Kommentar vom 04.03.18
Investorarmericanoo
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Wer zu zögerlich agiert, reagiert, der stärkt damit der nimmermüden Konkurrenz den Rücken
Gerät die langfristige Wachstumsstory des weltgrößten US-Social Media Konzerns allmählich in ernsthafte Gefahr? Ein prüfender Blick auf die Kursentwicklung der vergangenen Monate verweist jedenfalls auf die hohe Nervosität, welche seit geraumer Zeit unter den Facebook-Anlegern um geht. Zwar verbucht die Aktie auf Jahressicht auf Eurobasis immer noch einen Kursaufschlag von 15 % auf zuletzt 146 Euro, doch an der New Yorker Tech-Börse Nasdaq beläuft sich dieser immerhin auf satte 30 % oder stolze 179 US-Dollar. Allerdings ist die starke Volatilität der Aktie in den vergangenen Monaten ein Beleg für die zunehmende Verunsicherung der Aktienmärkte weltweit. Und das hat auch seine Gründe, die man als Anleger keineswegs auf die leichte Schulter nehmen sollte. Denn Facebook kämpft – wie z. B. auch Google – um seine Haupteinnahmequelle - den Werbeanzeigen.

1. Jüngere Nutzer wenden sich verstärkt von Facebook ab

Was im Umfeld von Suchmaschinen-Anfragen noch vergleichsweise wenig störend und mitunter sogar hilfreich erscheinen kann, das schreckt mittlerweile viele Facebook-User ab. Vor allem die jüngere Internet-Generation kehrt dem weltweit größten Social-Media-Anbieter in zunehmendem Maße den Rücken, indem sie zur Konkurrenz wie z. B. Snap abwandern. Immer wieder werden neue Studien kolportiert, in denen vor einer „Vergreisung“ der Facebook-Community gewarnt wird: Jüngere Nutzer unter 25 Jahren zeigen immer weniger Interesse an dem Netzwerk, deren Anzahl wird sich diesen Prognosen zufolge in den kommenden Jahren auch weiterhin rückläufig entwickeln. Darüber hinaus loggen sich auch die älteren Nutzer dort immer seltener ein. Die Anzahl der täglich aktiven Nutzer ist im 4. Quartal des letzten Jahres in den USA und Kanada erstmals in der Unternehmensgeschichte von 185 auf 184 Millionen zurückgegangen.

Es gibt jedoch auch positive Nachrichten von Facebook: So ist parallel dazu die Zahl der aktiven Tagesnutzer in Europa um 3 Millionen auf 277 Millionen gestiegen, und auch in Asien und Afrika nutzen anscheinend immer mehr Menschen die Möglichkeit, sich aktiv via Facebook miteinander zu vernetzen. Unterm Strich kommt das Unternehmen damit auf ein globales Wachstum von insgesamt 14 % auf stolze 1,4 Milliarden Nutzer. Anders ausgedrückt: Mehr als jeder siebte Erdenbürger nutzt dieses soziale Netzwerk.

2. Öffentliche Kritik

Zugleich gerät das kalifornische Unternehmen in der Öffentlichkeit zunehmend in die Kritik. So wird Facebook beispielsweise nachgesagt, viel zu untätig zu sein in Bezug auf die Verbreitung von Fake-News bzw. gegen sogenannte Hasskommentare resolut vorzugehen. Immerhin ist das soziale Netzwerk für immer mehr Menschen zu einer Informationsquelle (Nachrichtenseite) geworden. Allerdings bewegt sich der überwiegende Teil der Nutzer dabei in einer „Bubble“, also einer Blase: Sie sind befreundet mit anderen Nutzern oder haben Seiten „geliked“, die weitgehend ihren bereits bestehenden Überzeugungen entsprechen und jene im Sinne einer "Echokammer" noch weiter verstärken.

Facebook selbst hat zu Beginn des neuen Jahres diesbezüglich einen radikalen Schritt angekündigt, mit dem sich der Konzern aus Anlegersicht letztlich sogar ins eigene Fleisch schneiden könnte: Der dort bislang vorherrschende komplexe Algorithmus soll dergestalt umgestellt werden, dass der Nutzer wieder vermehrt Inhalte seiner Freunde und Bekannten angezeigt bekommt und damit weniger berieselt wird mit irgendwelchen Inhalten von zahllosen Unternehmensseiten. Facebook-Chef Mark Zuckerberg spricht in diesem Zusammenhang von einer Verbesserung der „Quality Time“, die Nutzer auf Facebook verbringen. Nachrichtenseiten jedoch, welche seit geraumer Zeit Facebook zur Verbreitung ihrer News-Inhalte genutzt haben, befürchten dagegen nun Schwierigkeiten.


Mein FAZIT: Nicht zuletzt deswegen könnte sich eben jene Umstellung, deren Details wie gewohnt vom Facebook-Management so lange wie möglich unter Verschluß geheim gehalten werden, auch als Hemmschuh in Sachen neuer Werbeanzeigen erweisen, an denen sich ja gerade vermehrt die jüngere Facebook-Generation immer mehr zu stören scheint - welche aber zugleich die Geschäftsgrundlage für Facebooks wirtschaftlichen Erfolg bilden. Trotz dieser widersprüchlichen Interessenslage und der Volatilität des Aktienkurses zeigen sich die Analysten recht zuversichtlich, dass Facebook seine primären ( z. T. auch hausgemachten) Probleme) schon bald in den Griff bekommen wird, wodurch einem weiteren Anstieg der Facebook-Aktie Tür und Tor geöffnet würde. Fast einstimmig raten den auch aktuelle Firmenstudien zum Kauf des Papiers, in denen mehrheitlich von Kurszielen zwischen zwischen 225 bis 250 US-Dollar die Rede ist. Im Klaretxt: Der Social-Media Gigant muss sich bewegen, sich weiterentwickeln, um damit den immer stärker um sich greifenden Vertrauensschwund gerade unter der jungen Generation entgehenzuwirken - ansonsten wird die Facebook Social-Media-Gemeinschaft wohl von Jahr zu Jahr etwas mehr in sich zusammenschrumpfen. Wie heißt's doch so trefflich: "Wer sich nicht rührt, der sich ganz allmählich selbst die Kehle zu schnürt"...
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