Kommentar zur Aktie Qualcomm

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Am 13.02.18
von armericanoo
zu Qualcomm

Aktie hat im Vorfeld des "Broadcom-Megadeals" noch einiges an Potenzial

Kurzes Firmenprofil:

Die Qualcomm Incorporated ist ein führender Halbleiterhersteller, der sich primär auf die Entwicklung der CDMA-Mobilfunktechnologie konzentriert. CDMA (Code Division Multiple Access) ist neben GSM (Global System for Mobile) einer der weltweit wichtigsten Mobilfunkstandards. Darüber hinaus entwickelt das kalifornische Unternehmen noch diverse Lösungen für die drahtlose Sprach- und Datenkommunikation. Im Bereich Mobilfunk-Chips zählt Qualcomm weltweit zu den Marktführern. Ein Großteil der Module bei Smartphones stammt eben aus dem Hause Qualcomm. Das Unternehmen erblickte im Juli 1985 im US-kalifornischen San Diego das Licht der Welt, wo auch der Sitz der Zentrale ansässig ist. Als die Gründungsväter vom Qualcomm gelten in erster Linie Irwin Jacobs und Andrew Viterbi. CEO und Director des Technologiekonzerns ist seit dem 4. März 2014 der 48-Jährige Steven M. Mollenkopf. Im Geschäftsjahr 2016 erzielte das Unternehmen einen Umsatz in Höhe von 23,55 Milliarden USD.
Im November 2017 unterbreitete Broadcom der Qualcomm Inc. ein Übernahme-Angebot. Zum Zeitpunkt der Offerte versuchte Qualcomm seinerseits, erst einmal die Übernahme des Automobil-Chipherstellers NXP Semiconductors in Höhe von 38 Milliarden USD abzuschließen. In einer am 13. November 2017 veröffentlichten offiziellen Stellungnahme lehnte der Vorstand von Qualcomm das Kaufangebot von Broadcom einstimmig ab. Als Reaktion darauf gab Broadcom in einer offiziellen Verlautbarung bekannt, dass sich das Unternehmen auch "weiterhin voll und ganz auf den Deal einlassen wird". Bereits am 4. Dezember 2017 nominierte Broadcom vorschnell etwaige Kandidaten für den Qualcomm-Vorstand unter seiner Leitung.


Zur Erinnerung: Broadcom ließ dem Qualcomm-Management vergangenen November eine unaufgeforderte Übernahme-Offerte im Volumen von 121 Mrd. US-Dollar zukommen. Qualcomm hat die Offerte jedoch kurzerhand als "unzureichend" und zu "unsicher" zurückgewiesen, zeigte sich diesbezüglich allerdings gesprächsbereit, um zu prüfen, ob die bilateralen Differenzen überbrückt werden können. Nun steht ein Treffen zwischen den beiden Unternehmen ins Haus: Ausgerechnet am 14.2., also am Valentinstag, trifft sich Qualcomm mit dem ungeliebten Bieter zu Sondierungsgesprächen. Sind das etwa gute Vorzeichen dafür, dass aus dem bislang feindlichen Übernahme-Versuch doch noch eine gütliche Einigung in beiderseitigem Einvernehmen erzielt werden kann?

1. Wettbewerbshürden stellen größte Deal-Bremse dar

Was die beiden Kontrahenten auf ihrem gemeinsamen "Meeting" im Detail besprechen wollen, darüber ist zwar noch nichts durchgesickert, doch so gut wie sicher ist, dass wettbewerbsrechtliche Hürden thematisiert werden müssen. Aufgrund dessen hat Qualcomm auch große Bedenken, dass der Deal mit Broadcom letztlich zum Abschluß gebracht werden kann. Darum erwartet Qualcomm auch vom Bieter vorab eine verbindliche Zusage, den "Deal" in jedem Fall abschließen zu wollen - koste es, was es wolle (hell or high water). Falls Broadcom nicht bereit sei, Qualcomm diesen Blanko-Scheck auszustellen, dann solle stattdessen ein sehr spezifischer Übernahme-Plan vorgelegt werden, wie es nach der Broadcom-Auffassung überhaupt möglich sein soll, die angestrebte Übernahme an den US-Wettbewerbsbehörden vorbei zu bekommen.

2. Preisvorstellungen beider Parteien gehen weit auseinander

Dass nach den Gesprächen am morgigen Mittwoch ein Umdenken des Qualcomm-Managements erfolgt, damit rechnen wohl nicht einmal die kühnsten Optimisten – auch wenn die Bedenken über die Deal-Genehmigung nach und nach ausgeräumt werden könnten. Qualcomm steht zudem auch mit dem Übernahme-Preis auf Kriegsfuß, worauf Broadcom nach der zuletzt erfolgten Erhöhung Qualcomm wissen ließ, dass jene die beste und finale Broadcom-Offerte darstelle. Es kann zwar nicht ausgeschlossen werden, dass eine der beiden Parteien von ihren harten Positionen etwas abrückt, doch wer mag daran schon noch ernsthaft glauben?

3. Broadcom sichert sich Kreditlinien und kann auf Hilfe von Finanzinvestoren zählen

Bleibt es bei dem derzeitigen geschäftlichen "Patt", so könnte die größte bisherige Übernahme in der Chipbranche tatsächlich zu einer "feindlichen" werden. Broadcom arbeitet mit Hochdruck an einem Deal, wird diesbezüglich ganz sicher nicht locker lassen – völlig egal, ob das Qualcomm-Management nun mitspielt oder nicht. Über das Wochenende hat sich der "feindliche Übernehmer" bereits bei diversen Banken einen Kreditrahmen in Höhe von mehr als 100 Mrd. US-Dollar einräumen lassen, um die Barkomponente des Übernahme-Angebots begleichen zu können und auch noch genügend "Cash" für die "Nach-Übernahme-Phase" inpetto zu haben. Zugleich holte Broadcom noch einige Finanzinvestoren mit ins Boot, welche das Unternehmen bei seinem Milliarden-Deal tatkräftig unterstützen wollen.


Mein FAZIT: An der Börse sind die Investoren aktuell noch nicht davon überzeugt, dass es auch wirklich zu diesem Mega-Deal zwischen den beiden Chip-Kontrahenten kommen wird. Die Qualcomm-Aktie steigt nach den Neuigkeiten zwar im vorbörslichen US-Handel um weitere 2,8%, notiert mit 65,79 Dollar jedoch ein ganzes Stück unter dem von Broadcom gebotenen Preis von 82,00 Dollar/Aktie. Einer Bloomberg-Umfrage zufolge liegt die Offerte in etwa auf der Höhe, die Investoren als akzeptabel erachten. Überdies teilte Broadcom dazu auch noch mit, dass man nach Rücksprache davon überzeugt sei, dass sich einige der führenden Qualcomm-Aktionäre bereits mit dem "bevorstehenden" Deal angefreundet hätten. Sollte die finale Abstimmung darüber jedoch in gut 3 Wochen zu Gunsten der Übernahme ausfallen, so werden/müssten die Qualcomm-Papiere noch deutlich an Wert zulegen. Wird die Offerte allerdings abgelehnt, so werden jene unter Garantie den "Rückwärtsgang" einlegen.
Meine persönliche Einschätzung dazu ist: Der "Mega-Deal" wird über die Bühne gehen - egal, wie lange sich Qualcomm noch "ziert". Darum hat die Aktie für mich auch noch einiges an Luft nach oben...
Anmerkungen
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Qualcomm Aktie
Kurs: 66,80€     -1,1% vs. Vortag
Kursentwicklung 3 Monate (Graue Fläche = DAX)  
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armericanoo
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