Kommentar zur Aktie Commerzbank

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Am 14.10.17
von armericanoo
zu Commerzbank

"Gerüchteküche" verleiht dem Aktienkurs mächtigen Auftrieb

Firmen-Kurzporträt:

Die Commerzbank AG ist eine der führenden Privat- und Firmenkundenbanken in Deutschland, die sich als Dienstleister für Privat- und Geschäftskunden versteht, betreut darüber hinaus aber auch etliche große und multinationale Firmen. Dabei bieten die Frankfurter ihren rund 16 Millionen Privat- sowie eine Million Geschäfts- und Firmenkunden eine breitgefächerte Palette an Service- und Beratungsleistungen. Verschiedene Tochtergesellschaften sind auf Spezialgebieten tätig - wie z. B. im Asset-Management, im Immobilienbereich oder im Leasing. Kunden im Kapitalmarktgeschäft bietet der Konzern das volle Leistungsspektrum einer internationalen Investmentbank mit einem inländischem Filialenetz, welches sich aus annähernd 1.050 Geschäftsstellen zusammensetzt. Der Firmenhauptsitz der 1870 in Hamburg gegründeten Bank ist Frankfurt am Main. CEO ist seit Mai 2016 Martin Zielke.

Das Gerücht, welches vergangenes Jahr "gestreut" wurde, dass die Deutsche Bank mit der Commerzbank fusionieren könnte, schlug seinerzeit in Fachkreisen ein wie eine Bombe. Letztendlich jedoch erwiesen sich all jene Überlegungen als haltlose Spekulationen. Noch - wohlbemert! Vielmehr besannen sich beide deutsche Geldhäuser darauf, sich zunächst einmal um ihre jeweils hauseigenen Probleme zu kümmern. Doch zumindest aus Sicht der immer noch "angeschlagenen" Commerzbank dürfte diese Vorstellung alles andere als abwegig sein, hält doch die Bundesregierung seit der Rettung der Commerzbank Anteile, welche sich auch nach der kontinuierlichen Veräußerung in den letzten Jahren noch immer auf stattliche 15,6 % belaufen. Zumal hat der Bund schon des öfteren bekräftigt, nicht ewig dort investiert bleiben zu wollen. Stattdessen gedenkt man damit, für den Steuerzahler ein gutes Ergebnis zu erzielen, was wohl soviel heißt: man will sich mit einem hübschen Gewinn aus dem einstigen finanziellen "Drahtseilakt" verabschieden.

Dies allerdings erwies sich in jüngster Vergangenheit als nicht gerade einfach, brach doch der Kurs der Commerzbank-Aktie im Zuge der Finanzkrise massiv ein. Inzwischen geht es damit aber wieder steil aufwärts. Vor allem das Jahr 2017 hat es diesbezüglich wirklich in sich: Noch vor gut zwölf Monaten waren deren Anteilsscheine noch unter 6 Euro zu haben, doch seitdem hat sich deren Wert wieder mehr als verdoppelt. Allein innerhalb der letzten vier Wochen beträgt der Kurszuwachs satte 9 Prozent. Die Gründe für die gute Laune der Anleger sind vielfältiger Natur. So kann das Frankfurter Management bereits auf erste Erfolge durch ihre strategische Neuausrichtung verweisen: finanzielle "Altlasten" konnten abgebaut sowie etliche Tausend Neukunden "angeworben" werden. Außerdem gedenkt man sich zukünftig stärker auf das Privatkundengeschäft zu konzentrieren.

Aber auch die entfachte Gerüchteküche rund um eine mögliche Übernahme machte dem Aktienkurs zuletzt mächtig Beine: gleich mehrere europäische Großbanken werden darin als potentielle Interessenten gehandelt - darunter auch die Schweizer UBS, die italienische Unicredit oder die französische BNP Paribas. Letztgenannte gilt – zumindest aus Sicht der Bundes – als Favorit: Ein deutsch-französisches Geldinstitut wäre nicht nur aus wirtschaftlicher, sondern auch aus politischer Sicht ungemein interessant, hat die deutsch-französische Achse doch in der (Entstehungs)Geschichte der Europäischen Union schon mehrere Male als Vorbild gedient für größere Vorhaben, die später dann auf europäischer Ebene für Furore gesorgt haben.

Im aktuellen Fall könnte es um nichts weniger gehen als einen symbolischen Wegbereiter hin zu einer stärker europäisch koordinierten Finanzpolitik. Gerade in Zeiten, in denen Europa wohl vor der größten Bewährungsprobe seiner Geschichte steht, immer wieder von "Zerfalltendenzen" erschüttert wird, wäre dies ein starkes Signal. Noch allerdings ist nichts entschieden, nicht einmal, ob die zweitgrößte deutsche Geschäftsbank diesbezüglich überhaupt zur Disposition steht. Doch die Zeichen innerhalb der Branche stehen auf Konsolidierung, besonders in Deutschland gibt es derzeit einen wahren "Flickenteppich", was die diversen Geldhäuser angeht. In Kürze wird sich daran wohl auch nichts ändern, langfristig jedoch scheint mir dies der einzig richtige Weg zu sein, wenn man dort auch weiterhin kostendeckend und mit Gewinn zu arbeiten gedenkt. Das kommende Jahr hat die Commerzbank bereits vorab zum „Übergangsjahr“ erklärt - was immer das auch heißen mag! Wenn es gut läuft, könnte da noch einiges für die Investoren drin sein – nicht zuletzt aber auch für den hier in Deutschland so arg "gebeutelten" Steuerzahler. Wäre schön, wenn bei dem endlich auch einmal was davon ankäme. Durch die vom scheidenden Bundesfinanzminister Schäuble so viel gepriesene "Schwarze 0" hat jedenfalls keiner von uns am Monatsanfang mehr im Portemonnaie.

Mein FAZIT: Es ist durchaus denkbar, dass wir noch in diesem Jahr das 5-Jahreshoch der Commerzbank-Aktie vom 4. April 2014 bei 14,42 Euro sehen oder es gar noch toppen werden, sollten die Fusionsgerüchte bzw. die Übernahmefantasien durch weitere Spekulationen noch weiter angeheizt werden. Sollten sich jene jedoch im Laufe der kommenden Wochen und Monate nicht "verdichten", so wird es bei den Anteilsscheinen wohl eher zu einer Konsolidierung auf hohem Niveau kommen. Aber an Gewinnmitnahmen ist ja bekanntlich auch noch keiner gestorben. Langfristig gesehen bin ich für die Aktien-Kursentwicklung jedenfalls sehr positiv gestimmt.
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Commerzbank Aktie
Kurs: 3,39€     +0,6% vs. Vortag
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