Kommentar vom 18.06.18
Investorarmericanoo
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Rocket Internet-Aktie: Zündet die "Kursrakete" schon bald wieder?
Kurz und bündig:

Ob und wann die Rocket Internet-Aktie sich wieder zu neuen Kurshöhen aufschwingen wird, steht derzeit in den Sternen. Wirklich "zündende" IPO's finden einfach zu selten statt, da die hauseigene "Pipeline" damit zu dünn bestückt ist.


Mit dem Geschäftsmodell, als Beteiligungsgesellschaft junge aufstrebende Firmen "börsenreif" zu machen sowie die Anleger dann mit steigenden Aktienkursen zu beglücken, damit ging Rocket Internet im Oktober 2014 selbst an den Start: Risiko-Kapital einsammeln, um die eigenen Geschäftsaktivitäten finanzieren zu können. Und mit jedem weiteren IPO eines hauseigenen "Kandidaten" kommt dann immer wieder "frisches" Geld in die Firmenkasse. Gut und schön: Soweit die Theorie...


1.) ROCKET INTERNET - Aktie der Samwer-Brüder kommt nicht in die Gänge

Was folgte, war der schnelle Aufstieg in den M-Dax – danach erfolgte ein schier endloser "Salami-Crash" der Aktie. Erklomm der Kurs einen Monat nach Börsendebut noch 56,60 Euro, so "schrumpfte" er bis April vergangenen Jahres auf gerade einmal 16,36 Euro zusammen. Seitdem geht es wieder etwas zögerlich bergauf. Am heutigen Vormittag notiert eine Rocket Internet bei 25,68 Euro und somit noch gefühlte "Lichtjahre" vom einstigen "All-Time-High" vom 28.11.2014 bei 56,60 Euro entfernt - und dennoch ist das Rocket Internet-Papier noch immer stark überbewertet. Die Umsätze sind seit dem Höchststand von 128,3 Mio. Euro von vor drei Jahren weiter rückläufig, letztes Jahr wies man dort gerade man noch 36,76 Mio. Euro aus. Darüber hinaus schreibt man aber auch beim operativen Ergebnis schon seit Jahren tiefrote Zahlen. Lediglich das Betriebsergebnis nach Steuern gab bei den Berlinern etwas Grund zur Freude, denn nach einem Verlust von 697 Mio. Euro in Jahr 2016 schlugen dort das Jahr darauf immerhin 2,25 Mio. Euro zu Buche.

Der Versuch, Kosten einzusparen, manifestiert sich vor allem mit Blick auf die Mitarbeiterzahl, die seit 2013 um gut ein Viertel reduziert wurde. Mit 559 Angestellten gilt es nun, endlich die Wende einzuleiten sowie erfolgreich umzusetzen. Allerdings lassen sich Erfolgsgeschichten wie die Börsengänge von Zalando von vor vier Jahren oder Delivery Hero (2017) nicht in schöner Regelmäßigkeit fortsetzen.


2.) ROCKET INTERNET - diese drei Posten stehen für den Börsenwert

Demzufolge hat Rocket Internet auch seine "Anteile" im großen Stil zurückgefahren – bei Delivery Hero etwa auf 8% – und sich zusätzlich auch noch von zahlreichen Tochtergesellschaften komplett verabschiedet. Zu Jahresbeginn waren es mit 85 denn auch bereits 35 weniger als 2017. Vor diesem Hintergrund ist auch der Umsatzrückgang zu verstehen. Gleichzeitig spühlten die Anteilsveräußerungen aber auch Geld in die Kasse des Inkubators. Derzeit verfügt das Unternehmen über eine Liquidität in Höhe von 2,3 Mrd. Euro – was wiederum eine gute Basis ist für künftige Aktivitäten. Zählt man dieses Geld zum Wert der Beteiligungen an den Börsenunternehmen "Delivery Hero" und "Hello Fresh" hinzu, so fallen die Barreserven der Berliner Beteiligungsgesellschaft sogar noch um einiges höher aus (3,55 Mrd. Euro) und entsprechen somit mittlerweile fast der Marktkapitalisierung von Rocket Internet in Höhe von 3,84 Mrd. Euro. Grob gesehen steht also die derzeitige Börsennotierung für die drei zuvor von mir angeführten Zahlenposten.

