Kommentar zur Aktie Amazon

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Am 02.07.18
von armericanoo
zu Amazon

Der Wachstumshunger des "Online-Kraken" ist noch längst nicht gestillt

Kurz und bündig:

Zuerst Nahrungsmittel, danach Logistik und nun auch noch Drogerie: Amazon wirbelt mit seinen Expansionskurs gleich mehrere Branchen durcheinander.


Einleitung:

Es ist noch gar nicht so lange her, da "schockte" Amazon (2017) mit dem Kauf von "Whole Foods Markets" die Nahrungsmittelbranche. Die Aktienkurse der etablierten Supermarktketten gerieten daraufhin gehörig unter Druck, denn der Marktaufriss des Online-Versand-Giganten stellt eine große Gefahr für deren "konventionelles" Verkaufsmodell dar.

Augenblicklich kaufen zwar nur 2,5% aller US-Bürger Nahrungsmittel über Online-Plattformen, doch deren Wachstum befindet sich erst in den sogenannten "Kinderschuhen". Daher gedenken die Supermarktketten auf Amazon's "Einstieg" mit ausgeklügelten "Online-Strategieplänen" gegen den dadurch drohenden Kundenschwund und mit strategischen Übernahmen, um die eigenen Kosten zu senken.

Analysten rechnen damit, dass die Nahrungsmittelindustrie im laufenden Geschäftsjahr weiterhin eine hohe Aquisitionsbereitschaft an den Tag legen werden. Der Amazon-Deal vom vergangenen Donnerstag namens "Pinnacle Foods" und "Conagra Brands" dürfte lediglich der Auftakt mehrerer milliardenschwerer Zukäufe gewesen sein.


1.) AMAZON "punktet" mit konkretem Logistik-Plan gegenüber der Konkurrenz

Amazon setzt aber nicht bloß in der Nahrungsmittelbranche die übrigen "Global-Player" unter Druck bzw. Zugzwang. Erst vor einigen Tagen gab das Unternehmen bekannt, dass es plane, ein eigenes Logistik-System zu etablieren. Die zunehmend steigende Nachfrage erfordere schlußendlich zusätzliche Kapazitäten, so ein Amazon-Sprecher.

Diesbezüglich gedenkt der Online-Riese verstärkt auf "Start-Ups" zu setzen, welche sich für 10.000 US-Dollar/Stück "Amazon-Trucks" kaufen zu können. Um den Anreiz dazu zu erhöhen, ließ das Unternehmen kolpotieren, dass Zusteller im Dienste von Amazon bis zu 300.000 US-Dollar Gewinn/Jahr einstreichen könnten.

Offiziell ist dieser "Logistik-Plan" kein Angriff auf die Vertragspartner "FedEx" und "UPS". Doch mittelfristig dürften den genannten Paket-Diensten dadurch Geschäftsanteile abspenstig gemacht werden. Daher gerieten dieser Tage auch die Aktienkurse jener beiden führenden Zustelldienste unter die Räder.


2.) AMAZON - "PillPack-Übernahme" sorgt für empfindliche Kursabschläge bei Drogerieketten

Die größten "Sorgenfalten" bescherte Amazon damit jedoch den Drogerieketten. Der Konzern gab die Übernahme von "PillPack" bekannt, einer lukrativen Versand-Apotheke. Die Aktien von Branchenprimus "CVS" gaben danach um 6% nach, das Papier von "Wallgreens" verlor daraufhin sogar 9,9%, den Vogel schossen diesbezüglich aber die Anteilsscheine der "Rite Aid"-Kette ab: sie fielen an einem Tag sage und schreibe um 11,1%.

In der Branche waren die Gewinnmargen schon vorher nicht allzu hoch, doch wenn jetzt auch noch Amazon in diesen Markt drängt, dann ist das ganz sicher "Gift" für diese Unternehmen. "PillPack" generierte im Vorjahr zwar nur 100 Mio. US-Dollar Umsatz, doch auf der Amazon-Plattform könnten die Umsätze schnell und deutlich ansteigen – immerhin ist allein der US-Medikamenten-Markt etwa 300 Mrd. US-Dollar schwer.


Mein FAZIT:

Derzeit wird noch ein großes Geheimnis darum gemacht, was der "Online-Kraken" für den "PillPack-Deal" insgesamt hat löhnen müssen, allerdings wird in Fachkreisen gemunkelt, dass Amazon dafür gut 1 Mrd. US-Dollar auf den Tisch gelegt haben dürfte. Der Kaufpreis ist wohl mit Blick auf die zurzeit noch mickrigen Umsätze von "PillPack" kaum gerechtfertigt, mit Blick auf das küftige Potenzial im Amazon-Distributionsnetzwerk jedoch allemal. Diesbezüglich heißt es, dass Amazon.com im Rennen um "PillPack" Wallmart ausgestochen haben soll, die aber für eine mögliche "PillPack"-Übernahme lediglich 700 Mio. US-Dollar bereit waren zu zahlen. Überdies arbeitet der US-Supermarkt-Riese bereits mit Hochdruck am Ausbau seines eigenen Online-Angebots. Doch die Kasse von Amazon ist prallgefüllt, so dass man dort mal eben 1 Milliarde US-Dollar dafür locker machen konnte - und das aus gutem Grund, ist die Amazon-Online-Plattform doch deutlich größer und damit effizienter als die vom Konkurrenten Wallmart.
Auch die Amazon-Investoren begrüßen den nur "augenscheinlich" teuren Übernahme-Deal. Darum kann ich mich diesbezüglich auch immer bloß wiederholen: Eine Amazon-Aktie ist und bleibt eine sichere Bank, mit deren Kauf man mittel- bis langfristig einfach nichts falsch machen kann. Permanente Innovationsbereitschaft in Kombination mit kalkuliertem Risiko sind eben die Schlüssel von Wachstum und den letztlich daraus resultierenden Erfolg.
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