Kommentar zur Aktie SAP AG

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Am 03.02.18
von armericanoo
zu SAP AG

Dank boomendem Cloud-Geschäft auch künftig keine Wolken am Horizont in Sicht

Kurzes Firmenprofil:

Wer in die SAP-Aktie investiert, der investiert in einen der global umsatzstärksten Anbieter von Unternehmenssoftware sowie softwarebezogenen Dienste und den drittgrößten unabhängigen Softwarehersteller - gemessen an der Marktkapitalisierung. Seit 2010 haben sich laut SAP-Management der Umsatz, das Betriebsergebnis und der Marktwert allesamt mehr als verdoppelt. Im Jahr 2016 setzte der Konzern Waren und Dienstleistungen in Höhe von rund 22,1 Milliarden Euro um. Unterm Strich erwirtschaftete SAP somit einen Jahresüberschuss von etwa 5,1 Milliarden Euro. Die Hauptkonkurrenten bei den Anwendungen sind die US-Konzerne Oracle, Microsoft und IBM, wobei Microsoft und IBM einen Großteil ihres Umsatzes mit Betriebssystemen oder Hardware - also in anderen Bereichen des IT-Sektors - erzielen. Bei der Analytik sind Oracle, IBM und das SAS Institute die stärksten Wettbewerber von SAP.

Der Softwarehersteller wurde 1972 von fünf ehemaligen IBM-Mitarbeitern im baden-württemberischen Weinheim gegründet, der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich jedoch in Walldorf. 1988 wurde SAP dann in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Noch im gleichen Jahr kam die SAP-Aktie an die Börse. Der Emissionspreis der SAP-Aktie betrug seinerzeit 750 DM/Aktie. Von den heute rund 1,2 Milliarden SAP-Aktien befinden sich 85 % in Streubesitz und 13 % in den Händen des Gründer-Quintetts. Regional betrachtet stellen Investoren aus Großbritannien/Irland und den USA die größte Anlegergruppe bei der SAP-Aktie dar. Für das Geschäftsjahr 2016 zahlte SAP eine Dividende von 1,25 Euro/Aktie (Vorjahr: 1,15 Euro).


Jene europäische Unternehmen, die einen hohen Anteil ihres Umsatzes im Dollarraum machen, haben es derzeit alles andere als leicht, denn die schwache US-Währung drückt zunehmend auf die Ergebnisse. Dies zeigte sich auch bei der Präsentation der jüngsten Quartalszahlen der Walldorfer Softwareschmiede SAP. An die guten Zukunftsaussichten von Europas größtem Softwarekonzern ändert dieser momentane Negativ-Effekt allerdings nichts. Die Zahlen, die SAP für das abgelaufene Geschäftsjahr 2017 vorlegte, waren denn auch wie gewohnt von solider Natur - mehr jedoch nicht: Wie erwartet drückte die schwächelnde Weltleitwährung (US-Dollar) die Ergebnisse. Statt des wechselkursbereinigten 6% Umsatzwachstum konnte SAP seine Erlöse im 4. Quartal in Euro gerade einmal um 1% auf 6,81 Mrd. Euro steigern. Dabei war die Cloud-Sparte mit einem Wachstum von 20% erneut der Erfolgsgarant der Walldorfer.

Beim Nettogewinn schaffte SAP im 4. Quartal einen überdurchschnittlichen Zuwachs von +22% auf 1,87 Mrd. Euro bzw. 1,55 Euro/Aktie. Beide Werte lagen im Rahmen der Erwartungen. Bei den Jahreszahlen für 2017 machte sich der negative Währungseffekt nicht so stark bemerkbar: Hier kletterte der Umsatz um 6% auf 23,46 Mrd. Euro und der Nettogewinn um 12% auf 4,06 Mrd. Euro.
Wichtiger als die Ergebnisse für 2017 ist für SAP jedoch der Ausblick auf die zukünftigen Wachstumschancen: Dort blickt SAP dank des "Cloud-Booms" auch weiterhin sehr optimistisch nach vorn. So sind die neuen Cloud-Buchungen um beachtliche 31% angestiegen.

Währungsbereinigt will SAP 2018 mit seinem Cloud-Geschäft zwischen 27 bis 33% wachsen und gedenkt, mit dieser Wachstumssparte einen Jahresumsatz von 4,8 bis 5,0% zu erzielen. Dagegen soll der Gesamtumsatz währungsbereinigt um bis zu 7% wachsen, das Betriebsergebnis um immerhin 8 bis 11%. Deutlich ambitionierter klingen die langfristigen Wachstumsziele des Walldorf-Managements: Für das Jahr 2020 peilt SAP Umsatzerlöse in Höhe von 28 Mrd. bis 29 Mrd. Euro an, davon soll allein die Cloud-Sparte 8,0 - 8,5 Mrd. Euro beisteuern. Das Betriebsergebnis wird in diesem Zusammenhang mit einer Marge zwischen 8,5 Mrd. - 9,0 Mrd. Euro beziffert.

Mit Vorlage der Jahresbilanz kündigte SAP auch eine weitere Übernahme in den USA an: Die Walldorfer kaufen für 2,4 Mrd. US-Dollar den Cloudanbieter "Callidus Software". SAP-Chef Bill McDermott erklärte dazu, dass dies aber keineswegs der Beginn einer Übernahme-Welle sei. „Im Gegensatz zu unseren kalifornischen Mitbewerbern wollen wir in erster Linie organisch wachsen,“ so McDermott. Analysten bewerten den Deal ausgesprochen positiv, denn beide Unternehmen arbeiten bereits seit Jahren im Rahmen einer Vertriebsvereinbarung eng zusammen. Mit der Cloud-Software von Callidus ergänzt SAP seine breite Produktpalette und grenzt sich damit als Anbieter mit universellen Softwarelösungen aus einer Hand von der Konkurrenz ab.


Mein FAZIT: Zugegeben: Ein 1%iges Umsatzwachstum ist ziemlich mager, da der schwache US-Dollar den Walldorfern arg zu schaffen macht. Doch der Währungseffekt dürfte nicht mehr von allzu langer Dauer sein, der positive Wachstumsschub durch den Cloud-Boom allerdings noch Jahre anhalten, und SAP dauerhaft weiterhin zweistellige Zuwachsraten bescheren. Denn mit dem steigendem Anteil des Cloud-Geschäfts am Gesamtumsatz steigt gleichzeitig auch der positive Einfluss der Cloud-Sparte auf die Wachstumsraten des im Dax-30 notierten Softwarekonzerns. Aus meiner Sicht bietet daher die aktuelle Kursschwäche Anlegern mit Weitblick - also mit mittel- bis langfristigem Anlagehorizont - eine günstige Einstiegsgelegenheit in Europas größten Software-Konzern.
Aus charttechnischer Sicht allerdings sieht es es derzeit alles andere als gut aus für die SAP-Anteilsscheine: Sollte die 88 Euro-Marke (auf der die Aktie gerade aufgesetzt hat) nach unten durchbrochen werden, so werden wir wohl recht schnell bei dem Papier Kurse um die 80 Euro sehen. Doch spätestens von dort aus sollte es dann wieder bergauf gehen! Immerhin hat sich die Aktie ja bereits von ihrem Allzeithoch vom 3.11.2017 bei 98,85 Euro schon ein gutes Stück entfernt. Aber keine Panik: Was wächst, dass trägt auch immer wieder Blüten!
Anmerkungen
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SAP AG Aktie
Kurs: 103,16€     +0,2% vs. Vortag
Kursentwicklung 3 Monate (Graue Fläche = DAX)  
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