Kommentar vom 11.02.18
Investorarmericanoo
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Deutsche Bank-Aktie: Quo Vadis?
Gemessen an der Bilanzsumme (Stand 2017: 1475 Milliarden Euro) und der Mitarbeiterzahl (Stand 2016: 99.744) ist die Deutsche Bank AG das größte Kreditinstitut Deutschlands. Der Zentrale des Geldhauses, welches von Ludwig Bamberger, Adelbert Delbrück und Adolph von Rath am 10. März 1870 in Berlin gegründet wurde, befindet sich in Frankfurt am Main, dessen CEO seit dem 1. Juli 2015 der britische Bankmanager John Michael Cryan ist. Das Unternehmen ist als Universalbank tätig und mit Niederlassungen und Filialen in über 70 Ländern weltweit präsent. Im Jahr 2016 erzielte die Deutsche Bank einen Gesamtumsatz in Höhe von 30,01 Milliarden Euro. Als ihre relevantesten Tochterunternehmen werden an dieser Stelle noch die Postbank und die Deutsche Bank Polska genannt.


Schon wieder im Minus! Das hatten sich die Anleger der Deutschen Bank wohl ganz anders vorgestellt. Doch das größte Geldhaus Deutschlands weist auch für 2017 einen Jahresverlust aus, es ist inzwischen der dritte Fehlbetrag in Folge. Erwartet hatte das DB-Management intern sogar einen leichten Gewinn. Durch einmalige Effekte, bedingt durch die US-Steuerreform unter Präsident Donald Trump, geraten nun aber sämtliche in den USA aktiven Großbanken massiv unter Druck. Ja klar: Die Einmalbelastung betrifft die gesamte Branche gleichermaßen. Doch bleibt bei den anderen Großbanken unterm Strich immer noch ein Gewinn hängen, während die Deutsche Bank ihren Anlegern eine halbe Milliarde Euro Verlust präsentieren musste.

BONI FÜR BANKER – NULLRUNDE FÜR DEN INVESTOREN?

Und damit nicht genug: Trotz verheerender Bilanz sollen für 2017 wieder Bonuszahlungen fließen. Diese sind jedoch wohl weniger als Belohnung für gelungene Arbeit zu verstehen als vielmehr als Halteprämie für die jeweiligen "Wunschbanker". Vorstandschef John Cryan betonte auch rasch, dass entsprechende Zahlungen für 2018 lediglich bei entsprechendem Geschäftserfolg wiederholt zu rechtfertigen seien.

Die Anleger jedoch könnten diesmal leer ausgehen. Während die Deutsche Bank für die beiden vorangegangenen Jahre noch die gesetzliche Mindest-Dividende ausgezahlt hatte, könnte in diesem Jahr nach einer Gesetzesänderung durchaus eine "Nullrunde" anstehen. Eine finale Entscheidung hierzu will das Frankfurter Geldhaus aber erst im März fällen, bis dahin müssen sich die Anleger leider noch in Geduld üben.

DEUTSCHE BANK-AKTIE – HALTEN ODER VERKAUFEN?

Der Geduldsfaden der Anleger dürfte allmählich arg überstrapaziert worden sein. Allein aus Sicht der vergangenen vier Wochen haben die Deutsche Bank Anteilsscheine fast 20 % an Wert eingebüßt. Das war zwar sicherlich zum Teil auch dem derzeitigen, allgemeinen Beben an den Börsen geschuldet, doch es ist keineswegs von der Hand zu weisen, dass sich die Deutsche Bank auch mit einem erheblichen Anteil hausgemachter Probleme selbst Sand ins Geschäftsgetriebe gestreut hat. Die drastischen Kursverluste in Reaktion auf die Bilanzpräsentation fielen dafür einfach zu deutlich aus - zeitweise sackte das Papier nämlich um mehr als 6 % ins Minus.

Zum Wochenausklang war die Aktie nicht einmal mehr 12,50 Euro wert. Umso drängender stellt sich die Frage für das große Heer der "Shareholder", wie nun am Besten mit der anhaltenden Kursschwäche der Aktie umzugehen sei - das Papier auch weiterhin auf Gedeih und Verdirb halten, indem man auf eine baldige Bodenbildung mit anschließender Trendwende hofft? Oder aber gerade jetzt bei der eklatanten Kursschwäche der Aktie den Bestand erst echt noch weiter aufstocken, sich relativ günstig mit deren Anteilsscheinen eindecken? Oder ganz einfach in den sauren Apfel beißen, indem man die bereits angefallenen Verluste realisiert, bevor sich der Abgabedruck auf die DB-Aktie noch weiter verstärkt?

Mein FAZIT: Die Analysten (und auch meine Wenigkeit!) haben dazu momentan auch keine einhellige Haltung. Die knappe Mehrheit jedoch rät dazu, das DB-Papier zu halten und vorerst abzuwarten. Kaufempfehlungen mit lohnenden Kurszielen sind diesbezüglich sehr rar gesät: Während die Anzahl der kritischen Expertenstimmen immer größer zu werden scheint, finden sich aber dennoch einige "Berufsoptimisten" darunter, welche das durchschnittliche Kursziel gegenüber der derzeitigen Notierung mit 12 % Kurszuwachs angeben - somit allerdings noch immer unter der wichtigen 14 Euro-Marke. Somit existiert momentan kein richtiger Kaufanreiz für die bereits ohnehin schon arg gebeutelte Aktie der Deutschen Bank, denn auch die Charttechnik verheißt derzeit für deren Papiere nichts wirklich Gutes. Zunächst könnte sie dieser Tage die relativ starke Unterstützungzone um die 10 Euro-Marke testen. Sollte die allerdings signifikant von oben nach unten durchbrochen werden, dann könnte dies für die DB-Aktie ein wahrer "Höllenritt" werden...
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