Kommentar zur Aktie Apple

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Am 18.12.17
von armericanoo
zu Apple

"Shazam" - eine sinnvolle Ergänzung der Produktpalette oder eher ein "Biss in einen sauren Apfel"?

Firmenprofil:

Mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 705 Milliarden Euro (Juli 2017) ist Apple das wertvollste börsennotierte Unternehmen der Welt. Trotzdem waren die Apple-Anteilsscheine lange Zeit nicht im Dow Jones-Index vertreten, der die wichtigsten US-Aktien in sich vereint. Der Index ist nicht regelbasiert, und weil die Aktien im Dow Jones nach ihrem Preis gewichtet werden, gab es bis zum Sommer 2014 ein starkes Argument gegen die Aufnahme von Apple: Das Papier war schlichtweg zu teuer. Es hätte auf Anhieb ein enormes Gewicht im Index bekommen. Seit Juni 2014 ist jenes Argument jedoch Tisch: Seinerzeit wurde nämlich durch einen Aktiensplit im Verhältnis 1:7 aus einer ursprünglichen Apple-Aktie gleich sieben Stück. Damit wurde die Aktie des IT-Konzerns schlagartig auch wieder für den Kleinanleger attraktiv, weil erschwinglicher. Im März 2015 war es dann endlich soweit: die Apple-Aktie wurde in den Dow Jones-Index aufgenommen. Doch der Aktiensplit 2014 war keineswegs der erste gewesen: Bereits in den Jahren 2000 und 2005 war die Apple-Aktie im Verhältnis 1:2 geteilt worden.

Als die Apple-Aktie 1980 an die Börse kam, kostete sie lediglich 22 US-Dollar - vier Jahre später, nachdem Apple von Steve Jobs, Steve Wozniak und Ronald Wayne gegründet wurde. Mit dem Macintosh Computer und seiner grafischen Oberfläche feierte Apple in den 80er Jahren erste Achtungserfolge. Zum heutigen Apple-Mythos trug jedoch im Wesentlichen die Rückkehr von Steve Jobs nach dessen zwischenzeitlichem (Zwangs)Ausstieg bei Apple bei und die damit einhergehenden Innovationen bis zu seinem Tod 2011. So mischte Apple mit dem Musikplayer iPod, dem Smartphone iPhone und dem Tablet-PC iPad reihenweise die etablierten Märkte auf und schuf völlig neue Distributionswege für Digital-Güter. Spekulationen über neue Artikel machen seither regelmäßig die Runde, z. B. über Entwicklungen im Automobilbereich. 2015 kam dann die von Beobachtern lang erwartete Apple Watch auf den Markt. Unter CEO Tim Cook erwirtschaftet der Apple-Konzern 2016 einen Umsatz von über 215 Milliarden US-Dollar. Den Umsatzrekord aus dem Jahr 2015 von mehr als 233 Milliarden US-Dollar konnte Apple damit allerdings nicht gefährden. Auch der Jahresabschluss fiel 2016 mit rund 46 Milliarden US-Dollar geringer aus als 2015 (53 Milliarden US-Dollar). Dennoch erhöhte Apple zuletzt die Dividende von 1,98 US-Dollar/Aktie auf 2,18 US-Dollar/Aktie.


Wer hat das nicht auch schon mal erlebt? Man ist unterwegs mit Freunden oder allein im Auto, und plötzlich läuft ein Lied, das einen auf Anhieb gefällt, dessen Melodie sofort im Ohr haften bleibt, und das man gerne wiederfinden möchte. Während viele Radiosender ihre "Playlists" der vergangenen Stunden inzwischen zwar online einblenden, gibt es aber noch immer etliche Situationen, in denen ein solch "unbekannter" Songtitel nicht so ohne weiteres auf die Schnelle ausfindig zu machen ist. Um eben bei diesem Problem Abhilfe zu schaffen, gibt es seit einigen Jahren eine sehr erfolgreiche App namens "Shazam". Diese Musik-Erkennungssoftware fürs Smartphone wird in solchen Situationen aktiviert, einige Sekunden in Richtung der jeweiligen Musikquelle gehalten und schon erscheinen Titel und Interpret auf dem Display – zusammen mit Verweisen auf Streamingdienste wie Apple Music oder Spotify, wo das Lied dann gegen Bezahlung direkt angehört werden kann.

"Shazam" finanziert sich über Provisionen der Streaming-Anbieter sowie Werbeanzeigen und schreibt diesjährig auch erstmals Gewinne - wenn das Geschäft auch noch nicht allzu profitabel ist. Doch, was nicht ist, das kann ja noch werden. Und dies hat sich wohl auch Apple gedacht und umgehend "zugeschlagen": Der Kult-Konzern gedenkt nämlich ernsthaft, sich eben jenen App-Anbieter "einzuverleiben". Über den Kaufpreis kann derzeit jedoch nur spekuliert werden: gemunkelt wird aber hinter vorgehaltener Hand über eine Summe von annähernd 400 Millionen Dollar. Das wäre einerseits einer der teuersten Zukäufe in der Apple-Firmengeschichte, andererseits aber auch ein großes Schnäppchen, gemessen etwa an den 3 Milliarden US-Dollar, die man seinerzeit für den Kopfhörerhersteller "Beats" zu berappen bereit war.

Aber was will Apple mit der App, die bislang lediglich einen vergleichsweise kleinen Markt abdeckt? Konkrete Pläne dazu wurden zwar noch nicht kolportiert, als wahrscheinlich gilt jedoch, dass Apple damit seinen recht spät gestarteten Streamingdienst Apple Music zu "pushen" gedenkt. Mit 30 Millionen Abonnenten verfügt das Angebot dort nämlich gerade einmal über halb so viel zahlungskräftige Kundschaft wie etwa der schwedische Konkurrent und Marktführer "Spotify".

Mein FAZIT: "Shazam" hat bereits vergangenes Jahr verlauten lassen, man hätte die Marke von einer Milliarde Downloads geknackt. Das sind zahlenmäßig doch ganz andere Sphären. Wenn es Apple nun gelänge, ihre Nutzer gezielter in Richtung des hauseigenen Streamingdienstes zu lenken und es darüber hinaus auch noch fertigbrächte, neue Kunden zu gewinnen, so dürfte sich dieser "Einkauf" ganz sicher rasch amortisiert haben. Die Anleger reagierten auf die Ankündigung des Zusammenschlusses hocherfreut, aber keineswegs euphorisch, bewegt sich die Apple-Aktie doch seit Anfang November weitestgehend seitwärts auf einem Niveau um die 170 US-Dollar oder gut 145 Euro.
Der Shazam-Zukauf verlieh ihr kurzfristig neuen Schub, sorgte aber nicht für die allseits erhoffte "Kursexplosion" an den Börsen. An der US-Technologiebörse "Nasdaq" notiert die Apple-Aktie derzeit aber dennoch rund 50 Prozent höher als noch vor einem Jahr, in Euro beläuft sich das Jahresplus auf immerhin beachtliche 35 Prozent. Die Analystenwelt ist zudem nach wie vor von der Marke und deren Aktie begeistert und spricht sich nahezu geschlossen für eine Kaufempfehlung aus, deren Kursziele sich allesamt im Bereich zwischen 185 und 200 US-Dollar bewegen. Dieser Meinung kann ich mich derzeit nur anschließen, denn eine "sichere Bank" wie Apple findet immer wieder Mittel und Wege, die Konkurrenz in ihre Schranken zu verweisen, damit sie ihr niemals wirklich den Rang ablaufen kann.

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