Kommentar zur Aktie Tesla

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Am 16.12.17
von armericanoo
zu Tesla

Beflügeln erste Großaufträge für neuen Elektro-LKW den Tesla-Aktienkurs?

Firmen-Porträt:

Tesla Motors mit Firmensitz in Palo Alto im US-Bundesstaat Kalifornien ist ein Exot unter den Automobilherstellern. Das 2003 gegründete Unternehmen Tesla Motors entwickelt und produziert ausschließlich elektronisch angetriebene Kraftfahrzeuge und konzentriert sich dabei bisher aufs Premium-Segment. Das erste Fahrzeug, das Tesla Motors in Serie produzierte, war der Sportwagen „Roadster“, der bereits 2008 auf den Markt kam und bis 2012 produziert wurde. Gegenwärtig vertreibt Tesla Motors die Limousine „Modell S“, welches es auch als "Allrad-Variante" gibt. Im Jahr 2014 lieferten die Elektroauto-Pioniere etwa 32.000 Fahrzeugeinheiten aus. 2015 kam mit dem „Modell X“ zudem ein Komfort-Geländewagen, ein "Crossover SUV, auf den Markt. Parallel zur eigenen Fahrzeugproduktion kooperiert Tesla auch mit Daimler und Toyota bei der Entwicklung elektronischer Antriebskonzepte. Überdies betreiben die Kalifornier mit dem „Supercharger“ in Nordamerika, Asien und Australien ein Netz an Schnellladestationen und forschen mit Panasonic an kostengünstigen Energiespeichern.
Gegründet wurde Tesla von einer Gruppe von Ingenieuren um den derzeitigen CEO Elon Musk. Sie hatten es sich zur Aufgabe gemacht, die Leistungsfähigkeit von Elektromotoren in Autos unter Beweis zu stellen. Die Kosten für Forschung und Entwicklung sowie den Aufbau von Produktions-, Service- und Verkaufsstellen schlagen sich in den Geschäftszahlen nieder: 2016 verbuchte Tesla Motors unterm Strich einen Verlust von 773 Millionen US-Dollar. Nach Medienberichten rechnet Konzernchef Elon Musk frühestens 2020 mit dem Erreichen der Gewinnzone.
An der Börse wird die Tesla-Aktie seit Juni 2010 gehandelt. Der Ausgabepreis der Tesla Aktie betrug 17 US-Dollar. Nachdem Daimler und Toyota sich von zwischenzeitlichen Beteiligungen getrennt haben, befinden sich knapp 49 Prozent der Tesla-Aktien in Streubesitz. Größter Einzelhalter von Tesla-Anteilsscheinen ist Firmenchef Elon Musk mit 22 Prozent. Eine Dividende auf die Tesla-Aktie hat der Autobauer bisher nicht gezahlt. Die Tesla Aktie ist zudem im "Nasdaq 100"-Index gelistet.


Tesla braucht Abnehmer – nicht etwa für das neuerdings verfügbare Model 3, geht dies doch inzwischen weg wie warme Semmel – bzw. es würde weggehen, wenn Tesla denn endlich ausliefern könnte wie immer wieder versprochen. Im 3. Quartal 2017 blieben die Auslieferungszahlen denn auch mickrig und damit weit hinter den selbstgesteckten Zielen zurück. Aber das werde schon, wenn die Produktion erst einmal richtig ins Laufen käme, so die Lesart von Tesla-Chef Elon Musk. Verzögerungen und Lieferengpässe sind ja auch bei Tesla nichts neues, sondern längst zur Gewohnheit geworden, und gerade deshalb braucht es neben vertrauensvollen Aktionären auch ebensolche Abnehmer - neuerdings eben auch für die gerade erst der Öffentlichkeit präsentierten "E-Trucks".

