Kommentar vom 09.12.17
AktieKUKA AG
Investorarmericanoo
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Die Roboter-Produktion soll in China weiter massiv ausgebaut werden
Kurzes Firmenprofil:

Die KUKA AG zählt zu den führenden Anbietern im Bereich Roboter und automatisierte Produktionsanlagen und -lösungen. Sowohl Kunden aus der Automobilindustrie wie auch aus der General Industry nutzen die Automatisierungslösungen des börsennotierten Unternehmens mit Hauptsitz in Augsburg. Darüber hinaus arbeitet KUKA auch an Produkte für die Medizintechnik, der Solarindustrie sowie der Luft- und Raumfahrtindustrie oder der Nahrungsmittelproduktion. Im November 2014 machte Kuka die Übernahme des Schweizer Konkurrenten "Swisslog" perfekt. Swisslogs Expertise liegt in der Herstellung von Logistikanlagen für Krankenhäuser sowie Lager- und Verteilzentren. Anfang 2017 wurde KUKA vom chinesischen Großinvestoren "Midea" übernommen.

Die vorläufigen Umsatzerlöse des KUKA-Konzerns erreichten im Jahr 2016 einen Wert von 2,948 Millarden Euro und lagen damit fast auf Vorjahresniveau (2015: 2,965 Milliarden Euro). Die Anzahl der Mitarbeiter wird vom Unternehmen derzeit mit 13.188 beziffert. CEO der bereits 1898 von Johann Josef Keller gegründeten KUKA AG ist seit dem 1. Oktober 2009 Dr. Till Reuter. Als die wichtigsten Tochterunternehmen finden an dieser Stelle noch die KUKA Systems GmbH sowie die Swisslog Holding Erwähnung.

Die KUKA AG hat ein starkes erstes Halbjahr hinter sich gebracht und seine Jahresziele deutlich angehoben. Der Augsburger Roboter-Hersteller, der mehrheitlich zum chinesischen Midea-Konzern gehört, will in 2017 die Umsatzmarke von 3,3 Mrd. € knacken, und die Umsatzrendite vor Zinsen und Steuern (EBIT-Marge) soll auf über 5,5 % klettern. Die angehobene Prognose sorgte zunächst für Begeisterung an der Börse und katapultierte die KUKA-Aktie bis Ende Oktober auf annähernd 250 €. Inzwischen hat sich diesbezüglich jedoch Ernüchterung unter den Anlegern breit gemacht, der Aktienkurs kam in den letzten Wochen recht deutlich unter die Räder und fiel sogar unter die marktpsychologisch wichtige Marke von 150 €. Aber was war für die horrenden Kursverluste ausschlaggebend?

1.) Probleme in der Automatisierungssparte

Während die Roboter-Sparte "Robotics" von einem Umsatzhoch zum nächsten eilt – der Umsatz der Sparte wuchs im 3. Quartal um 30 % auf 273,5 Mio. € – tat sich das Unternehmen zuletzt sehr schwer mit der Automatisierung von Industrieanlagen. Dieses Geschäft ist in der Sparte "Systems" angesiedelt. Nicht nur die Umsätze fielen um 2 % auf knapp 360 Mio. €, ebenso der Auftragseingang brach dort zuletzt um mehr als 42 % auf knapp 302 Mio. € ein. Als Grund dafür sind offenbar nicht bloß fehlende Aufträge aus dem verkauften US-Luftfahrtgeschäft zu nennen, sondern auch Verzögerungen bei diversen anderen Projekten. KUKA reagierte darauf mit der "Freistellung" mehrerer ineffizienter Manager und versucht seitdem den Neustart in dieser Sparte, so Kuka-Vorstand Dr. Till Reuter.

2.) Darum will Kuka mehr Roboter in China bauen

Besser läuft es dagegen für KUKA in China. Aufgrund der hohen Nachfrage im Reich der Mitte gedenkt das Augsburger Unternehmen seine Roboter-Produktion in China zu verdoppeln. Zudem soll die Kapazitätserweiterung in Shanghai bis Ende des 1. Quartals 2018 abgeschlossen sein. China ist mittlerweile der größte Markt für Automatisierungs- und Robotertechnik, und dieser Trend dürfte sich auch in den nächsten Jahren weiter fortsetzen. Bei KUKA geht man davon aus, dass schon im Jahr 2020 etwa 40 % aller Industrie-Roboter in China verkauft werden. Wurden dort in 2016 noch 87.000 Produktionseinheiten abgesetzt, so dürfte der Roboter-Absatz in 2020 auf 210.000 Einheiten ansteigen. Ein Großteil dieser Roboter-Produktion könnte dabei aus den KUKA-Fabriken kommen.

Durch die Übernahme von "Midea" könnten sich Synergien für den deutschen Hersteller in China auftun, wenn Kuka-Roboter z. B. auch in Midea-Fabriken zum Einsatz kommen sollten. Vorstellbar ist diesbezüglich aber auch deren Vermittlung an Midea-Kunden und andere chinesische Unternehmen. Zu guter Letzt könnte Midea dem Augsburger Roboter-Hersteller auch noch den Weg nach Indien ebnen, denn da will "Midea" in den kommenden Jahren rund 123,5 Mio. US-$ investieren sowie eine eigene Produktionsfabrik für Haushaltsgeräte aufbauen.


Mein FAZIT: KUKA könnte und sollte vom Roboter-Boom in China langfristig in besonderem Maße profitieren. Die Ängste, wonach die KUKA-Übernahme durch den Großinvestor "Midea" zum viel befürchteten Technologie-Export nach China führt, und hierzulande Arbeitsplätze im großen Stil vernichtet würden, scheinen stark überzogen zu sein. Noch aber müssen sich Anleger bis nächstes Jahr gedulden, bis sich die ersten Synergieeffekte aus der Übernahme durch "Midea" für KUKA auch positiv in den Bilanzen niederschlagen. Eines steht jedoch schon heute fest: Die Nachfrage nach Automatisierungslösungen wird auch künftig weiter ansteigen, denn insbesondere die Automobilindustrie steht vor einem grundlegenden Wandel und muss kräftig in neue Automatisierungsanlagen (Roboter) investieren, um nicht den Anschluss in Sachen Elektromobilität zu verlieren. Anleger sollten daher die KUKA-Aktie keinesfalls abschreiben, auch wenn sich die Konsolidierung noch einige Tage bzw. Wochen fortsetzen sollte. Auf dem derzeitigen Kursniveau erscheint es mir schon wieder lohnenswert zu sein, sich auf mittel- bis langfristiger Sicht kleinere Aktienpositionen davon ins Depot zu legen. Denn wer weiß: Womöglich haben wir bei den KUKA-Anteilsscheinen die Tiefstkurse längst dieser Tage gesehen.
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KUKA AG Aktie
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