Kommentar vom 19.11.17
AktieNordex
Investorarmericanoo
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Ein aussichtsloser Kampf gegen "Windmühlenflügel"? - Don Quichote lässt grüßen...
KURZES FIRMENPROFIL:

Die Nordex SE zählt zu den weltweit führenden Anbietern von Windkraftanlagen. Unter dem Markennamen Nordex fertigt das Unternehmen leistungsstarke On-Shore-Anlagen, vor allem im Megawatt-Bereich. Die Kernkompetenz der Nordex-Gruppe liegt in der Planung und dem Engineering großer Windenergieanlagen für Stark-, Mittel- und Schwachwindstandorte, der Entwicklung und Produktion von Steuerungen dieser Einrichtungen einschließlich des Netzanschlusses sowie der Fertigung der Rotorblätter für Windkraftanlagen der Megawatt-Klasse. Darüber hinaus ist das Unternehmen auch an der Projektentwicklung von Windparks beteiligt. Nordex übernimmt neben der Herstellung außerdem die Errichtung und Instandhaltung von Windturbinen. Für den Betrieb von Windenergieanlagen bietet Nordex die webbasierte Steuerungs- und Visualisierungs-Software Nordex Control. Das Programm ermöglicht zudem die Steuerung und Regelung einer gesamten Windkraftanlage oder eines Windparks sowie die gesamte Datenerfassung und deren Visualisierung. Die gesamte Produktpalette der Nordex-Gruppe wird durch verschiedene Serviceleistungen wie Inspektionen, Wartung und kurzfristige Störungsbeseitigung sowie mit Schulungen für die erfolgreiche Betriebsführung von Anlagen abgerundet.
Die Nordex SE wurde 1985 gegründet und hat ihren Firrmensitz in Rostock, während die Verwaltungszentrale in Hamburg-Langenhorn ansässig ist. 2016 erwirtschaftete das Unternehmen einen Gesamtumsatz in Höhe von 3,395 Milliarden Euro und beschäftigt 5139 Mitarbeiter. Der CEO heißt seit dem 31. März 2017 José Luis Blanco. Wichtigstes Tochterunternehmen: Corporación Acciona Windpower.


Es läuft schon schlecht – und es wird wohl noch um einiges schlimmer werden: Die Bilanz zum abgelaufenen 3. Quartal reiht sich bei Nordex ein in eine schon seit längerem bestehende Serie von Hiobsbotschaften. Bereits letztes Jahr hat die Nordex-Aktie einen gewaltigen Einbruch verkraften müssen – nachdem das Unternehmen kolportiert hatte, dass die Umsatzprognosen wohl keineswegs so rosig aussehen würden, wie ursprünglich erhofft, und damit sollte das Management denn auch leider Recht behalten.

1.) Prognose wird noch weiter nach unten geschraubt

Eigentlich war für das laufende Jahr ein Umsatz in Höhe von 3,1 bis 3,3 Milliarden Euro angepeilt worden nach 3,39 Milliarden Euro im Vorjahr. Doch nun wurde die Prognose nochmals nach unten korrigiert, der Jahresumsatz würde demnach bloß „leicht“ unter der eigentlich angestrebten Zielmarke von 3,1 Milliarden Euro fallen. Ein kleiner Lichtblick: Die Aussichten für die EBITDA-Marge wurde bei 7,8 bis 8,2 % vor Einmalaufwendungen belassen. Im abgelaufenen 3. Quartal sank der Erlös jedoch überraschend stark um über 4 Prozent auf 8,183 Millionen Euro, und auch das EBITDA entwickelte sich rückläufig, büßte 4 % ein auf jetzt nur noch 64,4 Millionen Euro.

2.) Suboptimale Zukunftsaussichten

Zu schaffen machen dem Nordex-Aktienkurs aber vor allem die schwachen Zukunftsprognosen: Die Auftragsbücher sind längst nicht mehr so prall gefüllt, wie es einmal war, das Gegenteil ist eher der Fall, hat sich doch der Auftragseingang in den ersten neun Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nahezu halbiert auf ein Volumen von gerade man noch 1,1 Milliarden Euro.

