Kommentar vom 28.05.18
Investorarmericanoo
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Die Zukunft hat endlich auch bei Volkswagen mit dem "VW ID"-Elektroauto Einzug gehalten
Kurz und bündig:

Volkswagen drängt mit dem "VW ID" in den Massenmarkt und gedenkt damit unter anderem auch, dem Elektroauto hierzulande zum Durchbruch zu verhelfen.

VW versucht mit allen nur erdenklichen Mitteln, den noch immer imageschädigenden "Diesel-Skandal" endlich vergessen zu machen. Diese "Mamutaufgabe" obliegt nun also dem neuen VW-Chef Herbert Diess, der dieses ambitionierte Unterfangen jüngst zur "Chefsache" erklärt hat und den Wolfsburger Automobilkonzern mit einer Offensive in Sachen Elektroautos aus der "Dauerkrise" zu steuern gedenkt. Zwar hat der VW-Aktienkurs in den letzten 12 Monaten - zur Freude der Anleger - um über 20 % zulegen können, doch ist er damit von seinem Allzeithoch im Jahr 2015 (250 €) trotzdem noch meilenweit entfernt. Am vergangenen Freitag hat sich die Aktie mit 170,14 Euro aus dem wöchentlichen Börsenhandel ins Wochenende verabschiedet.


1.) Volkswagen - neuer Vorstandsvorsitzender will Rentabilität des Konzerns steigern

Bereits im April wurde kolportiert, dass Herbert Diess den ehemaligen Porsche-Chef Matthias Müller an der Spitze von VW ablösen wird. Der neue VW-CEO erhält zudem mehr Handlungsvollmachten, denn der 59-jährige Ingenieur soll fortan nicht bloß den Volkswagen-Konzern leiten, sondern ihm soll überdies auch noch die sehr relevante Volumen-Sparte VW Pkw, die komplette Fahrzeug-IT (Vernetzung des Autos) sowie der gesamte Forschungsbereich unterstellt sein.

Herbert Diess gedenkt, die Innovationen mit noch mehr Tempo als bisher vorantreiben. Dazu bekommt VW eine neue Struktur bzw. neue Markengruppen (Volumen, Premium, Super Premium und Turck & Bus) verpasst – dadurch sollen Entscheidungen künftig schneller fallen und in die Tat umgesetzt werden können. Ziel von Diess ist es, in punkto Ertragsstärke, Innovationskraft und Nachhaltigkeit zum führenden Unternehmen in der Automobilindustrie zu avancieren. Konkret soll die operative Rendite von VW bis 2020 auf 4 % klettern, bis 2025 wird sogar die 6 % Marke angepeilt.


2.) Volkswagen - der "VW ID" steht bereits in den Startlöchern

Eine erste Nagelprobe in Sachen Innovationskraft steht für die Wolfsburger bereits im nächsten Jahr an, denn dann soll mit dem VW ID das erste betriebseigene Elektroauto in der Großserie von Volkswagen (VW) unter dem Namen "Neo" auf den Markt kommen. Der Neo ist quasi der "Golf der Zukunft" und soll zu annehmbaren Preisen von 30.000 Euro 2019 zum Erwerb stehen. VW visiert damit ganz konkret den Massenmarkt an - ähnlich wie der Elektroauto-Pionier Tesla mit seinem "Model 3". Mit einer Akkuladung soll der VW-Neo eine Reichweite von mindestens 400 Kilometer haben. Gegen Aufpreis soll auch ein größerer Akku erhältlich sein, mit dem der VW-Neo dann mit einer Reichweite von annähernd 600 Kilometer ausgestattet wäre.

Darüber hinaus soll ein 170 PS starker Elektromotor an der Hinterachse den 4,10 Meter langen VW-Neo in weniger als 8 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen können. Der Fünfsitzer wird das erste von mehreren Elektroautos sein, die VW in den kommenden Jahren auf einer neuen Plattform auf den Markt zu bringen gedenkt.


3.) Volkswagen - 27 neue Elektroautos befinden sich noch in der "Firmen-Pipeline"

Die Ziele von Thomas Ulbrich – Vorstand der E-Autosparte von VW – sind sehr ambitioniert. Innerhalb von drei Jahren will VW 27 neue E-Autos für vier Marken in drei Regionen auf den Markt bringen.
Neben dem VW ID bzw. VW Neo sind ab 2021 unter anderem ein Elektro-SUV (VW ID Crozz), sowie ein elektrischer Kleinbus und eine E-Limousine geplant. Sie sollen allesamt an lediglich vier Standorten produziert werden: in USA, Deutschland sowie zwei Mal in China. Der VW ID bzw. VW Neo soll ab Ende 2019 im sächsischen Zwickau vom Band laufen.


Mein FAZIT:

Volkswagen hat nach dem "Dieselskandal" endlich die Zeichen der Zeit erkannt und setzt jetzt auf die Zukunft - auf eine breite Elektroauto-Offensive. Speerspitze bildet der VW ID bzw. VW Neo, von dem in 2020 bereits 100.000 Stück vom Band rollen sollen, später sollen dann 300.000 E-Autos/Jahr das Maß der Dinge sein. Die Anleger dürfen gespannt sein, ob VW seine langjährige Erfahrung in der Automobilfertigung ausspielen und, anders als Tesla, seinen Zeitplan bei der Massenproduktion der Elektroautos auch einhalten wird können. VW ist zum Erfolg verdammt, denn nicht nur einheimische Autobauer wie Daimler und der Elektroauto-Pioinier Tesla drängen mit Nachdruck in den Massenmarkt, sondern auch chinesische Hersteller (BYD, Geely etc.) wollen ein großes Stück von diesem schmackhaften Zukunftskuchen abhaben. Volkswagen wird also in den kommenden Jahren höllisch aufpassen müssen, bei diesem Wettlauf um das Automobil der Zukunft nicht etwa gegenüber der Konkurrenz doch noch den Kürzeren zu ziehen, kommt doch die VW-Initiative in punkto Elektroautos reichlich spät. Doch wie heißt es schon so trefflich in Friedrich Schiller''s Schauspiel Wilhelm Tell aus dem Jahr 1805: "Ihr kommt spät - doch Ihr kommt!"
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