Kommentar vom 25.02.18
AktieTesla
Investorarmericanoo
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Tesla Energy - Der heimliche Wachstumsmotor des Elektroauto-Pioniers
Während Tesla vom Investorenpulk bisher hauptsächlich als Elektroautohersteller wahrgenommen wurde, wird allenthalben übersehen, dass der Elektroauto-Pionier inzwischen weit mehr zu bieten hat. Bereits seit 2015 gibt es nämlich auch noch die Tesla-Sparte "Energy", mit der man die ständig steigende Nachfrage nach Energiespeicherprodukten zu erfüllen gedenkt. In 2017 stellten sich dort die ersten Erfolge ein. Im dritten Quartal 2017 konnte Tesla damit schon 110 Megawattstunden (MWh) an Energiespeicher-Kapazitäten bei Kunden installieren – immerhin ein respektabeler Zuwachs von 138 % gegenüber dem Vorjahr. Im Schlussquartal 2017 kamen dann noch weitere 143 MWh hinzu.

Insgesamt generierte die Energieerzeugungs- und Energiespeicher-Sparte im Schlussquartal des vergangenen Jahres einen Gesamtumsatz in Höhe von 298 Mio. US-Dollar – ein Zuwachs von satten 127 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Anleger fragen sich daher mit Recht und Fug, was denn eigentlich genau hinter "Tesla Energy" steckt, und wie sich deren Geschäftsentwicklung auf die mittel- bis langfristige Kursentwicklung der Tesla-Aktie auswirken wird?

1. Mit Energiespeicher und Solaranlagen zum Erfolg

Tesla fasst das Geschäft mit Energieerzeugung und -speicherung unter dem Dach von "Tesla Energy" zusammen. Das Segment steuerte im 4. Quartal 2017 etwa 9 % zum Tesla-Gesamtumsatz (3,29 Mrd. US-$) bei. Die Grundlage dieses Geschäfts bilden die zwei Energiespeicherlösungen "Tesla Powerwall" und "Tesla Powerpack". Während die 2. Generation der Tesla Powerwall (Tesla Powerwall 2) über eine Speicherkapazität von 13,5 Kilowattstunden und einen integrierten AC-Wechselrichter verfügt, kann jedes Tesla Powerpack (Tesla Powerpack 2) mit 16 einzelnen Batteriemodulen und einem isolierten DC/DC-Wandler gut 210 Kilowattstunden an Energie speichern. Ergänzt werden die Energiespeicherprodukte durch das "Tesla Solardach" (Tesla Solar Roof). Dabei handelt es sich um Glas-Solarziegel, welche konventionelle Solaranlagen durch Aufbausysteme ersetzen. Im Klartext:: Ein "Häuslebauer" kann sein Wohngebäude anstatt mit gewöhnlichen Dachziegeln gleich mit vier individuellen Glas-Solarziegeln von Tesla bestücken.

2. Welche Gründe sprechen für ein Tesla Solar-Dach?

Ein Tesla Solardach soll im Schnitt 51.000 US-$ kosten und ist damit zunächst einmal deutlich teurer als ein herkömmliches Solar-System, welches maximal bis zu 32.000 US-$ kosten kann - inklusive der 7.000 US-$ für einen Batteriespeicher. Allerdings verweist Tesla neben der Ästhetik auch noch darauf, dass ein typischer US-Eigenheimbesitzer Anspruch auf eine steuerliche Förderung von 10.000 bis 15.900 US-$ hat. Zudem soll so ein Dach, das zu 70 % mit Solardachziegeln bedeckt ist, dem Hauseigentümer über 30 Jahre Mieteinnahmen in Höhe von 73.500 US-$ einbringen und jenem damit einen Nettoertrag von 31.200 US-$ erwirtschaften, so Tesla. Kritiker führen dem gegenüber jedoch an, dass eine gewöhnliche Aufdach-Solaranlage da deutlich preiswerter in ihren Anschaffungskosten sei und sogesehen letztlich auch eine höhere Rendite abwerfen würde, da damit mehr Sonneneinstrahlung gespeichert werden könne.

3. Was kann der Anleger von "Tesla Energy" in 2018 erwarten?

Tesla erwartet für das laufende Geschäftsjahr ein starkes Wachstum bei seinen Energiespeicherprodukten. Ziel ist es darüber hinaus, die installierten Speicherkapazitäten in 2018 gegenüber dem Vorjahr etwa zu Verdreifachen. Dabei behilflich sein soll u. a. auch eine strategische Kooperation mit der US-Baumarktkette "Home Depot". Schon im 1. Halbjahr 2018 gedenkt Tesla mit seinen Solarprodukten als auch mit seinen Energiespeicherprodukten (Tesla Powerwall) in 800 "Home Depot"-Niederlassungen Flagge zu zeigen, und diese Produkte jeweils "vor Ort" vorzuführen.


Mein FAZIT: Tesla ist längst mehr als nur ein Elektroautobauer. Zwar kann das Tesla-Solardach nicht in allen Punkten überzeugen, doch es stellt im äußerst lukrativen Zukunftsbereich der Energiespeicherprodukte durchaus ein nicht zu unterschätzendes Wachstumspotenzial für Tesla insgesamt dar. Schenkt man dazu der Prognose von "GlobalData" Glauben, dann soll das Volumen an installierten Energiespeicherprodukten von 1,5 Gigawatt im Jahr 2015 auf 14 Gigawatt bis ins Jahr 2020 wachsen. Allein in den USA dürfte der Markt für diese Batteriespeicher dann ein Volumen von 1,7 Mrd. US-$ umfassen. Darüber hinaus erwarten die Experten von Bloomberg New Energy Finance bis 2030 eine weltweite Investitionshöhe von sage und schreibe 103 Mrd. US-$ in diesem Geschäftssegment.
Bei aller Euphorie sollte der Anleger jedoch nicht außer acht lassen, dass das Tesla-Energiespeicher-Geschäft noch immer in den sogenannten Kinderschuhen steckt. Zudem schreibt Tesla noch immer tiefrote Zahlen (lesen Sie dazu bitte auch meinem ersten Februar-Tesla-Kommentar!), eine unumstößliche Tatsache, die sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch in den kommenden 2-3 Jahren nicht ins Gegenteil verkehren lassen wird. Deshalb stellt die Tesla-Aktie für mich derzeit auch kein Investment dar, mit dem ich Nachts ruhig schlafen könnte.
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