 1. Halbjahr 2017 erneut kräftig gewachsen - allein in Deutschland um erstaunliche 3%. Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen ein Plus zwischen 45 und 55% – jedoch bei einem noch immer negativen Ergebnis.

Mein FAZIT: Vergangenen Freitag ist von der Shop Apotheke denn auch erst einmal dementiert worden, dass man sich mit dem Seattler Management in fortgeschrittenen Verhandlungsgesprächen befände - doch entscheindend ist diesbezüglich meines Erachtens vielmehr, was dazu NICHT gesagt wurde, nämlich, dass noch überhaupt keine Gespräche zwischen der Shop Apotheke und dem Online-Giganten bezüglich einer bevorstehenden Aquisition stattgefunden hätten. Man darf also gespannt sein, wie dieser "geheime" Übernahmepoker sich in den kommenden Wochen und Monaten noch entwickeln wird. Nicht wenige Analysten halten eine Übernahme der Shop Apotheke durch Amazon für eine längst beschlossene Sache. Denkbar wäre allerdings auch, dass es zuvor noch zu einer Fusion mit der Europa-Apotheke kommen könnte. Fakt ist jedoch, dass die niederländische Versand-Apotheke bereits über starke "Standbeine" in Deutschland, Österreich sowie Frankreich verfügt. Somit dürfte der Startschuss für eine globale Branchen-Konzentration in diesem Marksegment längst gefallen sein.
Sollte die Übernahme tatsächlich über die Bühne gehen, so wird das ganz sicher auch der Amazon-Aktie wieder neuen Schwung verleihen, die sich ja schon seit geraumer Zeit in der Konsolidierungsphase befindet und sich inzwischen von ihrem Jahreshoch vom 26. Juli bei 1052,80 US-Dollar ein "gutes Stück Weg" (ca. 100 USD) entfernt hat.
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