Kommentar zur Aktie Deutsche Bank

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Am 16.01.18
von armericanoo
zu Deutsche Bank

Wann reicht die "kleine Schwester" der "großen" endlich die rettende Hand?

Kurzes Firmenporträt:

Die Deutsche Bank AG ist Deutschlands größter Bankenkonzern und zählt global zu den führenden Finanzdienstleistern. Als Multispezialbank bietet sie Kunden eine breitgefächerte Palette von Bankdienstleistungen an. Den Privatkunden steht eine Rundum-Betreuung von der Kontoführung über die Beratung bei der Geld- und Wertpapieranlage bis hin zur Vermögensverwaltung und Vorsorgeplanung zur Verfügung. Firmen- und institutionellen Kunden bieten die Frankfurter das umfassende Spektrum einer internationalen Firmenkunden- und Investmentbank – von der Zahlungsverkehrsabwicklung über die gesamte Bandbreite der Unternehmensfinanzierung bis hin zur Begleitung von IPO's (Initial Public Offering) und der Beratung bei Übernahmen sowie Fusionen. Darüber hinaus nimmt die Deutsche Bank eine gesonderte Stellung im Bereich des internationalen Devisen-, Anleihen- und Aktienhandels ein. Ziel der Bank ist es, der weltweit führende Anbieter von Finanzlösungen zu sein. Als Universalbank ist die Deutsche Bank in den Bereichen Privat- & Geschäftskunden, Asset & Wealth Management, Corporate Banking & Securities, Global Transaction Banking und Non-Core Operations-Einheit tätig. Des Weiteren ist sie mit über 90 Prozent Beteiligung Hauptaktionär der Postbank. Das Unternehmen wurde 1870 gegründet. Die Deutsche Bank-Aktie ist seit 1988 im DAX-30 gelistet, und sie ist der größte Devisenhändler der Welt – mit einem Marktanteil von etwa 20 Prozent. Sie unterhält rund 2800 Niederlassungen in über 70 Ländern. Filialen des Unternehmens finden sich neben Deutschland auch in Belgien, Italien, Polen, Portugal, Spanien und Indien.


Deutschlands größtes und bedeutenstes Bankhaus kommt einfach nicht zur Ruhe: Binnen einer Woche hat die Deutsche Bank-Aktie rund 7 Prozent an Wert verloren. Schuld daran ist die überraschende Bekanntgabe einer Gewinnwarnung. Ursprünglich war das DB-Management davon ausgegangen, im 4. Quartal einen leichten Gewinn eingefahren zu haben, und demzufolge war auch schon wieder von irgendwelchen Bonuszahlungen die Rede. Doch nun scheint ausgerechnet der amtierende US-Präsident Donald Trump der Deutschen Bank diesbezüglich einen Strich durch die Rechnung zu machen. Denn seine großangelegte Steuerreform soll vor allem US-Unternehmen zugute kommen, indem die Körperschaftssteuer für jene von 35 auf 21 Prozent gesenkt werden soll. Im Gegensatz dazu zahlen die Banken wohl erst einmal drauf: Bislang wird denen nämlich noch gestattet, ihre während der Finanzkrise erlittenen Milliardenverluste über Jahre hinweg steuerlich abzusetzen. Aber durch den niedrigeren Steuersatz müssen diese nun wohl oder übel Abschreibungen vornehmen. Das drückt natürlich auf die Gewinne – und sorgt bei der Deutschen Bank unterm Strich voraussichtlich sogar für einen Verlust in der Jahresbilanz.

