Kommentar vom 07.12.17
Investorarmericanoo
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Gigantisches Aktienrückkaufprogramm soll eigenem Aktienkurs auch weiterhin Flügel verleihen
Kurze Firmeninfo:

Die US-amerikanische Baumarktkette Home Depot, Inc. hat ihren Firmensitz in Cobb County im Bundesstaat Georgia und betreibt 2.274 Baumärkte in Nordamerika. Dabei ist der Konzern aber keineswegs bloß in den USA vertreten, sondern ebenso in Kanada, Mexiko sowie Puerto Rico. Das breit gefächerte Produktsortiment der Baumarktkette zielt keineswegs nur auf den "Hobbybastler" als Kunden ab, sondern auch auf die professionelle Handwerkerschaft. Zum Konzern "Home Depot" gehören auch sogenannte "Anwenderläden" wie das "EXPO Design Center" oder das "Landscape Supply Gartencenter" und Edelbaumärkte sowie zahlreiche spezialisierte Geschäfte. Gegründet wurde das Unternehmen 1978 im US-amerikanischen Atlanta durch Bernie Marcus und Arthur Blank. Der Konzern zeichnete sich durch ein fulminantes Wachstum aus, sodass der Umsatz 1986 bereits bei 1 Milliarde US-Dollar lag. Dieser hatte sich bis 2004 bereits auf 73,1 Milliarden USD/Jahr gesteigert. Die Baumarktkette beabsichtigte bereits Anfang 2000, auch auf dem europäischen Markt tätig zu werden. Dies wurde jedoch nach Kooperationsgesprächen mit "Bauhaus" und eine geplante Firmenübernahme von "Kingfisher" noch nicht realisiert.
The Home Depot, Inc. generierte im Jahr 2016 mit über 400.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 94,6 Milliarden US-Dollar (Vorjahr: 88,5 Mrd. US-Dollar) sowie einen Gewinn von 7,96 Milliarden US-Dollar (Vorjahr: 7,01 Mrd. US-Dollar). Der CEO ist seit dem 1.11.2014 Craig Menear.


„Die US-amerikanische Baumarktkette Home Depot steckte ihren Aktionären zum Nikolaustag 15 Mrd. USD in die Stiefel“, schreibt die „Börsen-Zeitung“ heute. Für diese gigantische Summe will der Baumarktriese eigene Aktien an der Börse zurückkaufen und anschließend vernichten. Dies teilte das Unternehmen gestern im Rahmen einer Investorenveranstaltung in Atlanta mit. Weshalb die US-Baumarktkette dazu übergegangen ist und welche Auswirkung Aktienrückkäufe auf den jeweiligen Aktienkurs haben können, das erfahren Sie in meinem Kommentar etwas weiter unten. Doch zunächst noch ein paar Sätze zu Home Depot: Neben dem gigantischen Aktienrückkauf kündigte das Unternehmen u. a. noch an, dass man sich neue ambitionierte Mittelfrist-Ziele gesetzt habe.

Bis zum Jahr 2020 gedenkt Home Depot, den Umsatz auf bis zu 120 Mrd. USD zu steigern. Das bedeutet ein jährliches Umsatzwachstum von 4,5 bis 6%. Als operative Gewinnmarge strebt das Unternehmen nun einen Wert zwischen 14,4 und 15% an. Aktuell profitiert Home Depot vom anhaltenden Bauboom in den USA. Im laufenden Jahr hat das Unternehmen bereits mehrfach seine Prognose nach oben geschraubt - sehr zur Freude der Anleger. Derzeit rechnet das Management für 2017 mit einem Umsatzplus von 6,3% und einer Steigerung des Gewinns je Aktie um 14% auf 7,36 US-Dollar.

Nachdem ich an dieser Stelle einige wichtige Eckdaten zu Home Depot zum Besten gegeben habe, erfahren Sie nun endlich, wie und worauf sich Aktienrückkäufe alles auswirken können und warum es trotz der Vorteile nicht besonders sinnvoll ist, blindlings in Aktien von Unternehmen zu investieren, die eigene Anteilsscheine zurückkaufen. Wenn ein Unternehmen so etwas tut und sie danach auch noch endgültig "aus dem Verkehr zieht", also "schreddert" (in der Börsen-Sprache klingt das eher harmlos „einzieht“), so hat dies mehrere positive Auswirkungen:

a.) Aktienrückkäufe sorgen dafür, dass der zukünftige Firmengewinn auf weniger Aktien verteilt werden muss. Im Klartext: Selbst bei stagnierenden Gewinnen steigt der Gewinn je Aktie, was dazu führt, dass das Bewertungs-Niveau der Aktie sinkt, was wiederum neues Kurs-Potenzial für die Aktie eröffnet.

b.) Der gleiche Effekt entsteht auch bei der Dividende: Die Dividendensumme muss auf eine geringere Anzahl von Aktien verteilt werden. Dadurch steigt die Dividendenrendite automatisch an – auch dann, wenn die Dividendensumme gleich bleiben sollte.

c.) Aktienrückkäufe sorgen an den Märkten für ein Ansteigen der Nachfrage nach der entsprechenden Aktie. Bleibt das Angebot gleichzeitig konstant, so hat dies einen steigenden Aktienkurs zur Folge.

d.) Verkaufswillige Aktionäre können ihr Aktienkontingent direkt an den jeweiligen Emitenten-Konzern rückverkaufen und belasten so nicht den Aktienkurs an der Börse.


Mein FAZIT: Aktienrückkäufe können sich also durchaus positiv auf den Wert einer Aktie auswirken – und tun dies in den meisten Fällen auch. Dennoch sollte solch ein Programm für den Anleger nicht als einziges Kaufargument für eine Aktie herhalten müssen. Denn: Wenn ein Unternehmen nur auf Aktienrückkäufe setzt, kann das auch ein Anzeichen dafür sein, dass ein Management keinerlei andere Ideen für Umsatz- bzw. Gewinnwachstum in Bezug auf ihr Unternehmen hat. Wählen Sie daher lieber Aktien von AG's aus, die den Spagat aus Aktienrückkäufen, Dividenden-Ausschüttungen, ausreichend Eigenkapital und Investitionen in neue Geschäftsfelder schaffen! Denn damit werden Sie dort auch noch in Zukunft auf der Gewinnerseite stehen.
Die Home Depot-Aktie hat den Anlegern diesjährig schon einen stattlichen Gewinn beschert und notiert heuer bei knapp 154 Euro - ihr bisheriges Allzeithoch vom 4.12. bei 156,60 Euro also wieder fest ins Visier genommen. Es sollte schon mit dem Teufel zugehen, wenn wir bis Ende des Jahres dort nicht jenseits der 170 Euro-Marke notieren werden. Für mich als sogenannter "Defensivwert" auch weiterhin eine vorzügliche Depotbeimischung - wenn ich sie mir denn leisten könnte!

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Home Depot Aktie
Kurs: 154,73€     -0,7% vs. Vortag
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