Kommentar zur Aktie Volkswagen VzA

Als interessant bewertet
170 mal gelesen
Am 02.07.18
von armericanoo
zu Volkswagen VzA

Eine "Talfahrt" in eine ungewisse Zukunft mit den "üblichen" Verdächtigen am Steuer

Kurz und bündig:

Bußgeld, Verhaftung, Strafzölle – die VW Aktie steht auch weiter massiv unter Druck. Unterdessen arbeitet Volkswagen mit Hochdruck an der Digitalisierung des Vertriebs.


Einleitung:

Die Digitalisierung schreitet in sämtlichen Betätigungsfeldern der Wirtschaft ungebremmst voran, hinterlässt damit ihre Spuren nicht nur beim Einzelhandel ect., sondern ebenso auch in der Automobilbranche. Bislang war der Weg zum Händler obligatorisch, wenn der Kunde ein Neufahrzeug erwerben wollte. Ein Auto per Mausklick einfach online zu bestellen, liegt zwar auch heute schon im Bereich des Möglichen, ist bislang aber eher noch die Ausnahme von der Regel. Dieses "Szenario" könnte sich aber schon in naher Zukunft ändern.


1.) VOLKSWAGEN - Digitalisierung der Vertriebswege

Volkswagen arbeitet zurzeit an einer breit angelegten Offensive mit dem deutschen Händlerverband. Demnach sollen die Vertriebswege in den kommenden Jahren umgestellt und digitalisiert werden. Für die Umrüstung stellt der VW-Konzern seinen Vertragspartnern zig Millionen Euro zur Verfügung, allerdings müsste dafür im Gegenzug die vollständige Digitalisierung im Hause VW auch bis 2020 abgeschlossen werden. Entsprechende Verträge sollen bereits im Herbst unterzeichnet werden, entsprechende Verhandlungen seien denn auch schon weit fortgeschritten, so ein VW-Sprecher.

Mit diesem Schritt versucht der Automobil-Hersteller einer möglichen Konkurrenz durch etablierte Onlinehändler wie beispielsweise Amazon zuvorzukommen. Dass jener Internetgigant künfig auch im Autohandel kräftig mitmischen könnte, darüber wird bereits seit Monaten in Fachkreisen diskutiert. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis der "Online-Kraken" auch dahingehend seine "Fühler" ausstreckt.
Das haben selbstverständlich auch die VW-Vertragshändler erkannt, und sich wohl nicht zuletzt gerade deswegen auf diesbezügliche Gespräche mit dem Volkswagen-Konzern eingelassen.


2.) VOLKSWAGEN - der "Dieselskandal" und kein Ende...

Für Volkswagen ist dieses Projekt richtungsweisend: Seit dem Chefwechsel im Frühjahr wird in Wolfsburg einiges umgekrempelt. Dass neben der Konzernstruktur auch die Vertriebswege auf den Prüfstand gestellt werden, erscheint mir da nur allzu logisch.

Dennoch schaffes es die Wolfsburger nicht, den Dieselskandal vollständig in den Griff zu bekommen, geschweige, ihn und den damit einhergehenden Prestigeverlust endlich in vollem Umfang loszuwerden. Kaum dass es zwischenzeitlich mit der VW-Aktie einmal wieder aufwärts ging, verhagelte die nächste Negativ-Nachricht über die Verhaftung eines Audi-Managers erneut die Anlegerlaune an der Börse. Da half es auch wenig, dass Volkswagen mit der Akzeptanz des Bußgeldes, welches die deutschen Behörden über den Konzern verhängt hatten, eine weitere Baustelle in der Aufarbeitung des Skandals abhaken konnte.


3.) VOLKSWAGEN - Anleger fürchten die verhängten US-Zölle

Hinzu kommt ein unberechenbarer US-Präsident Trump, der es neuerdings zu seinem Hobby auserkoren hat, mit ständig neuen Strafzöllen um sich zu werfen – diverse Produkte aus etlichen Ländern sind bereits davon betroffen, und auch die Automobilindustrie hat reichlich Grund davor zu zittern.

Von einem Aufschlag von bis zu 25 % ist die Rede – und die Unterhändler auf europäischer Seite können den hiesigen Automobilherstellern auch kaum Hoffnung darauf machen, jene Maßnahmen doch noch in letzter Minute abwenden zu können. Ein solcher Schritt dürfte nicht nur die Handelsbeziehungen zwischen den USA und Europa weiter schwer belasten, sondern dürfte sich auch in den Bilanzen von Volkswagen und Co. empfindlich niederschlagen, welche Jahr für Jahr zahlreiche Fahrzeuge in die Vereinigten Staaten exportieren.


Mein FAZIT:


Die VW Aktie jedenfalls steht auch deswegen schon wieder seit einigen Wochen massiv unter Abgabedruck an der Börse. Auf Monatssicht hat das VW-Papier rund 15% an Wert eingebüßt und kostete vergangenen Freitag zu Börsenschluß gerade einmal noch 141,60 Euro. Aus Charttechnischer Sicht sieht die Zukunft für die Volkswagen-Aktie auch alles andere als rosig aus: Ihr derzeitiger "freier" Fall könnte sich noch bis in die Region um die 130 Euro in einem Rutsch fortsetzen. Von dort sollte es aber wieder langsam mit ihr bergauf gehen - wenn, ja wenn neuerliche "Bad News" aus dem eigenen Hause nicht noch zusätzlich die weitere Kursentwicklung negativ belasten.
Anmerkungen
Es sind noch keine Anmerkungen vorhanden.
Der obige Kommentar spiegelt ausschließlich die Meinung des Autors wider. Informunity übernimmt dafür keine Haftung.