Kommentar vom 04.03.18
Investorarmericanoo
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Google Cloud: Potenzial wird allzu häufig unterschätzt
Die Amazon-Tochter "Amazon Web Services" (AWS) ist der König unter den sogenannten Cloud-Anbietern - was die Marktanteile und auch den Umsatz angeht. Im jüngsten Quartal steuerte die Amazon-Tochter mehr als 5 Mrd. US-Dollar zum Jahresumsatz bei, allein der Cloud-Umsatz wuchs dabei zur Freude der Investoren um satte 45 % gegenüber dem Vorjahresniveau. Mittlerweile ist die Amazon-Tochter sogar die fünftgrößte Softwarefirma der Welt, rangiert gleich hinter den globalen Software-Riesen Microsoft, IBM, Oracle und SAP, betrachtet man die Sparte "Amazon Web Services" (AWS) einmal separat vom Gesamtkonzern. Nicht zuletzt dieser Erfolg hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Amazon-Aktie jüngst auf ein neues Allzeithoch von über 1.400 US-Dollar gestiegen ist.


1. Kampfansage an Amazon: Google will in 2022 die Nr. 1 im Cloud-Geschäft sein

Analysten schätzen, dass Amazon in der Cloud mindestens 10x so groß ist wie die nachfolgenden zehn Wettbewerber zusammen. Den zweiten Rang in Sachen Cloud-Infrastruktur-Services beansprucht zurzeit Microsoft (Azure Cloud) für sich, dicht gefolgt von Google sowie IBM. Obwohl derzeit lediglich auf Platz drei in diesem wachstumsstarken Bereich gelistet, gedenkt Google mit seiner "Google Cloud"- Platform den heutigen Branchenprimus in einigen Jahren an Rang abzulaufen. Als Stichjahr dafür wird 2022 genannt, so die Kampfansage diesbezüglich von "Google Cloud"-Chefin Diane Greene.

2. "Google Cloud": So groß ist das Geschäft

Dieser Plan erscheint sehr ambitioniert, ist jedoch alles andere als abwegig. Im jüngsten Quartal hat der Google-Mutterkonzern Alphabet erstmals Umsatzzahlen für sein Cloud-Geschäft kolportiert. Demnach erzielt die "Google Cloud"-Platform zusammen mit der Business-Software "G Suite" - welche ebenfalls über die Cloud ausgeliefert wird - immerhin einen Quartalsumsatz von 1 Mrd. US-Dollar. Eine Aufschlüsselung dieser Zahl auf jene zwei Einzelbereiche wurde dabei jedoch nicht bekannt gegeben.
Eines steht allerdings fest: Zahlreiche Unternehmen verlagern weiter im großen Stil Geschäftsprozesse in die sogenannte "Datenwolke", um sich damit eine größere Flexibilität zu verschaffen sowie Kosteneinsparungen inpuncto Software-Wartung und -services zu erreichen. Nicht zuletzt aus diesen Gründen sieht sich "Google Cloud" gegenüber der globalen Konkurrenz im Vorteil. Davon scheint auch der Mutterkonzern "Google" selbst verstärkt zu profitieren: So konnte Google zuletzt immerhin einige Prestige-Kunden in der Cloud gewinnen, wie "Google Cloud"-Chefin Diane Greene weiter ausführt.

Demnach würden der Online-Zahlungsspezialist "PayPal" als auch die Londoner Großbank "HSBC" bereits die "Google Cloud" benutzen. Das Besondere daran ist jedoch, dass jene beiden "Google Cloud"-Kunden in einem stark regulierten Marktumfeld tätig sind, welches enorm hohe Anforderungen inpuncto Datensicherheit stelle. Google jedenfalls könne diese Voraussetzungen nach eigenen Angaben vollständig erfüllen. Dies läge u. a. auch daran, wie Google als Suchmaschine mit all seinen Anwendungen entstanden ist. Um die Masse an Suchanfragen zu bedienen, habe Google universelle Infrastrukturen (Untersee-Glasfaserkabel etc.) errichtet, die heute sieben Anwendungen (Gmail, YouTube, Google Search, Android, Google Play Store, Google Maps, Google Chrome) mit mehr als einer Milliarde aktive Nutzer tragen – damit sei Google schon vor dem Start der "Google Cloud"-Platform eine Cloud-Firma gewesen.

Überdies ist Google in den Bereichen Datenmanagement und -analyse den Wettbewerbern gegenüber klar im Vorteil. Neben "Google Analytics" und "BigQuery" hat "Google Services" immerhin auch "Google Maps" das Leben eingehaucht, die Firmen in der Cloud nutzen können, um deren eigene Daten mit den Google-Daten zu verknüpfen, wodurch sich dann bequem diverse Analysen in Echtzeit durchführen lassen. Darüber hinaus ist Google auch in der Thematik "Maschinelles Lernen" (Machine Learning) sowie "Künstliche Intelligenz" (KI) zu einer weltweit gefragten Adresse geworden, nachdem man die britische Firma "DeepMind" übernommen hat und mit Hilfe ihrer "KI" führende Go-Player öffentlichkeitswirksam besiegt hat.


Mein FAZIT:: Zweifelsohne ist Google im Cloud-Geschäft zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz für Amazon & Co. herangereift. Im Klartext: Google ist bereits heute in der Cloud dank seiner vorhandenen Infrastruktur und Softwareangebote bestens aufgestellt, um eine hohe Verfügbarkeit, Skalierbarkeit und Sicherheit seiner "Cloud-Services" zu gewährleisten. Dank der Google-Analyseprodukte wie z. B. "BigQuery" können zudem komplexe Datenanalysen im Petabyte-Bereich kostengünstig angeboten werden – ein gravierender Vorteil, den schon etliche Kunden (WePay etc.) nutzen und zu schätzen wissen. Bei Google ist man daher sehr optimistisch, dass man in den kommenden Jahren neben Coca-Cola, HTC, Philips, Airbus, Spotify und Evernote noch weitere namhafte Kundschaft für die "Google Cloud" gewinnen kann. Auch aus diesen Gründen vertrete ich die Meinung, das der Anleger Google deswegen nicht bloß als Suchmaschinenanbieter wahrnehmen sollte, sondern auch als ein "Cloud-Provider" von Rang und Namen, dessen Anteilsscheine dem mittel- bis langfristig orientierten Anleger diesjährig noch eine satte Rendite bescheren dürfte.
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