Kommentar vom 24.03.18
Investorarmericanoo
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Der Gegenwart in Richtung Zukunft auch weiterhin den entscheidenden Schritt voraus
Kurzes FIRMENPROFIL:

Die in Martinsried bei München ansässige MorphoSys AG ist ein deutsches Biotechnologie-Unternehmen, das im Segment der vollständig humanen Antikörper agiert. Es entwickelt auf der Basis eigener und einzigartiger Technologien Antikörper, welche in der Forschung, der Diagnostik und der Behandlung von Krankheiten ihre Anwendung finden. Die relevanteste Technologie der MorphoSys AG ist jedoch die Antikörper-Bibliothek "HuCAL" (Human Combinatorial Antibody Library), die mehrere Milliarden unterschiedliche menschliche Antikörper in Form eines Phagen-Displays beinhaltet. Diese Bibliothek wird gegen Lizenzgebühren diversen Partnerunternehmen zur Verfügung gestellt, um diese zu Forschungszwecken nutzen zu können oder zur Entwicklung von therapeutischen Wirkstoffen einzusetzen. Zu den zahlreichen Frenchising-Unternehmen zählen namhafte Konzerne der Pharmaindustrie und Biotechnologie wie beispielsweise Roche, Merck & Co., Boehringer Ingelheim, Novartis, Daiichi Sankyo sowie Pfizer.

Gegründet im Jahr 1992, gelang es der MorphoSys AG nach und nach ihre einzigartige Antikörper-Bibliothek "HuCAL" aufzubauen. Diese bedeutende Technologie des Biotechnologie-Konzerns zeichnet sich durch eine enorme Leistungsfähigkeit aus, sodass eine rasche und automatisierte Produktion von wesensverwandten Antikörpern realisiert werden kann. Eine herausragende Besonderheit der HuCAL-Bibliothek der MorphoSys AG ist zudem die Möglichkeit, jene Antikörper exakt anhand der vordefinierten Anforderungen zu optimieren sowie zu produzieren.


Verkehrte Welt? Das Morphsys-Management warnt für 2018 vor einer Ausweitung der Verluste – und dennoch schnellt die Aktie auf ein neues Mehrjahreshoch. Was auf den ersten Blick paradox klingt, lässt sich wohl am ehesten damit erklären, dass das Biotech-Unternehmen womöglich vor einem erneuten großen Durchbruch steht, welcher im Vorfeld nun erst einmal Investitionen verschlingt.
Großer Hoffnungsträger ist diesbezüglich der Antikörper "Mor 208", der zurzeit an Blutkrebspatienten getestet wird und dem die US-Zulassungsbehörde FDA erst vor wenigen Monaten den Status als „Therapiedurchbruch“ bescheinigt hat. Dieser Sonderstatus verspricht immerhin ein beschleunigtes Genehmigungsverfahren. Mit der Markteinführung des Medikaments wird jedoch nicht vor 2020 gerechnet, da jenes noch weitere Testphasen durchlaufen muss.

1.) Morphosys' neue Einnahmequelle: Lizenzgebühren

Mit dem Vertrieb hauseigener Antikörper betritt Morphosys geradezu Neuland - allerdings sehr zur Freude der Anleger. Denn im Gegensatz zur Auftragsforschung für externe große Pharmakonzerne – die weiterhin zusätzlich betrieben wird – kann Morphosys durch eigene Mittel direkt von den Gewinnen aus Verkäufen profitieren. Im vergangenen Jahr hat Morphosys auf diese Weise schon in Kooperation mit dem Pharmakonzern Johnson & Johnson eine hochwirksame Arznei gegen Schuppenflechte mit Namen "Tremfya" auf den Markt gebracht. Janssen - eine Tochterfirma von Johnson & Johnson - fungiert dabei als sogenannter "Lizenznehmer", während Morphosys dafür die Tantiemen für die verkauften Einheiten einstreicht. Das Geschäftsmodell soll künftig zusätzliche Einnahmen in die Kassen des Biotech-Unternehmens spülen. Anleger und Analysten zeigten sich zuletzt sehr zuversichtlich - und das trotz der zu erwartenden steigenden Verluste im laufenden Geschäftsjahr.

2.) Morphosys-Aktie steigt auf Mehrjahreshoch

Mit derzeit etwas über 83 Euro kostet die im TecDax gelistete Morphosys-Aktie am vergangenen Freitag so viel wie letztmals im Jahr 2014. Aber auch auf Jahressicht hat sich deren Wert um knapp 50% nach oben bewegt. Gelingt der (erhoffte) Durchbruch, so besitzt das Papier überdies noch einiges an Kurspotential. Etliche Analysten sprachen zuletzt Kaufempfehlungen für das Papier aus, dessen Kursziele vorwiegend im Bereich zwischen 93 Euro (Oddo Seydler Bank) und 100 Euro (JP Morgan) angesiedelt liegen.


Mein FAZIT: Die Biotech-Branche "boomt" seit einigen Jahren. Allerdings verbrennen derlei zukunftsträchtige forschende Unternehmen sehr viel Geld, dass erst einmal wieder verdient werden will. Ehe ein Durchbruch, ein weiterer "Meilenstein" gelingt und damit dann die erwarteten Einnahmen in die Bilanz miteinfließen lässt, sind in der Regel eben mehrjährige "horrende" Investitionen vonnöten - und zwar ohne Erfolgsgaratie. Umso wichtiger ist es, nach Möglichkeit mehrere vielversprechende Projekte in der eigenen "Pipeline" zu haben, was Morphosys zuletzt immer besser gelungen ist. So gesehen fiel es den Investoren auch um einiges leichter, der Morphosys AG einen Jahresverlust in Höhe von 67,6 Millionen Euro (nach 59,9 Millionen im Vorjahr) für 2017 zu verzeihen. Das Ergebnis lag hingegen im firmenintern angestrebten Rahmen und fiel damit sogar noch etwas besser aus, als von den Analysten zuvor erwartet. Der Umsatz stieg zudem um satte 34% auf 66,8 Millionen Euro, was neben Meilenstein- und Vorabzahlungen ebenso auch durch die neuen Lizenzgebühren begünstigt wurde.
Laut der Charttechnik scheint für die Morphsys-Aktie derzeit bei einen Kursniveau von 87 Euro der Deckel drauf zu sein. Binnen kurzer Zeit ist sie jetzt auch im zweiten Anlauf an dieser wichtigen Widerstandsmarke gescheitert, doch liegt dies meines Erachtens wohl eher an dem momentan ohnehin schwachen Börsennumfeld im Allgemeinen als am freiwilligen "Konsolidierungswillen" der Biotech-Aktie im Besonderen. Sobald sich die Wogen um den drohenden "Handelskrieg" mit Trump-Amerika (hoffentlich!) wieder etwas geglättet haben, so wird von der Morphsys-Aktie ganz sicher der nächste Versuch unternommen, erneut neue Jahreshöchststände markieren zu wollen - und dann ist der auch ganz bestimmt mit Erfolg gekrönt! Denn wie jeder weiß, der das Aktiengeschehen seit längerem verfolgt: Politische Börsen hatten bislang noch immer kurze Beine!
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MorphoSys Aktie
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