Kommentar zur Aktie Borussia Dortmund

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Am 12.12.17
von armericanoo
zu Borussia Dortmund

Bringt der Trainer-Wechsel endlich die erhoffte sportliche Trendwende?

Kurzes Firmenprofil:

Die Borussia Dortmund GmbH & Co.KGaA (BVB) bekleidet eine führende Position im internationalen Profifußball. Im Mittelpunkt der Geschäftstätigkeit steht der professionelle Fußballsport und die Nutzung der damit unmittelbar verbundenen Einnahmequellen. Dies sind insbesondere der Verkauf von Eintrittskarten, Fan-Artikeln und TV-Rechten sowie das Sponsoring. In diesen Bereichen erwirtschaftet Borussia Dortmund den überwiegenden Teil seiner Umsätze. Darüber hinaus engagiert sich der BVB in weiteren Geschäftsfeldern, die einen engen Bezug zum Fußball haben. Dabei arbeitet Borussia mit strategischen Partnern zusammen, die ihr spezifisches "Know-how" zur Verfügung stellen. Der BVB bringt den Markennamen "Borussia Dortmund", die Erfahrung im Fußballgeschäft und die genaue Kenntnis der Fan-Community mit ein.


Es war wohl einer der verrücktesten Trainerwechsel seit langem in der Fußball-Bundesliga: Borussia Dortmund zog am Wochenende nach abermals schwacher Vorstellung gegen Werder Bremen, die schlußendlich eine 1:2 Niederlage auf eigenem Platz zur Folge hatte, die "Reißleine", indem man den erst im Sommer verpflichteten, niederländischen Trainer Peter Bosz seines Postens enthob. Soweit so gut! Doch die eigentliche Überraschung war vergangenes Wochenende eine andere: nämlich die Neuverpflichtung des erst einige Tage zuvor beim Liga-Schlusslicht 1. FC Köln entlassenen österreichischen Trainers Peter Stöger. Nachdem man den einen Peter (Bosz) also den "Schwarzen Peter" für die desolate spielerische Leistung und den daraus resultierenden Ergebnissen "voll in Rechnung" stellte, soll es nun ein nachweislich anderer "Loser" wieder richten. Beim überwiegenden Teil der BVB-Fangemeinde kam dieser Trainer-Wechsel denn auch alles andere als gut an. Schließlich holte Stöger mit dem 1. FC Köln in der laufenden Bundesliga-Saison bislang gerade einmal drei mickrige Punkte in 14 Pflichtspielen. In den 4 Jahren zuvor aber hatte Peter Stöger jedoch noch hervorragende "Arbeit" in Köln geleistet. Aber wie heißt es doch so schön im Volksmund: Nichts verblasst so schnell, wie der Ruhm vergangener Tage. Ob man dem BVB-Management also zu seiner derart überstürzt getroffenen Trainer-Neuverpflichtung tatsächlich gratulieren kann, das wird sich aber erst in der Saison-Rückrunde vollends zeigen. Hoffentlich hat es damit nicht "am falschen Platz" gespart! Irgendwie drängt sich mir hier der Verdacht auf, dass man damit womöglich den "Bock zum Gärtner" gemacht haben könnte: Champions-League-Aus und ins Bundesliga-Mittelmaß abgerutscht... Dicker kann es ja derzeit für den BVB kaum mehr kommen, oder etwa doch? Ich jedenfalls wünsche dem Neuen, Peter Stöger, sehr viel Kraft und Motivationsgeschick im Umgang mit seinen "Mannen", damit der BVB recht bald schon wieder in der Bundesliga die ihm zugedachte "Führungsrolle" neben den Münchenern auf "Augenhöhe" bekleiden kann.

Die alles entscheidende Frage ist nun aber, wie die Börse auf den Trainerwechsel reagiert. Zieht die BVB-Aktie wieder an, nachdem es in den vergangenen Wochen unter dem alten Trainer sehr deutlich gen Süden ging? Heute jedenfalls verliert die BVB-Aktie weiter an Terrain. In der laufenden Saison hat der BVB das Champions-League-Achtelfinale und damit die Aussicht auf weitere Millioneneinnahmen in der europäischen Königsklasse verspielt. Allerdings qualifizierten sich die Dortmunder für das Sechzehntelfinale in der Europa League. Übersteht Dortmund in diesem Wettbewerb noch die eine oder andere spielerische Auseinandersetzung mit der Konkurrenz, so winken zumindest von dort her noch zusätzliche Millioneneinnahmen. Auch wenn diese deutlich kleiner als potenzielle Zusatzeinnahmen in der Champions League ausfallen werden, könnten sie dennoch den Kurs der BVB-Anteilsscheine noch etwas Schwung verleihen. Aber auch ein Sieg gegen den Erz-Rivalen aus München in der kommenden Woche im DFB Pokal würde der BVB-Aktie sicherlich wieder etwas auf die Beine helfen. Entscheidend dafür wird jedoch die Champions-League-Teilnahme im nächsten Jahr sein. Sollte Stöger dieses ambinitionierte Ziel in der noch verbleibenden Liga-Spielzeit jedoch verpassen, so würde sich dies ganz sicher noch zusätzlich sehr negativ auf den BVB-Aktienkurs auswirken.


Mein FAZIT: Etwas "Trost" spenden dürfte den BVB-Aktionären im Falle einer Nicht-Qualifikation in der Champions League in 2018 aber wohl der millionenschwere Verkauf ihres großen Stürmer-Stars Pierre-Emerick Aubameyang. Denkbar wäre in dem Zusammenhang wohl auch, dass ohne Champions League-Teilnahme im kommenden Jahr weitere Topp-Spieler des "BVB-Star-Ensembles" den Verein verlassen und somit hohe Millioneneinnahmen in die Kasse spühlen werden. Die Fangemeinde des Fußball-Vereins BVB würden auf diese Einnahmen mehrheitlich ganz sicher gerne verzichten. Bei den BVB-Aktionären sieht es da sicherlich etwas anders aus. Für jene zählt unterm Strich in erster Linie wohl bloß eine "ordentliche" Rendite, denn wer verleiht schon gern sein Geld zum "Nulltarif"?
Zwar ist die BVB-Aktie optisch, sowohl was den Kurs als auch die KGV-Bewertung angeht, derzeit günstig bewertet, doch aus meiner Sicht ist sie für den Privatanleger eher als unattraktiv einzustufen. Der Grund: Die Entwicklung des Aktiekurses ist zu "unberechenbar", da er nahezu völlig vom sportlichen Erfolg des BVB's abhängt.
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