Die Belastung durch die US-Steuerreform beläuft sich auf etwa 1,5 Milliarden Euro. Doch sie sind nicht das einzige Manko, das der Deutschen Bank das Schlussquartal ordentlich verhageln dürfte. Darüber hinaus entwickelten sich zuletzt auch deren Erträge rückläufig, sodass das deutsche Geldhaus jetzt sogar mit einem Vorsteuerverlust fürs 4. Quartal rechnet. Schwache Erträge, steigende Kosten und negative Zusatzeffekte – kein Wunder, dass die Anleger die Deutsche Bank-Aktie wieder fallen lassen wie eine heiße Kartoffel. Bereits das vergangene Jahr 2017 lief für die Frankfurter alles andere als rund, infolgedessen sich der Aktienkurs auch einer hohen Volatilität ausgesetzt sah. Immer wieder mussten deren Anteilsscheine herbe Rückschläge verkraften. Und das Jahr 2018 verspricht diesbezüglich kaum Besserung. Auf etwa 15,30 Euro ist die Deutsche Bank-Aktie bis zum Freitag abgerutscht. Ob der dritte Jahresverlust in Folge sowie die weiteren skizzierten Schwierigkeiten damit schon hinreichend eingepreist sind, darüber gehen die Meinungen unter den Analysten überdies noch weit auseinander.

Gleich mehrere Studien empfehlen den Anlegern, die Deutsche Bank-Aktie aus ihren Depots zu schmeißen, denn es wird darin ein weiterer Kursabsturz auf 13,50 Euro (S&P Capital) bis hin zu 9,50 Euro (Citigroup) prognostiziert. Dies wird u. a, mit der schwachen Kapitalausstattung der Bank begründet, welche das Geldhaus auch gegenüber der Konkurrenz immer weiter ins Hintertreffen geraten lässt. Es gibt jedoch auch andere Stimmen, die den bisherigen Ausverkauf für überzogen halten sowie davon ausgehen, dass die größten Schwierigkeiten bereits überwunden seien. Die Deutsche Bank könnte sich daher in Zukunft wieder auf die Ertragssteigerung fokussieren. Entsprechende Kaufempfehlungen kamen denn auch nach der Gewinnwarnung von der DZ Bank (Kursziel: 17,50 Euro), Independent Research (18 Euro) und equinet (18 Euro). Während IR damit das Kursziel noch um einen Euro herabsenkte und auch die Ergebnisprognose herunter kürzte, hat equinet seine Bewertung für die Deutsche Bank-Aktie mit der jüngsten Einstufung sogar noch leicht angehoben. Das Gros der Analysten rät allerdings, erst einmal abzuwarten, und die Aktie zu halten. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit knapp 14,60 Euro aber immerhin noch 4,8% unter dem aktuellen Kursniveau.

Mein FAZIT: Am heutigen Dienstag notierte das Deutsche Bank-Papier mit 0,8% bei 15,23 Euro wiederum etwas leichter an der Börse. Von ihrem Vorjahreshoch vom 15.05. bei 17,57 Euro sind sie ja zumindest nominal gesehen nicht mehr allzuweit entfernt, doch ich persönlich kann mich noch an das Jahr 2007 erinnern, als der Anleger für die Aktie in der Spitze noch 88,46 Euro (08.05.) bezahlen, hinblättern musste. Ja, die gute, alte Zeit - sie kommt wohl für die DB-Aktie so schnell nicht wieder!
Zieht man für die weitere Kursentwicklung die Charttechnik zu Rate, so sieht es zurzeit für weitere Kurssteigerungen bei der DB-Aktie recht düster aus - Widerstandsmarken, soweit das Auge reicht, und jene werden wohl bloß zu "knacken" sein, wenn endlich einmal wieder positive Unternehmensnachrichten über Deutschlands bedeutendstes Bankhaus kolportiert würden, aber momentan ist diesbezüglich leider nichts Konkretes in Sicht, was der Aktie einen kräftigen Schub nach oben verleihen könnte - es sei denn, die bereits seit Monaten immer wieder angeheizten Fusionsgerüchte mit der Commerzbank würden sich endlich einmal bewahrheiten. Ja, ja, wie Sie sehen, verehrter Leser: auch in mir keimt diese Hoffnung immer wieder von Zeit zu Zeit auf, wurde aber bislang auch immer wieder in mir im Keim erstickt, doch bekanntlich stirbt ja die Hoffnung zuletzt. Es sollen ja von Zeit zu Zeit noch Zeichen und Wunder geschehen. Nur: ob diejenigen, die daran glauben, nachher auch wirklich selig werden, das bleibt abzuwarten!
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