Schenkt man dazu den Ausführungen des Managements Glauben, so läge das vor allem am neuen Ausschreibungssystem in Deutschland, das 2017 in Kraft getreten ist und eine längere Projektvorlaufzeit vorsieht. Außerdem hätten negative Effekte auf der Nachfrageseite in letzter Zeit die gesamte Branche unter Druck gesetzt: Auch die Konkurrenz hätte ja inzwischen mäßige bis durchwachsene Zahlen vorgelegt und ihre Prognosen gekappt, bei Siemens Gamesa werde deswegen schon über größere Stellenstreichungen nachgedacht, im Klartext, man gedenkt sich "Gesund zu schrumpfen". Ein - wenn überhaupt - schwacher Trost, ist die Tatsache, dass es der Branchen-Konkurrenz auch nicht besser ergeht. Zu Siemens Gamesa sei noch erwähnt, das man dort auch im kommenden Jahr nicht mit einer Verbesserung der derzeitigen Geschäftslage rechnet, sondern vielmehr noch mit einer weiteren negativen Zuspitzung. Der Umsatz dürfte dann nochmals um 10 bis 20 Prozent einbrechen im Vergleich zum aktuellen, auch schon ziemlich schwachen Jahr.

Nordex selbst gibt solche düsteren Zukunftsvorhersagen schon gar nicht mehr heraus, Anleger gehen allerdings davon aus, dass die gravierenden Probleme der Konkurrenz auch jene von Nordex sein werden, denn sie sind in erster Linie von struktureller Natur und nicht hausgemacht.


3.) Mein FAZIT:

Die Nordex-Aktie trudelt unterdessen immer weiter abwärts, droht infolge der vielen Hiobsbotschaften in die Bedeutungslosigkeit abzurutschen, ins Bodenlose zu fallen. Einige Analysten halten es sogar für möglich, das wir bei der Nordex-Aktie schon bald die alten Tiefstkurse aus dem Jahr 2012, als sie an der Börse noch so um die 3 Euro notierte, wiedersehen könnten. Immerhin hat die Aktie bereits auf Jahressicht rund 60 % seines ursprünglichen Wertes eingebüßt sowie erst vor wenigen Tagen einen neuen Jahrestiefpunkt bei 7,18 Euro markiert. Letzten Freitag ging sie denn auch nur unwesentlich höher, bei gerade einmal noch 7,43 Euro, aus dem Handel – Zu Beginn des Jahres sah das alles noch so vielversprechend für den Anleger aus: da notierten die Nordex-Anteilsscheine nämlich noch über der 20 Euro-Marke.
Ich hingegen schließe mich der Meinung der Analysten zur Nordex-Aktie an, die dort auf absehbare Zeit kein Licht am Ende des Tunnels ausmachen können, für die also eine Trendwende bei Nordex noch längst nicht in Sicht ist. Deshalb kann ich auch bloß jedem Anleger davon abraten, auch bei diesen mittlerweile fast zum Discountpreis gehandelten Papier zuzugreifen. Zurzeit ähnelt die Nordex-Aktie eher einer "Geldverbrennungsmaschine", einem "Zockerpapier", denn eines zu "Schnäppchenpreisen" an der Börse gehandelten, aussichtsreichen Wertpapiers.
Anmerkungen
Hallo, hab Dank fürs "Feedback": Das zeigt mir, dass du noch zu denen hier gehörst, die "0815-Kommentare" noch von einem anspruchsvollen zu unterscheiden wissen. Aber "Nobody's perfect"! - auch wenn ich deine harsche "Nordex-Kritik" nur z.T. teile.
armericanoo
25.11.17 14:44 Uhr
Ferner hat die unbegründete Meinung eines anonymen und nicht-verlinkten Analyst überhaupt keine Aussagekraft. Daher nochmal meine Bitte: Verlinke deine Quellen
Paul-McCarty
24.11.17 17:00 Uhr
Dein "roter Faden" ist erkennbar. Leider ist dir hier ein klassischer Fehler unterlaufen. In deiner Argumentation erklärst du, was in der Vergangenheit schlecht lief. Dein Fazit aber bezieht sich auf die Zukunft von Nordex.
Paul-McCarty
24.11.17 16:53 Uhr
Der obige Kommentar spiegelt ausschließlich die Meinung des Autors wider. Informunity übernimmt dafür keine Haftung.   



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