Kommentar zur Aktie BMW

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Am 02.01.18
von armericanoo
zu BMW

Mit Elektromobilität "Made in Germany" auf Wachstumskurs

Firmenprofil:

Die BMW AG ist ein weltweit führender Hersteller von Automobilen sowie Motorrädern. Die Besonderheit des Unternehmens besteht darin, dass es eine reine "Premium"-Markenstrategie verfolgt: BMW entwickelt, produziert und vermarktet seine Produkte unter den bekannten Marken BMW, Rolls-Royce Motor Cars und MINI. Darüber hinaus bietet die Gruppe im Zusammenhang mit ihren Produkten Premium-Dienstleistungen für individuelle Mobilität. Dazu gehören Finanzleistungen wie Finanzierung, Leasing, Vermögensmanagement oder das Flottengeschäft für Privat- und Geschäftskunden. Im Software-Standort Ulm entwickelt die BMW-Tochterfirma BMW Car IT GmbH Software für Fahrzeuge und individuelle Mobilität; besonderer Fokus liegt dabei auf der Fahrzeugvernetzung. Mit dem Hersteller Toyota kooperiert das Unternehmen bei der Elektrifizierung von Antrieben und der Entwicklung von Brennstoffzellen. Die Standorte in 150 Ländern auf allen sechs Kontinenten werden von der Unternehmenszentrale in München aus verwaltet.
BMW strebe für 2017 bei den Auslieferungen im Segment Automobile und dem Konzernergebnis vor Steuern leichte Zuwächse auf jeweils neue Bestmarken an, ließ der BMW-Vorstandsvorsitzende Harald Krüger (CEO seit 13. Mai 2015) auf einer Pressekonferenz verlauten. Nach dem ersten Halbjahr blicke man bei BMW mit großer Zuversicht auf diese ambitionierten Ziele und starte vorsichtig optimistisch ins das zweite Halbjahr, so Krüger seinerzeit weiter, jedoch gehe man angesichts zentraler Technologie- und Strategieprojekte sowie der Umsetzung der größten Modelloffensive in der Geschichte der BMW Group im weiteren Jahresverlauf unverändert von höheren Aufwendungen aus. Hinzu kämen noch ein politisch volatiles Umfeld sowie hohe Vorleistungen für die Elektromobilität und das autonome Fahren. Die BMW Group rechne im Automobilgeschäft 2017 zudem unverändert mit einer EBIT-Marge im Zielkorridor von 8% bis 10%. Sein Unternehmen gehe zugleich davon aus, mit seinen drei Premiummarken auch in 2017 der weltweit führende Anbieter von Premiummobilität zu bleiben. Zudem rechne man angesichts der positiven Umrechnungseffekte für den Umsatz im Segment Automobile nunmehr mit einen soliden Zuwachs.

BMW - Freude am Fahren. Wem ist dieser grandiose Werbeslogan des bayerischen Automobilkonzerns nicht geläufig? Denn bei kaum einem anderen Fahrzeughersteller passt diese Werbeaussage so gut wie eben bei BMW. Die Bayern bauen seit vielen Jahren alltagstaugliche Autos der Premiumklasse, die zugleich für großen Fahrspaß stehen. Doch wie passt das in eine Zeit der erhöhten Abgasnormen und den digitalen Mobilitätslösungen? Wie Umfragen zeigen, gilt das eigene Auto zumindest bei der jüngeren Generation schon längst nicht mehr als "das" Statussymbol schlechthin. Und wie wirkt sich deren veränderte Denkart auf Dauer auf die Geschäftsentwicklung bei BMW aus? Fragen, die ich in meinem Kommentar versuchen werde zu beantworten:

BMW ist in den ersten 9 Monaten profitabel gewachsen, hat aber im 3. Quartal mit Rückgängen beim operativem und dem Vorsteuerergebnis ziemlich enttäuscht. Das Ergebnis belastet haben erhebliche Investitionen in Zukunftsprojekte. Immerhin stehen die Bayern vor der größten Modell-Offensive ihrer Unternehmensgeschichte. Umsatz und Absatz lagen im 3. Quartal denn auch bloß leicht über dem Vorjahresniveau. Ein genauerer Blick auf die 9-Monatszahlen offenbart jedoch, dass BMW kaum an Rentabilität eingebüßt hat. Die operative Marge in der Auto-Sparte lag stabil bei 9,1%. Der Absatz kletterte um 3,7% auf 1,81 Mio Fahrzeuge. Der Konzern verkaufte 68.687 elektrifizierte Fahrzeuge. Das sind 64,2% mehr als im Vorjahr, bezogen auf den Gesamtabsatz aber erst 3,8%. In den nächsten zwei Jahren will BMW zudem 40 neue Modelle auf den Markt bringen. Darüber hinaus gedenkt der deutsche Automobilkonzern seine starke Marktposition in der E-Mobilität noch weiter auszubauen.

Bis 2025 sind 25 elektrifizierte Fahrzeug-Modelle in Planung, davon sollen allein zwölf reine "Stromer" sein. Die hohen Investitionen in konventionelle und neue Antriebstechnologien sowie in die Digitalisierung und den Ausbau des Produktionsnetzwerks bremsen allerdings vorübergehend die Ergebnisentwicklung. Für Rückenwind sorgt zudem die positive Entwicklung der eigenen Finanz-Sparte. Im Autogeschäft peilt BMW unverändert eine operative Marge von 8 bis 10% an. Der Umsatz werde jedoch nicht mehr solide, sondern nur noch leicht, also um maximal 5% steigen. BMW ist zwar in Sachen E-Mobilität besser aufgestellt als die deutsche Konkurrenz. Die revidierte Umsatzprognose hat aber enttäuscht, woran man wieder einmal sieht, das jeder Wandel seine Zeit braucht. Doch BMW geht diese Herausforderungen immerhin an. Wenn das man kein gutes Zeichen in Richtung Zukunft ist?


Mein FAZIT: Betrachtet man sich den Jahreschart der BMW-Aktie, so fällt auf, dass sich jene Papiere in diesem Zeitraum nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben: Sie notierte am heutigen Dienstag, den ersten Börsenhandelstag des neuen Jahres, mit 86,50 € oder rund -0,8% etwas schwächer als zum Jahresultimo, im Vergleich zu Anfang Januar 2017, wo sie noch bei 90 € notierte, sind sie aber dennoch ein gutes Stück entfernt. Angesichts des derzeit sehr moderaten Aktienklimas an den Börsen gibt auch die Charttechnik nicht gerade dazu Anlass, für die BMW-Aktie in nächster Zeit sehr zuversichtlich gestimmt sein zu können: Ob die Anteilsscheine die massive Widerstandsmarke bei 90 € im fünften Anlauf nachhaltig zu "knacken" imstande sein wird, das bleibt abzuwarten. Jedoch sehe ich auch das Kursrückschlagspotenzial vom derzeitigen Kursniveau als begrenzt an, da ihr Fall wohl durch die 85 €- Unterstützungszone ihr jähes Ende finden wird. Doch wie dieser Kampf in dieser verhältnismäßig engen Kursrange auch erst einmal ausgehen mag: Mittel- bis langfristig orientierte Anleger sollten sich davon keineswegs abhalten lassen, eine BMW zu kaufen, da der deutsche Automobilbauer unbestritten seine "Hausaufgaben" mit Blick auf eine erfogreiche Zukunft gemacht hat. Außerdem: Es ist bereits seit einiger Zeit an den Börsen zu beobachten, das jene Aktien, welche dort vergangenes Jahr geregelrecht nach unten "geprügelt" wurden, sich allmählich wieder von ihren herben Kursverlusten erholen, und dieser alljährlich einsetzende Trend dürfte sich wohl auch über kurz oder lang auf die "Verlierer" des Jahres 2017 des Deutschen Aktienindex DAX-30 positiv auswirken. Denn merke: Die Verlierer von gestern sind nicht selten die Gewinner von morgen!
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