Kommentar vom 12.02.18
AktieAmazon
Investorarmericanoo
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Der Online-Gigant treibt dem Wettbewerb die Sorgenfalten auf die Stirn
Seien wir doch einmal ehrlich: Aus dem alltäglichen Leben ist für uns der Amazon-Konzern doch kaum mehr wegzudenken. Zu bequem ist das Einkaufen über das Portal des Online-Riesen oder das Nutzen des Speicherplatzes in der sogenannten Cloud (Wolke). Die Zeiten, als Firmengründer Jeff Bezos noch für seine ambitionierten Expansionspläne und hohen Verluste belächelt wurde, sind längst vorbei. Heute ist Amazon eine wahre Innovationsmaschine, die sich ihre Abnehmermärkte einfach selbst kreiert.

Nach der Ankündigung, in den Markt für Krankenversicherungen mit einzusteigen, folgt nun der nächste lautstarke Paukenschlag: Der Internetgigant gedenkt seinen eigenen Lieferdienst zu starten und sorgt damit für ein regelrechtes Kursmassaker unter den zig Logistik-Aktien, für die damit einer der Topp-Kunden nicht nur wegzubrechen droht, sondern auch ein ganz neuer Rivale entstehen könnte.

1. Amazons unstillbarer Expansionsdrang

Die Entwicklung des US-Konzerns ist auf jeden Fall sehr beeindruckend. Im Jahr 1995 ging der Konzern mit einer Datenbank von einer Million Büchern online. Zu Beginn lieferte Firmengründer und Chef Bezos die Bücher noch höchstpersönlich aus, bevor Lieferfahrzeuge angeschafft wurden. In den Folgejahren hat der Konzern dennoch nichts von seiner Innovationskraft sowie Attraktivität für die Kundschaft eingebüßt. Nehmen Sie das Lesegerät "Kindle", die Einführung des Prime Day, Amazon Video, die Cloud, den Kauf der Bio-Supermarktkette "Whole Foods", die smarten Lautsprecher "Alexa" oder der kassenlose Supermarkt "Amazon Go" – die Liste ließe sich fast noch beliebig erweitern.

Das Ergebnis der massiven Investitionen ist jedenfalls beeindruckend. Seit 2003 kletterten die Umsätze von 5,26 auf zuletzt 177,86 Milliarden Dollar. Außerdem ist der Konzern profitabel, auch wenn die Gewinnmargen aufgrund der hohen Ausgaben für Entwicklungen und Marketing mit 1,71% überschaubar sind. Dennoch wurden damit insgesamt immer noch gut 3 Milliarden Dollar Gewinn eingefahren.

2. Amazons "Key of success": Automatisierung

Dabei setzt das US-Unternehmen auf immer mehr Automatisierung, um seine Effizienz weiter zu steigern. Vor über fünf Jahren hat sich Amazon den amerikanischen Roboterhersteller Kiva ins Haus geholt. Mittlerweile drehen über 80.000 von Amazon selbst gebaute Roboter in dem Konzern ihre Runden. Der Grund liegt auf der Hand: in jedem neuen Lager werden tausende der flinken Helfer benötigt. Die Roboter orientieren sich mit Hilfe von QR-Codes auf dem Boden.

3. Amazons zielgerichteter Angriff auf die gesamte Logistikbranche

Mit seinen Vorstößen versetzt der Online-Gigant immer mehr Branchen in Unruhe. Zuletzt rumpelte es kräftig bei den Krankenversicherern, als der Konzern kolportierte, mit JP Morgan und Berkshire Hathaway Krankenversicherungen für die eigenen Mitarbeiter anbieten zu wollen. Auch wenn hierbei die Auswirkungen auf die etablierten Konzerne über lange Zeit noch gering sein dürften, so ist die jüngste Meldung dennoch von sehr bedeutender Tragweite, plant Amazon doch einen eigenen Lieferdienst aufzubauen und jagt mit diesem ambitionierten Vorhaben den beiden Paketriesen UPS und Fedex einen gehörigen Schrecken ein. Unter dem Namen „Shipping with Amazon“ will der Konzern nämlich nicht nur seine eigenen Pakete versenden, sondern ebenso auch für andere Unternehmen Waren ausliefern. Laut Insiderinformationen gedenkt der Seattler Konzern auch beim Preis seine direkten Wettbewerber zu unterbieten.


Mein FAZIT: Auch wenn die Informationen noch nicht voll bestätigt sind, denkbar ist der Schachzug in jedem Fall. Man muss in diesem Zusammenhang wissen, dass Amazon bereits in 37 Städten der USA Waren aus den eigenen Lagern in Eigenregie an seine Kundschaft ausliefert. Auch in Deutschland sind vermehrt Paketboten für den Online-Riesen von Haus zu Haus unterwegs. Darüber hinaus ist das höchst innovative Weltunternehmen gerade dabei, sich seinen eigenen Frachtflughafen zu bauen.

Diese Meldung verfehlte denn auch nicht ihren gewünschten Effekt, sackten doch die Aktien der übrigen Logistik-Riesen bereits am vergangenen Freitag deutlich ab, und dies dürfte erst der Anfang eines lang anhaltenden Wettrennens um die marktvorherrschende Stellung in der Logistik-Branche sein. Denn die Konkurrenz wird dem aggressiven Geschäftsgebaren des Online-Giganten sicherlich mit allen nur erdenklichen Mitteln Paroli bieten wollen. Diesbezüglich hat der Paketspezialist UPS bereits angekündigt, bis zu 7 Milliarden Dollar in sein Liefernetzwerk investieren zu wollen. Für die Kunden dürfte das auf jeden Fall von Vorteil sein: schnellere Lieferungen in Kombination mit günstigeren Preisen. Der Kunden wird sich darüber ganz sicher freuen. Deshalb bin ich in Bezug auf die Amazon-Aktie auch weiterhin sehr positiv gestimmt. Es wird mit ihr ganz sicher - wenn auch unter den marktüblichen Schwankungen - weiter in Richtung Norden gehen...

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