Im Gegensatz zum Privatkunden, welcher an teuren Sportwagen interessiert ist, geht es Spediteuren nicht in erster Linie um sogenannte "Prestige-Objekte" oder "Status-Symbole", sondern vornehmlich um Nutzen und Rentabilität, wird dort doch knallhart kalkuliert und gegengerechnet. Solch ein "E-Truck", der in seiner Anschaffung erheblich teurer ist als vergleichbare Fahrzeuge mit herkömmlichen Verbrennungsmotor, der muss den "Diesel" in der "Kosten-Nutzen-Rechnung" erst einmal zu schlagen wissen. Denn obwohl der Truck mit Namen „Tesla Semi“ je nach Ausführung zwischen 150.000 und 200.000 US-Dollar kosten soll, so sei er laut Elon Musk dem Diesel-Laster doch eben auch ein gutes Stück weit überlegen, soll jener Lastkraftwagen doch über eine Reichweite von bis zu 800 km verfügen, während sein Akku innerhalb von lediglich 30 Minuten auf eine Reichweite von etwa 640 km aufgeladen werden kann. Für das dazu benötigte landesweite Ladestation-Netz gedenkt Tesla Motors in Eigenregie zu sorgen. Da wird doch so mancher potenzielle Tesla-Kunde erst so richtig hellhörig.

Auch aus Deutschland gibt es jetzt die erste, sehr bedeutsame Order für das neue Tesla-Vehicel – und die kommt, wen wundert's, von der Deutschen Post bzw. der US-Sparte ihrer Logistik-Tochter DHL. Zehn E-Trucks habe man bestellt, um sie in der Praxis zu testen, so der Bonner DAX-Konzern voller Zuversicht. Dass ausgerechnet die Deutsche Post sich für die E-Trucks interessiert, ist insofern nicht verwunderlich, als dass sie bereits vor einigen Jahren damit begonnen hat, ihre Fahrzeug-Flotte auf elektrische Antriebsformen umzurüsten. Weil damals aber noch kein Autohersteller geeignete Kleintransporter in seiner E-Flotte parat hatte, und die Deutsche Post mit ihrer Anfrage bei denen auch nur auf wenig Gegenliebe stieß, sah man sich dort gezwungen, sich diesbezüglich schnell etwas einfallen zu lassen: Um nicht auf das Vorhaben verzichten zu müssen, taten sich das Bonner Unternehmen mit Wissenschaftlern aus dem Umfeld der "RWTH Aachen" zusammen und bauten sich ihren „Streetscooter“ einfach selbst - zugeschnitten auf die firmeneigenen Bedürfnisse. Ganz nebenbei verschaffte man sich damit eine Vorreiter-Position am Markt, inzwischen werden jene "Streetscooter" auch an zig andere Interessenten veräußert.
Die Deutsche Post als Verkäufer von Kleintransportern? – Die "verschlafene" deutsche Autobranche macht’s möglich, denn der Bedarf an entsprechenden Fahrzeugen wird in Zukunft sicher noch mit kräftigen Zuwachsraten aufwarten können. Gerade für Deutschland und einigen weiteren europäischen Staaten, wo Diesel-Fahrverbote für Innenstädte derzeit immer wieder heiß diskutiert werden, macht dies durchaus Sinn.


Mein FAZIT: Spätestens mit dem "endgültigen" Aus für den "Diesel" wird sich auch hierzulande der Siegeszug der Elektrofahrzeuge immer mehr durchsetzen. Gerade in Bezug auf E-LKW's könnte Tesla dann der globalen Konkurrenz die entscheidende Naselänge voraus haben – vorausgesetzt natürlich, die Auslieferung derselben klappt dann besser als heute, und das E-Vehikel bewährt sich im Praxistest von DHL und Co. zu deren vollsten Zufriedenheit. Auch der Tesla-Aktie dürfte dies dann wohl kräftigen Rückenwind verleihen. Zwar notiert das Papier nach wie vor rund 50% fester als noch vor einem Jahr, es musste aber dennoch seit ihrem Jahreshoch im Sommer einige Federn lassen. Hinzu kommt, dass das Analystenheer allmählich das Vertrauen an Tesla verliert, nachdem der Start des "Model 3" erneut derart "holprig" verlief, und der Konzern auch weiterhin tiefrote Zahlen in seinen Bilanzen ausweist. An den Börsen geht es jedenfalls seit geraumer Zeit wieder "etwas" aufwärts mit den Tesla-Anteilsscheinen. Zuletzt kostete die Tesla- Aktie etwa 265 € oder 313 Dollar. Ich hoffe einmal, dass sich dieser "Hoffnungsschimmer" für die Anleger nicht wieder als sogenannte "Bullenfalle" erweist. Für mich persönlich ist die Tesla-Aktie auch auf dem derzeitigen Kursniveau weiterhin KEIN Kauf!
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