Kommentar vom 11.04.18
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Tesco-Aktie zieht an: Tesco trotzt Brexit-Sorgen und macht wieder mehr Gewinn
Tesco-Aktie zieht an: Tesco trotzt Brexit-Sorgen und macht wieder mehr Gewinn

Die britische Supermarktkette Tesco hat im abgelaufenen Geschäftsjahr ihren Gewinn deutlich gesteigert.
Obwohl der Verfall des britischen Pfunds durch die andauernden Brexit-Sorgen die Einfuhr von Gütern verteuert, was einigen Händlern bereits zum Verhängnis geworden ist, konnte Tesco mit Kosteneinsparungen und Preiserhöhungen gegensteuern.

Wie der Konzern am Mittwoch in London mitteilte, stieg der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn im Jahresvergleich um gut 28 Prozent auf 1,64 Milliarden Pfund (1,9 Mrd Euro). Dies war mehr als Analysten erwartet hatten. Die Aktie stieg in London im frühen Handel um mehr als 5 Prozent und setzte sich an die Spitze des britischen Leitindex FTSE 100. Analysten sprachen von starken Zahlen, zu denen vor allem das Geschäft in der Heimat beigetragen habe.

Der bevorstehende Brexit und der damit einhergehende Verfall der britischen Währung hat die Probleme vieler Händler auf der Insel verschärft. Einige, wie der Elektronikhändler Maplin oder die britische Tochter der US-Spielzeugkette Toys 'R' Us, kämpfen ums Überleben. Laut den Experten der UBS ist es Tesco aber gelungen, schneller als viele Wettbewerbern den gestiegenen Kostendruck mittels höherer Preise an die Verbrauchern weiterzugeben.

Den Umsatz steigerte Tesco 2017/2018 (Ende Februar) um 2,3 Prozent auf 51 Milliarden Pfund. Dem Konzern zufolge haben sich die vielen Initiativen wie beispielsweise die Belieferung mit Lebensmitteln noch am gleichen Tag, das Bezahlen mit dem Handy oder die Einführung neuer Fertigmahlzeiten gelohnt. Auch die Aktionäre, die im vergangenen Jahr leer ausgegangen sind, sollen wieder eine Dividende von insgesamt 3 Pence je Aktie erhalten.

Der britische Einzelhandelsmarkt ist hart umkämpft. Druck kommt insbesondere von den deutschen Discountern Aldi und Lidl, die mit ihren Niedrigpreisen sehr erfolgreich auf Kundenfang gegangen sind. Das hatte auch Tesco in Bedrängnis gebracht. Der Konzern wird seit Jahren umgebaut mit dem Ziel, mittelfristig die Kosten um 1,5 Milliarden Pfund zu senken. Tausende Stellen wurden bereits abgebaut, Läden modernisiert und das Produktangebot überarbeitet. Britische Zeitungen hatten berichtet, Tesco plane zudem eigene Discount-Läden, um Aldi und Lidl auszubremsen. Kommentieren wollte der Konzern das bislang nicht.

Im März hatte Tesco die Übernahme des Großhändlers Booker für 3,7 Milliarden Pfund unter Dach und Fach gebracht. Das Großbritannien-Geschäft des fusionierten Unternehmens führt nun der von Booker kommende Manager Charles Wilson. Beobachtern zufolge hat Wilson dank des prestigeträchtigen Amts innerhalb der Tesco-Gruppe auch gute Chancen, irgendwann Konzernchef Dave Lewis zu beerben./she/mne/das
Anmerkungen
http://www.handelsblatt.com/wirtschaft-handel-und-finanzen-tesco-trotzt-brexit-sorgen-und-macht-wieder-mehr-gewinn/21162110.html
OktiEdda
17.04.18 07:05 Uhr
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