Kommentar zur Aktie Carl Zeiss Meditec

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Am 24.10.17
von armericanoo
zu Carl Zeiss Meditec

Die Medizintechnik kann den Alterungsprozess zwar nicht aufhalten - aber entscheidend erleichtern

Allgemeine Medizintechnik-Analyse:

Auch in der Medizintechnikbranche herrscht ein reger Wettbewerb. Neben den Branchenprimussen Medtronic, Coloplast und Henry Schein teilt sich das sehr lukrative Geschäft unter zahlreiche Nischenanbieter wie Eckert & Ziegler oder Carl Zeiss Meditec auf: Hörgeräte, Stoma-, Kontinenz- und Krebsvorsorge sind hochsensible, weil intime Themen, die oftmals in der Klinik unseres Vertrauens attestiert werden. Während sich diese Geschäftssparte eine geringere Anzahl an Mitbewerber wünscht, profitieren die Kunden und Endnutzer wiederum von einem regen Wettbewerb. Denn Not macht bekanntlich erfinderisch. Die "Medizintechniker" müssen so ständig am Ball bleiben, neue Produkte aus dem Hut zaubern, für Innovationen sorgen, und diese dann auch noch zu erschwinglichen, wettbewerbsfähigen Preisen anbieten zu können.

Aufgrund der immer weiter voranschreitenden Digitalisierung stehen der Medizinbranche jedoch noch nie dagewesene Möglichkeiten offen. Das Ergebnis ist beispielsweise das von Sonova vorgestellte Hörgerät 2.0, welches sich mit Smartphone, TV und weiterem Zubehör verbindet und dadurch für ein deutlich besseres Klangerlebnis sorgt. Patienten können sich heute auf Wunsch Hochfrequenz-Sensoren implantieren lassen, welche die Entwicklung von "schleichenden" Krankheiten messen und frühzeitige Warnhinweise übers Smartphone wiedergeben. Patienten sparen sich die täglichen Klinikkonsultationen, wodurch wiederum die Krankenhauskapazitäten spürbar geschont werden. Zudem ist es mittlerweile auch möglich, sich selbst mit Hilfe von zahlreichen Smartphone-Apps den Gesundheitszustand bequem protokollieren zu lassen, bieten sie doch Hilfe zur Selbsthilfe bei Übergewicht an, indem sie den Abnehmwilligen ein auf deren spezielles Problem maßgeschneidertes Trainingsprogramm anbieten. Überdies gelang es deutschen Ärzten und Wissenschaftlern, durch ein Implantat in die Ferse das Gehverhalten von "Apoplex"-Patienten deutlich zu verbessern. Ein Schlaganfall geht zumeist mit einer massiven Schädigung der Nerven einher, und infolge dessen werden Muskeln nicht mehr mit den notwendigen Steuerimpulsen des Gehirns versorgt.

Jenes Implantat übernimmt dann diese Funktion und sendet elektrische Impulse an die Muskulatur, wodurch sich das Gehverhalten bei sämtlichen Probanden innerhalb kürzester Zeit nachhaltig verbesserte. In deutschen Landen wurde auch ein neuer Ultrakurzpulslaser zur Intensiv-Behandlung des "Grauen Star" getestet. Damit soll eine viel präzisere, aber trotzdem kostengünstige Behandlung der Patienten auf diesem Gebiet möglich sein.

Hinzu kommt, dass die seit Jahren fortschreitende "Fehlentwicklung" bei der Alterspyramide das öffentliche Gesundheitsbudget enorm belastet. Der dadurch entstehende Kostendruck wird zum Teil an die Krankenhäuser sowie den Arztpraxen in Form von immer neuen Gesundheitsreform-Ergänzungen weitergegeben, welche dadurch ihrerseits bloß begrenzte finanzielle Mittel für dringend benötigte Modernisierungen im Medizintechnik-Sektor aufbringen können. Straffe gesundheitspolitische Programme wurden diesjährig unseren europäischen Nachbarn Griechenland und Frankreich "verordnet", worauf die davon betroffenen Unternehmen wiederum mit Senkungen ihrer Fix- und Verwaltungskosten zu reagieren gedenken.

Mein FAZIT: Die Weltbevölkerung altert und altert, und ein Ende dieser "Abwärtsspirale" ist nicht in Sicht - im Gegenteil! Das liegt zum einen an der viel zu geringen Geburtenrate - vornehmlich in den westeuropäischen Industrienationen. Zum anderen aber ebenso an einer immer weiter ansteigenden Lebenserwartung. 1980 wurde eine Frau in Deutschland im Durchschnitt noch 63,7 Jahre alt, 35 Jahre später erreicht sie bereits ein durchschnittliches Lebensalter von 74,8 Jahren. Bereits um die Jahrtausendwende waren sich die Experten in der Altersforschung einig: Eine durchschnittliche Lebenserwartung von 90 Jahren würde es niemals geben. Ein Forschungsteam des "Imperial College of London" ist da nun grundlegend anderer Ansicht. Die durchschnittliche Lebenserwartung von Kindern, die ab dem Jahr 2030 in den Industrienationen geborenen würden, soll demnach sogar bei über 90 Jahren liegen. Und an dieser Entwicklung hat natürlich auch die von Innovationen getriebene Medizintechnik-Branche ihren Anteil.
Profitieren tun von diesem Trend selbstverständlich auch die Medizintechnik-Aktien, im besonderen eben auch eine Carl Zeiss Meditec - um an dieser Stelle nur einen führenden Vertreter dieser (immer weiter digitalisiert werdenden) Branche in Deutschland zu nennen. Sie notierte denn auch am heutigen Dienstag mit 44,87€ bloß etwa 3 Euro unter ihrem Allzeithoch vom 9.6.2017 bei 47,44 €. So, wie die Dinge nun einmal liegen (wie oben bereits ausführlich geschildert!), haben diese Anteilsscheine wohl noch eine "goldene" Zukunft vor sich, denn gealtert wird immer - vor allem aber immer langsamer. Von der Charttechnik her ist ohnehin derzeit keine "Trendwende" in Sicht. Nicht wenige Analysten sehen die Aktie am Jahresende jenseits der 50-Euro-Marke notieren. Dieser Meinung kann ich mich nur anschließen.
Anmerkungen
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Carl Zeiss Meditec Aktie
Kurs: 110,00€     +1,7% vs. Vortag
Kursentwicklung 3 Monate (Graue Fläche = DAX)  
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armericanoo
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