Doch nun ist es für die Samwer-Brüder an der Zeit, endlich die nächste "Kursrakete" an der Börse zu zünden. Zu den erwähnenswerten Kandidaten im Rocket Internet-Portfolio gehören die "Global Fashion Group", der Internethändler "Jumia" sowie das Möbelhaus "Westwing" .

Der letzte IPO von Rocket Internet , "Home 24", wurde bereits vergangenen Freitag (15.6.) erfolgreich an die Börse gebracht, denn die Aktien von "Home24" sind zu 28,50 Euro in den Handel auf Xetra gestartet. Der Ausgabepreis für die Papiere des Online-Möbelhändlers lag bei 23,00 Euro/Anteilsschein und damit nahe dem oberen Ende der Marge, die von 19,50 bis 24,50 Euro gereicht hatte. Home24 gab rund 6,5 Millionen Aktien aus, was einen Bruttoerlös von knapp 150 Millionen Euro entspricht. Hinzu kommen Mehrzuteilungen im Umfang von knapp 1 Million Papiere, wodurch bei vollständiger Ausübung der sogenannten "Greenshoe-Option" weitere 22,5 Millionen Euro "eingefahren" würden. Die Aktienplatzierung würde damit knapp 29 Prozent des Grundkapitals umfassen. Das Berliner Beteiligungsunternehmen hält daran immerhin ein Aktienpaket von 41% und hat nach eigenen Aussagen auch nicht vor, jene schon so bald wieder unter die Leute zu bringen. Allerdings gedenkt "Home24" dringend seine "Kasse" aufzubessern, da trotz steigender Umsätze noch immer Verluste geschrieben werden.

Mein FAZIT:

Noch diesjährig könnte ein weiterer Börsengang folgen: "Jumia" ist seines Zeichens ein Internethändler, eine afrikanische "Amazon"-Kopie, welche auf dem Schwarzen Kontinent bereits in 14 Ländern seine Onlinedienste anbietet. Trotz der ebenfalls vorhandenen Verluste wird auch hier auf das enorme Zukunftspotenzial vertraut. Einzig das Einrichtungshaus "Westwing" ist zurzeit profitabel. Doch dafür ist noch kein Börsentermin in Sicht. Abgesehen davon sind die weiteren Kandidaten im Rocket Internet-"Brutkasten" schwer einschätzbar. Allerdings hat der Berliner Startup-Inkubator mit seinem jüngsten Aktienrückkaufprogramm dem eigenen Aktienkurs etwas auf die Sprünge helfen können. Hier jedoch auf die große Trendwende zu setzen, erscheint mir derzeit aber noch viel zu riskant. Auch und gerade weil sich Rocket Internet-Chef Oliver Samwer immer wieder hartnäckigen Gerüchten ausgesetzt sieht, er wolle sich schon bald vom Kapitalmarkt zurückziehen, um fortan als klassischer Risikokapitalgeber zu fungieren.
Aus rein charttechnischer Sicht besitzt eine Rocket Internet zurzeit gute Chancen, die Widerstandsmarke bei etwa 26 Euro zu "knacken". Sollte ihr dies gelingen, so könnten wir bei ihr ziemlich rasch die 30 Euro-Marke sehen. Wenn...! Dort angelangt, dürfte dann jedoch die Luft arg dünn werden für das Papier der Beteiligungsgesellschaft, da hier ein massiver Widerstand lauert, der wohl keinesfalls im sogenannten "Hauruck-Verfahren" zu nehmen sein wird - es sei denn, die aktuelle Nachrichtenlage böte der Aktie dabei tatkräftige Unterstützung. Allzu großes Rückschlagspotential sehe ich hier allerdings auch nicht. Da die Bodenbildung bei dem Papier längst erfolgt ist, sehe ich die Entwicklung der Aktie in nächster Zeit seitwärts mit Tendenz nach oben, bei dem derzeitigen sehr volatilen Marktumfeld würde ich jedoch von einem Engagement in diese Aktie abraten.
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Rocket Internet Aktie
Kurs: 22,46€     -2,3% vs. Vortag
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