Kommentar vom 01.05.18
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Investorarmericanoo
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Siemens verdrängt erstmals "Platzhirsch“ Vestas vom Windkraft-Thron
Eine aktuelle Branchen-Bestandsaufnahme:

1.) Siemens – der neue „Branchenprimus“

Nun ist es amtlich - ist man diesbezüglich schon fast geneigt laut hinauszuposaunen: Erstmals ist Siemens der Weltmarktführer in der Windkraft-Industrie. Die Siemens-Tochter "Gamesa“ ist mit scheinbarer Leichtigkeit am bisherigen dänischen "Platzhirschen“ Vestas vorbeigezogen. Demnach wurden Siemens-Gamesa-Rotoren an Land und auf See mit einer Gesamtleistung von 9,52 Gigawatt (GW) installiert, Vestas kann dagegen im gleichen Zeitraum lediglich auf 7,71 GW verweisen. Die chinesische „Goldwind“ konnte hingegen ihren dritten Rang behaupten, während die RE-Sparte von General Electric vom "Kronprinzenplatz“ auf den "undankbaren“ vierten Platz abrutschte.

Jenen Unternehmen ist es immerhin nachhaltig gelungen, durch ihre strategische Ausrichtung ihre Marktanteile auf diesem zukunftsträchtigen Milliardenmarkt weiter gegenüber der hartnäckigen Konkurrenz zu festigen. So etwas ist überlebenswichtig für ein solches Unternehmen, denn der globale Windmarkt ist zuletzt bloß noch "suboptimal“ gewachsen. Im vergangenen Jahr wurden Anlagen mit einer Gesamtleistung von 56 GW installiert – das sind gerade einmal 2 GW mehr als im Jahr 2016, wohingegen es 2015 noch 63 GW gewesen waren.

Die Aarhuser leiden - wie übrigens auch deren Wettbewerber - unter der schwächelnden Nachfrage und dem damit einhergehenden Preisverfall am Wind-Systeme-Markt. In 2017 reduzierte sich der Umsatz bei Vestas im Vergleich zum Vorjahr spürbar. Aber auch das operative Ergebnis lag etwa 13% unter dem Vorjahreswert. Einziger Lichtblick derzeit: Der Auftragsbestand erhöhte sich auf 11.176 Megawatt (MW).


2.) Argentinien - Schlüsselmarkt für Vestas

Nachdem die Vestas Wind Systems vergangenes Jahr sein Geschäft in Asien-Pazifik-Raum sowie China neu strukturiert hat, soll nun die Lateinamerika-Präsenz mit einer neuen, hochmodernen Montage-Anlage gestärkt werden. Insgesamt sollen in Argentinien rund 300 direkte bzw. indirekte Arbeitsplätze durch diese geplante Fabrik entstehen. Immerhin besitzt der Markt für Windkraftanlagen in Argentinien noch ein großes Wachstumspotenzial, neuerliche Installationen sollen dort bis 2025 rund 10 GW erzeugen können. Immerhin sind die Dänen bereits seit 1991 im Land aktiv. Zweifelsohne ist Argentinien für Vestas der Schlüsselmarkt in Lateinamerika. Bereits 2015 hat die argentinische Regierung das „RenovAr“- Programm aufgelegt, mit dem sie bis 2020 rund 20% des erneuerbaren Energiebedarfes des Landes zu decken gedenkt.


3.) Nordex setzt auf stringente Kostenreduktion

Aber auch die deutsche Nordex SE steht gewaltig unter Druck. Mit der Übernahme der spanischen "Acciona Windpower“ wollten die Rostocker weiter wachsen und den Abstand zum dänischen Marktführer Vestas verkürzen. Doch stattdessen ging der Umsatz im Geschäftsjahr 2017 von 3,4 auf 3,1 Mrd. Euro zurück. Insgesamt errichtete Nordex 2,7 GW und erreichte damit gerade einmal das Vorjahresniveau. Dagegen fiel das operative Ergebnis um 15%. 2017 diente dem Nordex-Konzern in erster Linie dazu, um sich auf die modifizierten Marktbedingungen einstellen zu können. Infolge dessen senkte man dort die Strukturkosten nachhaltig und die neuen, deutlich effizienteren Produkte wurden beschleunigt auf den Markt gebracht, was sich aber wohl erst so richtig im Zahlenwerk für 2018 bemerkbar machen wird.


4.) 2G Energy macht estaunliche Fortschritte

Das Geschäftsjahr 2017 hat sich allerdings auch für die 2G Energy (Anbieter von Blockheizkraftwerken zur dezentralen Energieversorgung mittels Kraft-Wärme-Kopplung) im nordrhein-westfälischen Heek sehr solide entwickelt. Der Umsatz erreichte immerhin das obere Ende der zuvor getätigten Management-Prognose. Dank eines hohen Auftragsbestands und eines lebhaften Auftragseingangs zu Jahresbeginn gab sich deren "Chefetage“ überdies sehr optimistisch in punkto der weiteren Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr.

Erfreulich ist zudem, dass das Geschäft mit erdgasbetriebenen Blockheizkraftwerken (BHKW) sowohl im In- als auch im Ausland weiter anzieht. Darüber hinaus erhielten die Westmünsterländer erste Anfragen für autarke Inselversorgungskonzepte in Deutschland sowie erste größere Aufträge aus Frankreich, Japan und Italien. Auch das Erdgasgeschäft könnte sich als ein sogenannter Wachstumstreiber etablieren. Erste Umsätze erzielte 2G Energy bereits mit ihrer neuen Online-Plattform für Ersatzteile.

2G befindet sich also auf einem guten Weg in Richtung Wachstum und Zukunft. Die Internationalisierung schreitet auch hier allmählich voran und beginnt Früchte zu tragen, was auch das angepeilte Wachtum des Unternehmens stützen dürfte.

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