Kommentar vom 12.11.17
AktieIntel
Investorarmericanoo
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Warum Quantum-Computing die Chip-Produktion revolutionieren könnte
Kurzes Firmenprofil:

Die Intel Corp. ist ein global agierendes Unternehmen im Halbleiterchip-Bereich. Es entwickelt fortschrittliche digitale Technologielösungen und versorgt die Computer- und Kommunikationsbranche mit Halbleiter-Speicherchips, Schaltkreisen, Speicherplatten, -karten und -systemen sowie mit Mikroprozessoren. Sowohl große und mittelständische Unternehmen als auch Privatkunden nutzen die Soft- und Hardwareprodukte des Technologiekonzerns. Überdies ist der Chip-Hersteller auch in der Entwicklung von Plattform-Lösungen tätig, die als integrierte Hard- und Software-Computing-Technologien definiert sind, und bietet der Kundschaft in diesem Zusammenhang ergänzende Services an. Hinzu kommen Produkte und Services aus dem Security-Sektor. 2015 kauft Intel seinen Chip-Hersteller-Konkurrenten Altera für 16.7 Milliarden US-Dollar.
Gegründet wurde Intel am 18. Juli 1968 im US-kalifornischen Mountain View von Gordon Moore und Robert Noyce. Die Intel-Firmenzentrale befindet sich allerdings in Santa Clara, Kalifornien. Die Unternehmensgeschicke werden seit dem 16. Mai 2013 vom San Juan State University-Absolventen Brian Krzanich (CEO) geleitet. Als die wichtigsten Tochterunternehmen seien an dieser Stelle noch McAfee, Mobileye, Movidius und Altera erwähnt.


Zuletzt kletterte die Intel-Aktie auf ein neues Zehn-Jahreshoch bei über 40 US-$, denn der weltgrößte Chip-Produzent kann wieder etwas optimistischer in die Zukunft blicken - auch wenn der wichtigste Absatzmarkt (PC-Markt) jüngst sogar leicht zurück ging. Ein Grund für den gewachsenen Intel-Optimismus sind erste Erfolge in der Erforschung von Quanten-Rechner und Qubits, welche den Halbleiter-Markt schon bald revolutionieren könnten. Ist es den Kaliforniern doch erstmals gelungen, einen neuartigen Chip mit 17 Qubits an die niederländische Forschungsfirma QuTech zu übergeben, die nunmehr die ersten Testläufe mit dem innovativen Chip absolvieren will. Doch was bedeutet die revolutionäre Technik für die Anleger und die Zukunft von Intel?

1.) Moore`s Law stößt an seine Grenzen – Quantum Computing gilt als Ausweg

Seit der Gründung im Jahr 1968 hat Intel große Unternehmen und Kunden davon zu überzeugen gewusst, stets auf die aktuellste Chip-Generation zu setzen. Schneller, leistungsstärker und weniger Stromverbrauch waren stets die Argumente, die den Käufer von der Anschaffung der jeweils neueren Chip-Generation aus dem Hause Intel überzeugen konnten. Nach dem Intel-Mitbegründer Gordon Moore ist seinerzeit ein "ungeschriebenes" Gesetz namens "Moore`s Law" entstanden. Jenes besagt, dass sich die Zahl der Transistoren auf einem Chip rund alle 2 Jahre verdoppelt. Bis vor kurzem hat dieses interne Intel-Gesetz auch noch seine unangefochtene Gültigkeit gehabt, doch langsam aber sicher stößt es zunehmend an seine physikalischen Grenzen. Darum müssen diesbezüglich schnellstens neue Lösungen her.

2.) Warum Intel verstärkt auf Quantum Computing setzt

Aus diesem Grund investiert Intel sehr viel Zeit und Geld in Quantum-Computing bzw. Quanten-Chips, denn diese Technik vermag nicht bloß deutlich mehr Daten zu speichern, sondern jene auch entscheidend schneller verarbeiten als ein konventioneller Rechner. Der Grund: Während klassische PC's Informationen in Bits und Bytes (0 und 1) verarbeiten, können Quantum Bits (Qubits) mehrere Zustände gleichzeitig annehmen und auswerten. Laien können sich das in etwa so vorstellen: Eine Münze hat zwei Seiten (Kopf oder Zahl), die je nach Situation nur oben oder unten liegt. In der Quanten-Physik jedoch kann die Münze zwei Zustände simultan annehmen (Kopf und Zahl).

Darüber hinaus können Qubits miteinander verknüpft werden, so dass z. B. zwei Qubits vier verschiedene Zustände einnehmen können. Reiht man nun eben mehrere Qubits aneinander, so nimmt die Zahl der Zustände, die diese einnehmen können, exponentiell zu. Dies bedeutet im Klartext: Man erhält eine Art Super-Computer mit einer astronomisch hohen Rechenleistung. Unterm Strich kann also ein Quanten-Chip 10 bis 100 mal mehr Signale senden und empfangen als ein herkömmlicher Chip.

3.) Intel und Quantum-Computing – wann erlangt diese Technik ihre Marktrreife?

Damit Quanten-Chips in Praxis und Alltag Einzug halten können, muss Intel noch einige technische Probleme lösen. Der (potentielle) Anleger sollte in diesen Zusammenhang wissen, dass Qubits, welche analog als eine Art Transistoren zu konventionellen Computern gesehen werden können, sehr fragil sind und bloß sehr niedrige Umgebungstemperaturen ausgesetzt werden dürfen. Dies bedeutet konkret, dass jene etwa bei 20 Milikelvin liegen müssen, was in etwa den Temperaturen im Weltraum (ca. minus 273 Grad Celsius) entsprechen würde. Hohe Fragilität bedeutet, dass Qubits leicht zerstörbar sind. Sowohl Messungen, Berührungen oder anderweitige Störungen beeinflussen den Zustand von Qubits, wodurch wiederum die gespeicherten Daten sehr schnell verloren gehen können.

Außerdem lassen sich Qubits leider nicht kopieren. Jeder Clon-Versuch würde sofort zum Verlust der Daten bzw. Informationen führen, die darin abgespeichert sind. Daneben behalten Qubits in der Regel nicht sehr lange ihren Zustand, wodurch Quanten-Rechner bzw. Quanten-Chips sehr schwer zu bauen sind.

4.) Quanten-Chips sind vielversprechend, aber noch für Jahre von der Marktreife entfernt

Bis die ersten Quanten-Rechner bzw. Quanten-Chips ihre Markttauglichkeit unter Beweis stellen können, werden wohl noch Jahre bzw. vielleicht sogar noch einige Jahrzehnte ins Land gehen. Doch Intel tut gut daran, in eben jene neue Technologie großzügig zu investieren, hatte der Chip-Gigant doch zuvor schon den Trend bei den "Mobile-Chips" verschlafen, was wiederum dem Konkurrent Qualcomm sehr gelegen kam. Aber auch inpunkto "Quanten-Rechner" schläft die Konkurrenz nicht: IBM und die Alphabet-Tochter Google forschen ebenfalls massiv in Sachen Qubits. Google beabsichtigt sogar, noch dieses Jahr einen Quanten-Chip mit 49 Qubits zu präsentieren.

Mein FAZIT: Noch ist es aber nicht soweit., ist dies größtenteils noch Zukunftsmusik: Quanten-Chips sind zwar eine vielversprechende innovative Zukunftstechnologie, welche das Potential besitzt, den Halbleiter-Markt der Zukunft zu revolutionieren, doch bis da hin, so glauben Forscher, wäre es noch ein sehr steiniger Weg.
So dämpft "Intel Labs" - Forschungsdirektor Jim Held denn auch die derzeitig noch verfrühte Euphorie unter den Analysten, indem er folgendes zu Bedenken gibt: "Quantum-Computing wird die heutigen Computer weniger ersetzen, als vielmehr ergänzen." Denn in bestimmten Bereichen würden sich die herkömmlichen Rechner einfach viel besser eignen als die innovativen Quanten-Chips. Daher wird Intel wohl auch auf absehbare Zeit weiter sein Geld mit dem Verkauf von konventionellen PC--Prozessoren verdienen. Für die Intel-Aktie muss das aber nichts Schlechtes bedeuten, denn auch hier ergeben sich weitere Wachstumschancen für Intel – z. B. in der Automobilindustrie mit Chips für das autonome Fahren. Für mich bleibt die Intel-Aktie auch auf diesem hohen Kursniveau weiterhin ein klarer Kauf!
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